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23.05.2013

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Friedensnobelpreis

Gäbe es die EU nicht, man müsste sie erfinden

  • Video Eine Idee, aus der noch viel werden kann
  • Video EU erhält Friedensnobelpreis
  • Video Barroso im heute.de-Interview
  • Video Schulz: "Stolz auf Friedensnobelpreis"
  • VideoEine Idee, aus der noch viel werden kann

    Wer hat den Nationalismus erfunden? Die Europäer. Aber sie haben aus ihrer Geschichte gelernt, weiß ZDF-Kolumnist Wolfgang Herles. Heute droht Europa unter der Last einer zu schnell gemästeten EU zu zerbrechen. Die Krux der EU ist, dass Frieden, Freiheit und offener Markt für ihre 500 Millionen Bürger selbstverständlich sind. Viele sehen nur die negativen Seiten des Turmbaus zu Brüssel. Doch: "Gäbe es die EU nicht, man müsste sie erfinden", sagt Herles.

    (10.12.2012)
    VideoEU erhält Friedensnobelpreis

    Die Europäische Union hat in Oslo den Friedensnobelpreis überreicht bekommen. Der Chef des Nobelkomitees appellierte an die Mitgliedsländer, auch in der Finanzkrise Seite an Seite zu stehen.

    (10.12.2012)
    VideoBarroso im heute.de-Interview

    Angesichts der Euro-Krise hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Europäer zum Zusammenhalt aufgerufen. "Wir brauchen ein starkes Europa", sagte er im heute.de-Interview. Der Nobelpreis sei eine Anerkennung für die Vergangenheit, aber auch eine sehr mächtige Unterstützung für die Zukunft.

    (10.12.2012)
    Video#_MME_4_Friedensnobelpreis für die EU

    "Die Verleihung des Friedensnobelpreises soll der EU in ihrer Krisenzeit eine Warnung sein, ihre Werte nicht zu verspielen", sagt Martin Schulz, SPD, Präsident Europäisches Parlament in Oslo.

    (10.12.2012)

    Friedensnobelpreis - "Verspielt nicht dieses Erbe"

    60 Jahre Aussöhnung und Frieden statt - wie in den Jahrzehnten davor - nationale Egoismen, die in brutalen Kriegen endeten. Das ist in den Augen des Nobelkomitees das Hauptverdienst der Europäischen Union. Und so hat die Staatengemeinschaft heute in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten. "Verspielt nicht dieses teure Erbe", warnte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

    Ratspräsident Van Rompuy nahm den Friedensnobelpreis gemeinsam mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und EU-Kommissionschef José Manuel Barroso in Oslo entgegen - stellvertretend für 500 Millionen Europäer. An den Feier nahmen auch Bundeskanzlerin Angela  Merkel, der französische Staatschef François Hollande sowie die meisten anderen der 27 Staats- und Regierungschefs teil.

    Jagland: Europa muss das Erreichte schützen

    "Dieser Preis ist sowohl verdient als auch notwendig", sagte der Vorsitzende des Komitees, Thorbjörn Jagland, bei der Verleihungszeremonie. "Die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich ist das wohl dramatischste Beispiel der Geschichte dafür, dass Krieg und Konflikt sich in kurzer Zeit in Frieden und Zusammenarbeit verwandeln können", sagte er unter dem Applaus der zahlreichen Gäste.

    "Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass wir nicht verlieren,  was wir auf den Ruinen von zwei Weltkriegen aufgebaut haben." Frieden dürfe nicht als selbstverständlich angesehen werden. "Wir müssen jeden Tag dafür kämpfen." Mit Blick auf die Eurokrise fügte Jagland hinzu:  "Europa muss nach vorne blicken und das schützen, was bereits erreicht wurde."

    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz wollte die Auszeichnung deshalb auch als Warnung verstanden wissen: "Verspielt nicht dieses teure Erbe", sagte der Sozialdemokrat kurz vor der Verleihung.

    Van Rompuy: "Ich stolz, ein Europäer zu sein"

    EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy rief die Europäer in seiner Dankesrede zum Zusammenhalt auf: "In einer Zeit der Unsicherheit erinnert dieser Tag die Menschen in Europa und in aller Welt an den fundamentalen Zweck der Europäischen Union: Die Verbrüderung der europäischen Nationen voranzutreiben, jetzt und in der Zukunft." Die Union habe das Zeitalter der Kriege in Europa beendet und eine Kultur der friedlichen Konfliktlösung etabliert.

    Angesichts der drängenden Probleme reiche das Versprechen des Friedens heute allerdings nicht mehr, um die Menschen für die EU zu begeistern. Europa werde derzeit auf die Probe gestellt. Es gelte, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen. "Wir müssen wieder Meister unseres eigenen Schicksals werden." Er schloss seine Ansprache mit dem Bekenntnis "Ich bin ein Europäer - ich bin stolz, Europäer zu sein."
      

    Kommissionspräsident Barroso unterstrich in seiner Rede die Einzigartigkeit der EU. "Unsere Union ist mehr als nur ein Zusammenschluss von Staaten. Sie ist eine neue Rechtsordnung, die nicht auf dem Machtgleichgewicht zwischen den Nationen, sondern auf dem freien Willen zu geteilter Souveränität basiert", sagte Barroso. "Meine Botschaft lautet heute: Sie können sich auf unsere Anstrengungen verlassen, für dauerhaften Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Europa und der Welt zu kämpfen." Barroso bezeichnete den Euro als stärkstes Symbol der Einheit des Staatenbundes. "Wir werden den Euro verteidigen."

    "Europa ist die Lösung!"

    Kommissionschef Barroso im heute.de-Interview

    Links
    Kritik an Friedenspreis für EU

    Vor der Preisverleihung war die Debatte darüber wieder aufgeflammt, ob die EU  den Friedenspreis überhaupt verdient. Mehrere frühere Preisträger wie der südafrikanische Geistliche Desmond Tutu protestierten schriftlich gegen die Wahl. Amnesty International warf der EU vor, sie trage mit ihrer Flüchtlingspolitik "zum Teil selbst zu Menschenrechtsverletzungen bei" und bekämpfe Diskriminierung wie im Fall der Roma in EU-Staaten "oft nicht entschieden genug".

    Jagland, der auch Generalsekretär des Europarats ist, wies Kritik an der Entscheidung zurück und verwies darauf, dass die EU  maßgeblich zur "unglaublichen Aussöhnung" in Europa beigetragen habe. Am 12. Oktober hatte das Nobel-Komitee überraschend den mit 930.000 Euro dotierten Preis der EU zugesprochen. Es würdigt den "erfolgreichen Kampf für Frieden, Versöhnung, für Demokratie und Menschenrechte". Es betonte die stabilisierende Rolle der EU für den Übergang Europas von einem Kontinent des Krieges in einen Kontinent des Friedens, der Einigungsprozess stehe für die "Brüderlichkeit der Nationen".

    Geschichte der Europäischen Union

    10.12.2012, Quelle: ZDF, afp, dapd
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