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21. März 2010
 

heute-Nachrichten

 
Braunkohlekraftwerk. Quelle: dpa

Apec-Staaten rudern beim Klimaschutz zurück

Australien warnt in Studie vor Folgen des Klimawandels

Die USA, China, Japan und 18 weitere Staaten aus der Pazifik-Region haben ihre gemeinsamen Ziele zum Klimaschutz verwässert. Das wiegt ökologisch schwer, denn die Apec-Staaten sind für etwa 60 Prozent der Emission von Treibhausgasen verantwortlich.

 
 
 
 

Es werde jetzt angestrebt, den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids bis 2050 "wesentlich" zurückzufahren, hieß es am Samstag im jüngsten Entwurf des Abschlussdokuments beim Gipfeltreffen des Regionalforums für Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (Apec). Bisher wollten die beteiligten Staaten ihren CO2-Ausstoß bis 2050 gegenüber dem Niveau von 1990 um die Hälfte reduzieren. Eine Festlegung für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes bis 2020 wagten die Länder nicht. Das Treffen der Apec-Mitglieder ist die letzte große Konferenz von Entscheidungsträgern vor dem Weltklima-Gipfel in Kopenhagen.

China und USA bremsen

Die USA und Japan hatten sich am Freitag darauf geeinigt, ihre Emissionen bis 2050 um jeweils 80 Prozent zu reduzieren. Japans Regierungschef Yukio Hatoyama machte eine Reduzierung um 25 Prozent bis 2020 allerdings davon abhängig, dass sich China ebenfalls auf konkrete Ziele beim Klimaschutz einlässt. Die Volksrepublik wiederholte am Samstag allerdings ihre Forderung, an den Prinzipien des Kyoto-Protokolls festzuhalten. Darin werden die Industrieländer aufgefordert, bei der Reduzierung der Treibhausgase voranzugehen. Schwellenländer wie China und Indien werden im Kyoto-Abkommen bis 2020 aber nicht zur Festlegung auf bestimmte Ziele verpflichtet.

 

Ein hochrangiger Klima-Beauftragter der Pekinger Regierung verwies indirekt auf die stockenden Verhandlungen im US-Kongress für ein neues Klimaschutzgesetz, das voraussichtlich nicht mehr vor dem Gipfeltreffen in Kopenhagen im Dezember verabschiedet wird. Sowohl in den USA als auch in China gibt es Befürchtungen, dass zu harte Auflagen für die heimische Industrie zu Wettbewerbsnachteilen auf dem Weltmarkt führen könnten.

 

Brasilien mit konkreten Zielen

Dagegen setzt sich Brasilien als eines der wenigen Schwellenländer konkrete Ziele beim Kampf gegen den Klimawandel. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas will ihre Emissionen um mindestens 36 Prozent gegenüber dem prognostizierten Niveau von 2020 reduzieren. Damit könnte der Ausstoß nahezu auf das Niveau von 1994 sinken, sagte die brasilianische Präsidialamtsministerin Dilma Rousseff. Gegenüber dem Niveau des Jahres 2005 würde die Verpflichtung einen Rückgang von rund 20 Prozent bedeuten. Brasilien gehört vor allem wegen der Abholzung von Regenwäldern zu den größten Kohlendioxid-Sündern weltweit.

 

Auch Südkorea will sich feste Ziele setzen, wenn auch nicht ganz so ehrgeizige wie Brasilien. So strebt Südkorea eine Rückführung des CO2-Ausstoßes um vier Prozent bis 2020 im Vergleich zu 2005 an, wie ein hochrangiger Regierungsbeamter in Seoul der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Offiziell werde dieses Ziel am Dienstag vorgestellt. Südkorea ist unter den OECD-Staaten eines der Länder mit dem am schnellsten wachsenden Ausstoß von Kohlendioxid.

 

Australien warnt vor Klimawandel

In Kopenhagen sollen sich Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer auf das Ziel verpflichten, die Erwärmung der Welt auf maximal zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Als Voraussetzung für einen Durchbruch gelten daher verpflichtende Zusagen aller wichtigen Industrie- und Schwellenländer, den Treibhausgasausstoß zu begrenzen.

 

Die australische Regierung warnte unterdessen vor den verheerenden Folgen des Klimawandels, wenn nichts dagegen unternommen werde. So sind laut einer Studie des Klimaministeriums durch den Anstieg des Meeresspiegels bis zum Jahr 2100 ein Viertel der Häuser an Australiens Küsten bedroht. Das wären bis zu 250.000 Wohnhäuser.