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23. Februar 2012
 

heute-Nachrichten

 
Geldbuendel mit Euroscheinen. Quelle: imago/blickwinkel
4,1 Prozent mehr Steuern im Dezember - Aber das Plus ist nicht von Dauer

So viel Steuereinnahmen gab's nie

Rekordsteuereinnahmen im Dezember - Steuerboom lässt langsam nach

Rekord bei den Steuereinnahmen: Mit 70,8 Milliarden Euro hat der Fiskus im Dezember 2011 so viel Steuern wie noch nie in einem einzelnen Monat eingenommen - ein Plus von 4,1 Prozent. Mit der abkühlenden Konjunktur lässt aber auch der Steuerboom nach.

 
 
 
 

Die Steuereinnahmen im Dezember 2011 sind einem Zeitungsbericht zufolge um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das "Handelsblatt" schreibt, mit 70,8 Milliarden Euro habe der Fiskus im Dezember so viel Steuern wie noch nie in einem einzelnen Monat eingenommen. Das Blatt beruft sich bei seiner Berechnung auf das Bundesfinanzministerium. Erstmals hätten die Steuereinnahmen - ohne die gesondert erfassten Gemeindesteuern - die Marke von 70 Milliarden Euro durchbrochen. Aber der Boom ist offenbar nicht von Dauer.

 

Das Wachstum wird geringer

Mit der abkühlenden Konjunktur in Deutschland verliert auch die sprudelnde Steuerquelle an Kraft. Dem 4,1-Prozent-Plus im Dezember stand im November noch ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber. Finanzstaatssekretär Thomas Steffen verwies darauf, dass sich die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im vergangenen Jahr insgesamt zwar gut entwickelt hätten, die Wachstumsdynamik habe jedoch deutlich nachgelassen. In den ersten drei Monaten 2011 seien die Steuereinnahmen noch um 10,8 Prozent gestiegen, im vierten Quartal habe der Zuwachs 6,1 Prozent betragen.

 

Der Bund hatte den Haushaltsabschluss für 2011 bereits vorgelegt. Danach ist seine Neuverschuldung mit 17,3 Milliarden Euro deutlich niedriger ausgefallen als geplant. Die Steuereinnahmen waren nach den bekannten Zahlen um 9,7 Prozent auf 248,1 Milliarden Euro geklettert. Zugleich sanken die Zinskosten des Bundes auf 32,8 Milliarden Euro.

 

Anhaltend niedriges Zinsniveau

Nicht zum Steuerboom beigetragen hat 2011 die Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge. Sie ging im Vorjahresvergleich sogar um 7,9 Prozent auf gut 3,53 Milliarden Euro zurück. Dies dürfte auch Folge des anhaltend niedrigen Zinsniveaus sein.

 

Leicht unter den Erwartungen blieben auch die Einnahmen aus der erst seit Anfang 2011 fälligen Luftverkehrsteuer. Statt der bei der Steuerschätzung im November erwarteten 920 Millionen Euro flossen dem Bund Einnahmen von 905 Millionen Euro zu. Ursprünglich sollte die von der Luftfahrtbranche bekämpfte Ticketsteuer eine Milliarde bringen. Die nach Entfernung gestaffelten Sätze wurden im Januar gesenkt.

 

Die ebenfalls seit Jahresbeginn erhobene Kernbrennstoffsteuer spülte 922 Millionen Euro in die Kassen des Bundes. Die Steuerschätzer hatten für das Gesamtjahr mit 920 Millionen Euro gerechnet. Ursprünglich - vor Energiewende und Abschaltung von Atommeilern - waren sogar 2,3 Milliarden Euro erhofft worden.

 
 
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