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23. Februar 2012
 

heute-Nachrichten

 
Colton Harris-Moore (li.) und Anwältin. Quelle: reuters
Colton Harris-Moore mit seiner Anwältin

Barfuß-Bandit noch einmal verurteilt

Bereits verhängte Strafe verlängert sich nicht

Erst sorgte er mit seinen Raubzügen, bei denen er Boote und Flugzeuge klaute, für Schlagzeilen, jetzt wurde der 20-jährige Barfuß-Bandit in den USA ein zweites Mal verurteilt. Trotzdem muss Colton Harris-Moore nicht länger im Gefängnis bleiben.

 
 
 
 

Ein Bundesgericht in Seattle verurteilte ihn zwar zu sechseinhalb Jahren Haft. Die Strafe wird allerdings nicht mit den sieben Jahren addiert, die Harris-Moore nach dem Urteil eines Landesgerichts von Dezember absitzen muss, sondern gleichzeitig verbüßt. Das sagte eine Sprecherin der Bundesstaatsanwaltschaft.

 

Filmreifes Katz- und Mausspiel

Der 20-Jährige, wegen hinterlassenen Fußspuren oft Barfuß-Bandit genannt, hatte im vergangenen Juni vor dem Bundesgericht unter anderem Bankeinbrüche, Waffenbesitz und das Steuern eines gestohlenen Flugzeugs ohne Pilotenschein gestanden. Es ging um Delikte, die über Staatsgrenzen hinweg begangen wurden. Das Landesgericht zog den Mann zudem für Diebstahl, Vandalismus sowie zahlreiche Einbrüche zur Rechenschaft. Harris-Moore entschuldigte sich vor Gericht für seine Taten.

 

Nach einer Bruchlandung mit einem gestohlenen Kleinflugzeug auf den Bahamas war er im Juli 2010 der Polizei ins Netz gegangen. Sein filmreifes Katz-und-Maus-Spiel brachte dem jungen Dieb auch Bewunderer ein. Es gibt einen Fanclub auf Facebook mit tausenden von Anhängern.

 

Opfer werden entschädigt

Harris-Moore wuchs als Kind einer Alkoholikerin und eines Drogensüchtigen in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon als Teenager war Harris-Moore wegen Einbruchs verurteilt worden. 2008 brach er aus einer Anstalt für junge Täter aus. Zwei Jahre schlug er sich entlang der amerikanisch-kanadischen Grenze mit Diebstählen durch, dabei legte er sich auch eine Waffe zu.

 

Die Opfer von Harris-Moores Beutezügen sollen laut US-Medienberichten vor allem mit Einnahmen von bis zur 1,3 Millionen Dollar aus einem Filmrechte-Vertrag mit dem Hollywood-Studio 20th Century Fox entschädigt werden. Laut Gerichtsbeschluss darf der "Barfuß-Bandit" allerdings an der Vermarktung seiner Geschichte selbst keinen Cent verdienen.

 
 
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