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21.05.2013

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Klima-Konferenz in Doha

"Ich weiß nicht, was es da noch abzustimmen gibt"

  • Video Klimagipfel droht zu scheitern
  • Video "Wahrlich kein gutes Ergebnis"
  • Video Doha: Unterwegs mit ZDF-Reporter Angres
  • Grafik Klima im Wandel
  • VideoKlimagipfel droht zu scheitern
    (07.12.2012)
    Video"Wahrlich kein gutes Ergebnis"

    Die USA enttäuschen und auch Europa konnte nicht voranschreiten, berichtet

    (07.12.2012)
    VideoDoha: Unterwegs mit ZDF-Reporter Angres

    ZDF-Reporter Volker Angres zeigt, wie ein Journalist auf dem Weltklimagipfel in Doha arbeitet.

    (07.12.2012)
    GrafikKlima im Wandel
    Klima im Wandel / Quelle: zdf
    (Quelle: zdf)
    Die ganze Nacht wurde in Doha verhandelt - bislang ergebnislos. Es geht ums Geld. Nur auf den nächsten Gipfelort konnten sich die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz einigen: Warschau. Fortschritte bei der Reduzierung der CO2-Emissionen sind nach jetzigem Stand kaum zu erwarten. "Ich weiß gar nicht, was es da noch abzustimmen gibt", berichtet ZDF-Korrespondent Volker Angres aus Doha.

    Eigentlich sollte die Klimakonferenz in Katar schon beendet sein - allein: Es fehlt an Ergebnissen, daher einigten sich die Teilnehmer auf eine Verlängerung auf noch unbestimmte Zeit. Ein Hauptstreitpunkt bei den Verhandlungen in der Nacht war das Thema Finanzen, wo die Positionen weit auseinander lagen. Während die USA und andere Industrieländer es ablehnen, sich auf künftige Zahlungen festzulegen, beharren Vertreter der Entwicklungsländer auf einem belastbaren Konzept für wachsende finanzielle Mittel für Klimaschutz und zur Bewältigung von Klimafolgen.


    ZDF-Umweltexperte Angres: USA haben nichts angeboten

    Bundesumweltminister Altmaier (CDU) und Singapurs Umweltminister Balakrishnan führten während der Nacht im Auftrag der katarischen Präsidentschaft Einzelgespräche mit Vertretern zahlreicher Staaten und Staatengruppen. Angesetzte Plenarberatungen wurden mehrfach vertagt. Viele Staaten äußerten sich besorgt über den ausbleibenden Fortschritt. Offen war unter anderem, wie genau die Ausgestaltung des verlängerten Kyoto-Protokolls aussehen und welche Pflichten hierbei besonders die EU übernehmen soll.

    "Ich weiß gar nicht, was es da groß noch abzustimmen gibt", berichtete Volker Angres, Chef der ZDF-Umweltredaktion, aus Doha. Die vorliegenden Papiere seien "äußerst schwach". Von einem guten Ergebnis kann "wahrlich nicht die Rede" sein. Enttäuschend seien vor allem die USA, die "wirklich überhaupt nichts angeboten haben". Aber auch Deutschland gehöre zu den unbeweglichen Ländern, da das Wirtschaftsministerium strengere Maßnahmen beim CO2 blockiere, so Angres.

    "Äußerst schwach"

    Volker Angres über den Stand der Doha-Runde

    Kyoto light

    "Ich bedauere, dass es wahrscheinlich in zwei Bereichen, nämlich bei Finanzen und
    Reduzierung der Treibhausgase, nicht schon jetzt zu verbindlichen Zahlen kommen wird", sagte Umweltminister Peter Altmaier in Katars Hauptstadt. Wegen der dürftigen Ergebnisse nach zwei Wochen Verhandlungen zweifelte der CDU-Politiker offen die Effizienz solcher Mammutkonferenzen mit Tausenden Teilnehmern an. Altmaier soll nun einen Teil der weiteren Gespräche koordinieren.

    Als Ergebnisse zeichneten sich unter anderem Details für die Verlängerung des Ende Dezember auslaufenden Kyoto-Protokolls ab. Allerdings will die EU ihre bisherigen hier verankerten Ziele zur Minderung der Ausstöße nicht verschärfen. Bei Kyoto II wollen aber nur noch Staaten mitmachen, die zusammen 15 Prozent der globalen Emissionen verursachen. Umstritten ist, was die anderen Staaten in der Zeit bis 2020 beisteuern - erst dann soll es einen Weltklimavertrag mit festen Minderungsvorgaben für alle geben.

     Überschüssige heiße Luft

    Ein von Umweltschützern und Entwicklungsländern scharf kritisierter Kompromiss rückte bei der Frage näher, was mit überschüssigen Verschmutzungsrechten aus der ersten Phase des Kyoto-Protokolls geschehen soll. Länder wie Polen, die in den vergangenen Jahren weniger CO2 in die Luft gepustet haben, als sie nach dem Kyoto-Protokoll gedurft hätten, wollen ihre überschüssige "heiße Luft" als CO2-Gutschriften für die Zeit nach 2013 behalten. Die größte Menge hält Russland. Greenpeace befürchtet, dass gerade nach 2020, wenn es einen neuen Klimavertrag geben soll, diese Gutschriften an Länder wie die USA und China verkauft werden könnten und diese dann Zuhause weniger Klimaschutz leisten müssen.

    Links
    "Öl-Lobby sitzt mit am Tisch"
    Die großen deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen forderten einmütig ein Einschreiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Von einem "Tiefpunkt" in der europäischen Klimapolitik, sprach der Politische Leiter von Greenpeace, Martin Kaiser. Der wirkliche Erfolg der Konferenz von Durban 2011, dass ambitionierte Entwicklungsländer gemeinsam mit ambitionierten Industrieländern, zuforderst der EU, gemeinsam für harte Klimaschutzziele kämpfen, sei "in keinster Weise mehr zu erkennen", kritisierte Thomas Hirsch von Brot für die Welt. "Im Gegenteil, es schließt sich wieder eine Front der Entwicklungsländer untereinander."

    Altmaier stellte derweil auf eine lange Verandlungsnacht ein: "Deshalb habe ich mir schon ein kleines Kissen mitgebracht. Ich glaube aber nicht, dass ich Zeit haben werde, es zu benutzen."

    08.12.2012, Quelle: ZDF, dpa, dapd
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