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12. Februar 2012
 

sonntags

 
sonntags, 9.02 Uhr
Plakat " Als Geschenk das Leben". [M] Quelle: ZDF
Bislang hat nur jeder zehnte einen Spenderausweis.

Schwerpunkt

"Dieses Gefühl wieder atmen zu können"

Wie durch Organspende Leben gerettet werden

von Marion Mück-Raab

Einfach ein bisschen spazierengehen, das konnte Ingrid Volke jahrelang nicht. Sie war schwerkrank und das einzige, was sie noch retten konnte, war eine neue Lunge. Zweieinhalb Jahre wartete sie, das war eine schwere Zeit. Sie saß im Rollstuhl und täglich hatte sie Angst zu ersticken. Dann kam endlich der ersehnte Anruf: Es gab eine Spenderlunge für sie.

 
 
 
 

Die 63-jährige Ingrid Volke strahlt noch heute, wenn sie von ihrer Transpantation erzählt. Den Moment, als sie aus der Operation erwachte, wird sie nie vergessen: "Es war ein Gefühl unheimlicher Freude und Dankbarkeit." Das könne man nur erleben und nicht beschreiben: "Dieses Gefühl wieder atmen zu können."

Ingrid Volke.
Ingrid Volke

Spenderorgane sind Mangelware

Ingrid Volke hatte Gück, denn Spenderorgane sind Mangelware in Deutschland. Allein in Frankfurt am Main warten hunderte von Patienten auf eine lebensrettende Operation, 12.000 Menschen sind es in ganz Deutschland. Jeder dritte stirbt während dieser Wartezeit.

 

Christian Mönch, Transplantationschirurg an der Frankfurter Uniklinik, fndet das traurig: Denn hätte man genügend Organe, dann hätte man auch die Chance das Leben dieser Patienten zu retten. Doch kaum jemand macht sich zu seinen Lebzeiten Gedanken über Organspende, nur jeder zehnte hat überhaupt einen Spenderausweis, in dem er seinen Willen dokumentiert.

 

Spendenbereitschaft konstant

Trotz Kampagnen für die Organspende bleibt die Spendenbereitschaft in Deutschland seit Jahren etwa konstant. Auf eine Million Einwohner kamen im vergangenen Jahr 15 tatsächliche Organspender. Zu wenig, meint die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Vierzig seien möglich.

Christian Mönch.
Christian Mönch

Über die Hälfte aller Organspenden kommen dabei durch eine Entscheidung der Angehörigen zustande, denn das deutsche Transplantationsgesetz von 1997 sieht eine erweiterte Zustimmungsregelung vor. Danach dürfen Organe auch dann entnommen werden, wenn keine schriftliche Zustimmung für eine Organentnahme vorliegt, aber davon ausgegangen werden kann, dass der Spender dieser zugestimmt hätte. Dies wird in einem Gespräch mit den Angehörigen der potentiellen Spender erfragt, die dann zustimmen oder ablehnen können.

 

Nur wenige kommen als Spender in Frage

Als Organspender kommen Menschen in Frage, deren Gehirnfunktionen erloschen sind, deren Herz-Kreislauf-System jedoch noch künstlich aufrechterhalten wird. Da in den meisten Sterbefällen zuerst der Herzstillstand eintritt, kommen deshalb nur die in Betracht, bei denen der Hirntod dem endgültigen Herzstillstand vorausgeht. Das Herz-Kreislauf-System wird im Rahmen einer Intensivtherapie künstlich aufrechterhalten. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kommen damit 4000 Menschen jährlich für eine Organspende in Betracht.

 
 
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