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24.05.2013

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Grundschule

Studie: Migranten-Kinder verbessern sich

  • Video Migrantenkinder holen in der Bildung auf
  • Video Deutsche Schüler bringen gute Leistungen
  • Video Grundschulen im Bundesländer-Ranking
  • VideoMigrantenkinder holen in der Bildung auf

    Deutsche Viertklässler schneiden in der neuen IGLU-Bildungsstudie im Lesen und Rechnen gut ab. Auch Kinder mit Migrationshintergrund sind deutlich besser geworden, wie die Studie zeigt.

    (11.12.2012)
    VideoDeutsche Schüler bringen gute Leistungen
    (11.12.2012)
    VideoGrundschulen im Bundesländer-Ranking
    (05.10.2012)
    Gutes Zeugnis für Migranten-Kinder: In Mathe und in den Naturwissenschaften haben sie sich in den vergangenen Jahren verbessert, im Lesen sind ihre Leistungen immerhin gleich geblieben. Allerdings: Gegenüber den deutschen Mitschülern liegen sie nach wie vor zurück. Das zeigen die IGLU-Lesestudie und die TIMSS-Mathematikstudie.

    "Migranten sind die Gewinner der vergangenen zehn Jahre", sagte Studienleiter Wilfried Bos bei der Vorstellung der Ergebnisse am Dienstag in Berlin. Die Untersuchung ergab, dass Kinder mit einem ausländischen Elternteil 2011 in Mathematik besser abschnitten als 2007. Auch in den Naturwissenschaften stiegen die Leistungen der Kinder mit Migrationshintergrund. Beim Leseverständnis änderte sich jedoch nichts. Und trotz der Verbesserungen liegen sie mit ihren Leistungen weiter hinter Kindern aus Familien ohne Migrationshintergrund zurück.

    Insgesamt liegen die Viertklässler in Deutschland beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften im internationalen Vergleich im oberen Drittel. "Wir haben unsere hohe Position halten können", sagte Bos. "Deutschlands Grundschüler sind international auf einem sehr guten Stand." Deutschland habe ähnlich gut abgeschnitten wie bei vergleichbaren Studien im Jahr 2001. Dabei gebe es inzwischen "erschwerte Bedingungen": 2011 seien sechs Prozent mehr Kinder mit Migrationshintergrund in den Schulen gewesen.

    Die Position der Grundschüler ...

    ... im Lesen

    Im Länder-Ranking kommt die Bundesrepublik unter den vergleichbaren Ländern auf Platz 10 (541 Punkte). Vorne liegen Russland und Finnland (568 Punkte) gefolgt von Nordirland (558 Punkte). Schlusslichter sind die Vereinigten Arabischen Emirate (439 Punkte), Saudi-Arabien (430 Punkte) und Indonesien (428 Punkte).

    ... im Rechnen

    Im internationalen Vergleich schneiden 10 Länder, deren Ergebnisse vergleichbar sind, besser ab als Deutschland (528 Punkte). Hier sind Südkorea (605 Punkte), Taiwan (591 Punkte) und Japan (585 Punkte) vorne. Besonders schlecht rechnen können demnach die Schüler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (434 Punkte), dem Iran (431 Punkte) und Saudi-Arabien (410 Punkte).

    ... in den Naturwissenschaften

    Im Ländervergleich liegt Deutschland in diesem Bereich auf Platz 10 unter den Ländern, die die internationalen Vorgaben erfüllen (528 Punkte). Die Liste wird angeführt von Südkorea (587 Punkte) und Finnland (570 Punkte). Schlusslichter sind Armenien (416 Punkte) und Oman (377 Punkte).

    Jeder fünfte hinkt hinterher

    Trotz der guten Durchschnittswerte insgesamt hinkt allerdings rund jedes fünfte Kind in problematischer Weise hinterher. Es gebe deutliche Anteile von Kindern, die in den drei Bereichen so schlecht seien, dass sie in der Sekundarstufe I Probleme bekommen
    dürften, so Bos. Und es gebe im internationalen Vergleich teils weniger Kinder in der obersten Kompetenzstufe. "Das veranlasst einen zur Sorge. Wir vergeuden unsere Talente", sagte Bos.

    Links
    IGLU- und TIMSS-Studie 2011
    In den Naturwissenschaften verfügt mehr als jeder fünfte Viertklässler (22 Prozent) allenfalls über ein Anfangswissen und wird in der Sekundarstufe I mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen haben. Auch in Mathematik verlässt fasst jedes fünfte Kind (19,3 Prozent) die Grundschule mit ungenügenden Kenntnissen. Beim Lesen sieht es bei deutschen Schülern etwas besser aus als in den anderen Vergleichsfächern. Hier sind nur 15,4 Prozent der Viertklässler den Mindestanforderungen nicht gewachsen.

    Zudem sind die Leistungen oft an die Schichtzugehörigkeit gekoppelt. "Ein Kind von einem Professor oder einem Chefarzt hat eine 4,7-fache Chance zur Gymnasialempfehlung im Vergleich zu einem Facharbeiter."

    IGLU und TIMSS

    Bei der TIMSS-Untersuchung geht es um Mathematik und Naturwissenschaften, bei der IGLU-Studie um die Lesekompetenzen von Viertklässlern. TIMSS steht für "Trends in International Mathematics and Science Study". TIMSS wird alle vier Jahre durchgeführt, im Jahr 2011 haben weltweit 50 Staaten teilgenommen.

    IGLU steht für "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung". IGLU wird alle fünf Jahre durchgeführt, im Jahr 2011 haben weltweit 45 Staaten teilgenommen.Die Tests für beide Untersuchungen fanden im Frühsommer 2011 in allen 16 Bundesländern statt. Rund 4.000 Schüler an knapp 200 Grund- und Förderschulen wurden getestet.


     

    Kinder lesen viel und gerne

    Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die überwiegende Mehrheit der Grundschulkinder geht gern zur Schule. Immer mehr Kinder lesen auch gern in ihrer Freizeit. Nur elf Prozent der Kinder greifen außerhalb der Schule nie zu einem Buch. "Unsere Kinder lesen viel, und sie lesen gerne", sagte Bos. "Das ist eine große Leistung unserer Grundschulen und auch unserer Elternhäuser."

    11.12.2012, Quelle: dapd, dpa, KNA
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