Volker Schlöndorff, 1939 als Sohn eines Arztes in Wiesbaden geboren, ist einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure, ein Meister des unterhaltenden Erzählkinos mit inhaltlichem Tiefgang. Nachdem er bereits als 16-Jähriger nach Paris gegangen war, hospitierte er bei mehreren bedeutenden, französischen Regisseuren, wie Malle, Resnais oder Melville.
Weltruhm erlangte er 1979, als er für die Verfilmung des Grass-Romans "Die Blechtrommel" die "Goldene Palme" in Cannes und kurz darauf in Hollywood den "Oscar" gewann. Schon 1966 hatte Schlöndorff, der zehn Jahre zuvor als nationaler Jahrgangsbester sein französisches Abiturzeugnis aus der Hand des Staatspräsidenten René Coty entgegennehmen durfte, in Cannes reüssiert: Für seine Robert Musil-Verfilmung "Der junge Törless" errang er den Preis der internationalen Filmkritik.
Bei wechselndem Publikumserfolg, aber mit stets höchster Ambition und meist großen Besetzungen, realisierte er in der Folge zahlreiche Filme nach literarischen Vorlagen wie "Der Fangschuss" (1976 nach Marguerite Yourcenar), "Krieg und Frieden" (1983, Tolstoi), "Eine Liebe von Swann" (1984, Proust), "Der Tod des Handlungsreisenden" (1985, Arthur Miller), "Homo Faber" (1991, Max Frisch) oder "Der Unhold" (1996, nach dem Roman "Der Erlkönig" von Michel Tournier). Dazu kamen und kommen natürlich viele andere Filme nach zum Teil eigenen Stoffen.
Sein letztes Werk "Strajk" hatte Anfang 2007 Premiere; es erzählt die fesselnde Vorgeschichte der Solidarnosc-Gründung auf der Danziger Lenin-Werft. Im Juni 2007 ist der Regisseur in Cannes vertreten mit einer ihm zu Ehren veranstalteten Aufführung seines gerade in Kasachstan abgedrehten Films "Ulzan".
Schlöndorff hat auch Opern inszeniert. Seine Zusammenarbeit mit dem Komponisten Hans Werner Henze und seine Interpretation der Oper "Katja Kabanowa" von Leos Janácek waren wegweisend für einige seiner Filmkollegen. Darüber hinaus hat er als Produzent, Drehbuchautor und Geschäftsführer der ehemaligen UFA / DEFA-Studios in Babelsberg erfolgreich gewirkt.
Mit dem RAF-Komplex hat sich der Regisseur sehr engagiert in den Filmen "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" (1975, nach Heinrich Böll), "Deutschland im Herbst" (1978, gemeinsam mit anderen Filmemachern) und noch einmal in "Die Stille nach dem Schuss" (2000) auseinandergesetzt. Für die beiden ersten Filme wurde er in den späten 1970er Jahren teilweise heftig kritisiert, ihm sogar ideologische Nähe zur "Roten Armee Fraktion" unterstellt.