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14. Februar 2012
 

Philosophisches Quartett

 
25.03. und 13.05.2012
Rückblick: Das Philosophische Quartett vom 29.11.2009

Die Politik Benedikt XVI.

[Video]

Alan Posener und Daniel Deckers (re.) im Philosophischen Quartett

Die Politik
Papst Benedikts XVI.

Kreuzzug gegen die Moderne?

Zu Gast im Philosophischen Quartett sind diesmal Daniel Deckers, Kirchenexperte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und mit dem Vatikan eng vertraut, sowie der bekennende Papstkritiker Alan Posener, Korrespondent für "Die Welt" und "Welt am Sonntag". Sie diskutieren mit Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski über den deutschen Papst-Professor und dessen Bild unserer heutigen Welt. Befindet er sich tatsächlich auf einem "Kreuzzug gegen die Moderne", wie seine Gegner behaupten?

 
 
 
Papst Benedikt. Quelle: ZDF
ZDF
Seine Politik bietet Anlass für Diskussionen.

Papst Benedikt XVI., der Heilige Vater in der weißen Soutane, sieht schwarz, wenn er an Europa denkt, wo die Aufklärung ihren Ursprung hat und die Säkularisierung und der Liberalismus am weitesten gediehen sind. Für den Papst scheint es eine seelenlose Gesellschaft zu sein, diese westliche Moderne mit ihrem wissenschaftlichen Denken, der Emanzipation der Frau, der sexuellen Revolution, der Profitmaximierung, den 68ern und den Befreiungstheologen, die für ihn nichts anderes sind als marxistische Missionare im Priestergewand.

Infobox

Buchtipps

Tipp von Rüdiger Safranski:

Richard Schröder
Abschaffung der Religion?
Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
Herder Verlag, 2009
ISBN: 3451298422

Tipp von Peter Sloterdijk:

Joseph de Maistre
Vom Papst: Ausgewählte Texte
Gebundene Ausgabe, 253 Seiten
Semele Verlag, 2007
ISBN: 3938869089

Bücher der Gäste:

Walter Kasper, Daniel Deckers
Wo das Herz des Glaubens schlägt: Die Erfahrung eines Lebens
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
Herder Verlag, 2008
ISBN: 3451298732

Alan Posener
Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft
Gebundene Ausgabe, 268 Seiten
Ullstein Verlag, 2009
ISBN: 3550087934

Moderner als Johannes Paul II.

Wie soll dieses in den Augen des Papstes so verlotterte Europa wieder seinem Willen folgend zu einem christlich-gesitteten Kontinent werden? Mit der reaktionären Pius-Brüderschaft womöglich, die dem Papst beim Bau des Bollwerks gegen die Moderne zur Hand geht, die jeden Versuch, den Katholizismus mit der aufgeklärten Gesellschaft kompatibel zu machen, als Todsünde erachtet?

ZDF



Nein, dem Papst gehe es nicht um die geistige Rückeroberung des einst christlichen Europas, sondern um eine Verankerung in den Begriffen der Freiheit, der Wahrheit und des Guten, sagen die Verteidiger der vatikanischen Unbedingtheitsansprüche. Sie können immerhin ins Feld führen, dass sich Benedikt XVI. in einer Grundsatzrede in Prag zur Trennung von Staat und Kirche bekannt und sich damit moderner gezeigt hat als sein Vorgänger, der ein enges Miteinander beider Bereiche befürwortete. Was bezweckt der Papst, wenn er dem katholischen Antimodernismus wieder die Tore öffnet?

 
 

Sendungsinformationen

Sonntag, 29.11.2009 23:50 - 00:55 Uhr

VPS 29.11.2009 23:55

Länge: 65 min

Gesprächsreihe, Deutschland, 2009

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