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Nach Großeinsatz in Bonn

Bombenalarm und viele offene Fragen

  • Video Bonn: Erste Festnahme nach Bombenalarm
  • Video Bombenalarm am Bonner Hauptbahnhof
  • VideoBonn: Erste Festnahme nach Bombenalarm
    (11.12.2012)
    VideoBombenalarm am Bonner Hauptbahnhof

    Mysteriöse Tasche am Bonner Bahnhof: Ob es sich um eine zündfähige Bombe handelt, ist noch unklar.

    (10.12.2012)

    Festnahme in Bonn

    Ein mutmaßlicher Bombenleger vom Bonner Hauptbahnhof ist nach ZDF-Informationen festgenommen worden. Bei ihm handelt es sich offenbar um den Deutsch-Somalier Omar D. Auch sein Begleiter wurde gefasst; ob dieser ebenfalls ein Tatverdächtiger ist, ist noch unklar. Die Ermittler halten sich bislang bedeckt, die Kölner Polizei startete aber zeitgleich noch eine öffentliche Fahndung nach dem Täter.

    Phantombild / Quelle: Kölner Polizei

    Phantombild der Polizei
    Quelle: Kölner Polizei

    Noch ist auch unklar, ob es sich bei dem festgenommenen 27-jährigen Deutsch-Somalier um den per Fahndung gesuchten dunkelhäutigen Mann, 30 bis 35 Jahre alt, 190 Zentimeter groß und schlank handelt. Er soll zur Tatzeit eine schwarze Mütze, schwarze Stiefel und eine braun-graue Jacke getragen haben.

    Kein Unbekannter

    Der festgenommene Omar D. ist für die Behörden kein Unbekannter, er war im September 2008 am Flughafen Köln-Bonn festgenommen worden, als er gemeinsam mit einem Freund versuchte, über Amsterdam nach Uganda zu reisen. Nach den Erkenntnissen der Ermittler damals wollten die beiden möglicherweise in ein Terror-Trainingslager in Somalia. Dieser Verdacht konnte aber nicht belegt werden.

    Der Verdächtige Omar D. wurde von mehreren Augenzeugen beschrieben und dann auf Fotos wiedererkannt. Damit ist aber noch nicht der eindeutige Beweis erbracht, dass er die Tasche tatsächlich abgelegt und gar den Sprengsatz gebaut hätte. Derzeit prüft die Bundesanwaltschaft, ob sie das Verfahren an sich zieht.

    Zusammenhang mit anderen Vorfällen möglich

    Die herrenlose blaue Sporttasche, die am Montag Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof ausgelöst hat, enthielt mehrere mit Pulver gefüllte Metallbehälter: Bei den Chemikalien handelte es sich um gewerblichen Sprengstoff, darunter Ammoniumnitrat. Ob diese Konstruktion aber auch hätte explodieren können, muss die Polizei noch klären. Ein Zünder wurde zunächst nicht gefunden. Das Material aus der Tasche werde nun weiter untersucht, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei.


    Im September war an einer S-Bahn-Strecke in der Innenstadt von Dortmund auch schon ein verdächtiges Metallteil gefunden worden. Auch damals rückten Sachverständige von Landeskriminalamt und Bundespolizei an. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde das Teil an einem sicheren Ort gesprengt. Ob es gefährlich war, könne er nicht sagen. Ob der Bonner Fund in irgendeinem Zusammenhang mit anderen Vorfällen steht,  ist laut Kölner Polizei noch völlig unklar.

    "Business as usual"

    Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), bat die Bevölkerung um Aufmerksamkeit bei verdächtigen Gegenständen. "Wir müssen leider immer wieder damit rechnen, dass so etwas gerade an Bahnhöfen passieren kann", sagte er in Phoenix. "Deutschland ist nach wie vor ein Angriffsziel von dem ein oder anderen Terroristen. Deswegen bitte ich auch wirklich alle, wenn sie so eine Tasche, einen Koffer sehen, lieber einmal mehr anzurufen, als auf einen Anruf zu verzichten."

    Der Bahnverkehr in Bonn lief am Dienstag wieder normal. "Jetzt ist wieder business as usual", sagte ein Bahnsprecher. Unmittelbar nach dem Bombenalarm war der Hauptbahnhof am Montag für mehrere Stunden gesperrt worden.

    11.12.2012, Quelle: dpa, ZDF
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