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13. Februar 2012
 

mittagsmagazin

 
Mo-Fr, 13.00 Uhr
Rido Busse.
Prof. Rido Busse

Gast im "mittagsmagazin"

Alles nur geklaut

Ideenklau und Produktpiraterie

Nach Schätzungen von Experten entsteht jede Minute weltweit ein Schaden von 200.000 Euro aufgrund gefälschter Waren. Die Plagiat-Hersteller werden zudem immer dreister. Der Ideenklau-Experte Rido Busse ist heute zu Gast im "mittagsmagazin".

 
 
 
 

Von Kettensägen "Made in Germany" über Bremsscheiben, Uhren, Kosmetika bis hin zu Medikamenten: Es gibt nichts, was nicht im Ausland seine Nachahmer findet.

 

Die goldene Nase für Plagiatoren

Designer und Gründer der "busse design ulm", Professor Rido Busse, kennt sich bestens mit dem Thema Ideenklau aus und ist Stifter der Negativauszeichnung "Plagiarius" für besonders dreisten Ideenklau. Diesen Negativ-Preis erfand Rido Busse 1977. Zuvor hatte er auf einer Messe ein Plagiat einer von ihm entworfenen Soehnle-Küchenwaage entdeckt. Seither kämpft Busse gegen Nachmacher.

 

Mit der Vergabe des Negativpreises beschloß Busse, im Rahmen einer Pressekonferenz, die Öffentlichkeit sowie den Gesetzgeber auf den Missstand aufmerksam zu machen und über die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Plagiaten und Fälschungen aufzuklären. Der "Plagiarius" wird jährlich auf der Ambiente im Rahmen einer Pressekonferenz an die dreistesten Plagiatoren verliehen. Symbol ist der schwarze Zwerg mit der goldenen Nase (die goldene Nase, die sich Plagiatoren verdienen).

 

Dreist und schlecht

Aus China kommt nach wie vor das Gros der Nachahmungen. In rund einem Drittel der Fälle, in denen der Zoll die letzten Jahre zugriff, waren die Waren dort produziert. Doch es wird weltweit abgekupfert und kopiert, oft sind Indien oder China nur Werkbank westlicher Auftraggeber. Die Plagiatoren verfolgen nur ein Ziel: Profit auf Kosten anderer: Sie kopieren nur erfolgreiche Produkte, für die bereits Nachfrage besteht, und sparen somit die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie fürs Marketing.

 

Häufig verwenden Plagiatoren billige Materialien, so dass die Qualität deutlich schlechter ausfällt und der Käufer nicht lange Freude am vermeintlichen Schnäppchen hat. Je nach Produkt (z.B. technische / elektronische Produkte, Medikamente, Spielzeug etc.) kann die schlechte Qualität sogar lebensbedrohliche Auswirkungen haben. Wie dreist die Firmen teilweise vorgehen, vermittelt sich im Museum Plagiarius in Solingen. Mehr als 250 Plagiate plus Originale sind hier ausgestellt.

 

Der Designer und seine Auszeichnungen

Prof. Rido Busse, Jahrgang 1934, studierte mit Stipendien der Geschwister-Scholl- und der Friedrich-Ebert-Hochbegabten-Stiftung an der mittlerweile legendären Hochschule für Gestaltung in Ulm, Diplom 1959. Im selben Jahr Gründung des Designunternehmens busse design ulm. Das Institut, das heute etwa 45 Mitarbeiter beschäftigt, entwickelt Produkte für die Industrie bis zum Prototyp.

 

Arbeiten aus dem Institut "busse design ulm" wurden mit dem Bundespreis und über 400 weiteren Designauszeichnungen gewürdigt. 1993 erhielt Prof. Rido Busse den "design communication award", 1994 den Designpreis des Landes Rheinland-Pfalz, 1995 den Preis des Fachverbandes Kunststoff-Konsumwaren, 1999 die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg als Auszeichnung für unternehmerische Leistung.

 
 
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