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09. Februar 2010
 

heute-Nachrichten

 
Passagiere der Economy Class. Quelle: imago

Mehr Sitze: Lufthansa will sparen

Die Fluglinie guckt bei den Billigfliegern ab

Mehr Sitze, schmalere Rückenlehnen: Auf Europa-Flügen der Lufthansa wird es enger. Die Fluglinie will sparen und die Billig-Konkurrenz mit ihren eigenen Waffen schlagen.

 
 
 
 

In einigen Bereichen werde die Fluggesellschaft "Elemente aus dem Geschäftsmodell der Lowcost-Gesellschaften" übernehmen, formulierte Vizechef Christoph Franz die neue Strategie in der "Welt". Auf Deutsch: Reisende müssen sich darauf einstellen, dass es künftig mehr Sitze in der Kabine gibt, und damit es nicht zu eng wird, sollen die Rückenlehnen schmaler werden.

"Im Europa-Verkehr schlicht zu teuer"

Auch das Angebot zwischen Snack und vollem Abendessen - je nach Flugzeit - werde überprüft, so Franz weiter. Die Lufthansa sei im Europa-Verkehr schlicht "zu teuer". Weil die Linie so hohe Kosten hat, habe sie bereits erhebliche Marktanteile abgeben müssen. Neben den krisenbedingten Einnahmeausfällen bei Premiumkunden machen Europas größter Airline vor allem die Personalkosten und die Konkurrenz durch Billigflieger zu schaffen. Das kommende Jahr werde eine Herausforderung, so Franz.

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Im Sog der Krise

Der Internationale Luftfahrtverband IATA erwartet für 2009 Verluste von rund 11 Milliarden Dollar bei den Fluggesellschaften weltweit. Allein für Europas Airlines sagt der Verband ein Minus von 3,8 Milliarden Dollar voraus. Vor allem das Passagiergeschäft bereitet große Probleme: Passagierzahlen und Erlöse gingen in der Wirtschaftskrise deutlich zurück. Dabei sind die führenden europäischen Fluggesellschaften mit ihrem hohen Anteil an Geschäftsreisenden noch schwerer getroffen als die Ferien- und Billigflieger. Rote Zahlen in den Zwischenbilanzen, Jobabbau und andere Sparmaßnahmen sowie Fusionen sind die Folge.


"Wir sind in der Lage, genügend Tickets abzusetzen, aber wir sind nicht in der Lage, dabei das Preisniveau zu heben. Und ich sehe offen gestanden auch keinerlei Tendenz für eine nachhaltige Erholung", so Franz in der "Financial Times Deutschland". Das durchschnittliche Erlösniveau, also den Umsatz je Ticket früherer Jahre werde die Lufthansa nie wieder erreichen.

 

Sparprogramm aufgelegt

Nach Ansicht von Franz müssen alle Lufthansa-Mitarbeiter dazu beitragen, damit der Trend sinkender Marktanteile gestoppt wird. Die seit Juni von Franz verantwortete Sparte Passage - dahinter verbergen sich die Kernmarke Lufthansa und Regionaltöchter wie die Cityline - schreibt derzeit Verluste. Nach Aussagen von Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber droht auch dem Gesamtkonzern in diesem Jahr ein Minus. Zu den Aussichten für 2010 hatte sich die Lufthansa bislang nicht explizit geäußert. Schon Mitte Juli legte der DAX-Konzern ein Sparprogramm vor, mit dem die Kosten jährlich um eine Milliarde Euro gesenkt werden sollen.