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23. Februar 2012
 

heute-Nachrichten

 
Taschendieb bestiehlt einen Fahrgast in der U-Bahn. Quelle: imago

Smartphone-Dieben auf der Spur

Wie man gestohlene Geräte wiederfinden kann

von Alfred Krüger

Wird das Smartphone gestohlen, ist der Ärger groß: Persönliche Daten, Fotos und Texte geraten in fremde Hände, und das teure Gerät muss ersetzt werden. heute.de gibt Tipps, wie Sie das Smartphone im Fall der Fälle wiederfinden.

 
 
 

Für jeden Smartphone-Besitzer ist es der Alptraum schlechthin: Einmal nicht aufgepasst, und das teure Gerät mit persönlichen Daten, Fotos und Texten ist verschwunden. Vielleicht hat man es verloren. Vielleicht wurde es aber auch gestohlen. Vier Millionen Nutzer wurden laut IT-Branchenverband Bitkom schon einmal Opfer eines Handy-Diebstahls - darunter viele Smartphone-Nutzer. In Polizeimeldungen ist Smartphone-Diebstahl keine Seltenheit.

"Finde mein iPhone"

Die Bestohlenen werden oft doppelt geschädigt. Ihr Smartphone wurde meist über einen Zwei-Jahres-Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter finanziert. Auch nach dem Diebstahl bleiben sie an den Vertrag gebunden. Denn dass das Handy gestohlen wurde, ist kein Grund, den dazugehörigen Vertrag fristlos zu kündigen, haben Gerichte entschieden. Dem Nutzer bleibt also nichts anderes übrig, als für teures Geld ein Ersatzgerät zu kaufen.

 

Doch die Chancen, ein gestohlenes Smartphone wiederzubekommen, steigen, wie der Fall eines Wiener Studenten zeigt. Dem 20-Jährigen war kurz vor Weihnachten das iPhone gestohlen worden. Was der Dieb offenbar nicht wusste: Seit Mitte Oktober 2011 gibt es iOS 5, ein neues iPhone-Betriebssystem. Es enthält eine kostenlose Funktion namens "Find my Phone", mit der man sein iPhone orten kann, sofern die Funktion aktiviert wurde.

 

App schießt Fotos vom Dieb

Der Student hatte die Ortungsfunktion scharf geschaltet. Er surfte mit seinem PC die Apple-Webseite www.icloud.com(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) an, gab dort seine Zugangsdaten ein und konnte sein Smartphone tatsächlich lokalisieren. Mit dem Ergebnis ging er zur Polizei. Der Smartphone-Dieb wurde ermittelt, und der Student erhielt sein iPhone zurück. US-Medien berichten von ähnlichen Fällen. Auch hier konnten iPhone-Diebe mit Hilfe der Ortungsfunktion gefunden werden.

Die iPhone-App IGotYa(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) ("Ich hab' dich!") geht noch einen Schritt weiter. Sie schießt automatisch ein Foto von jeder Person, die das iPhone entsperren will und einen falschen Code eingibt. Anschließend wird das Foto zusammen mit genauen Angaben darüber, wo es aufgenommen wurde, per E-Mail an den rechtmäßigen Besitzer geschickt. Der Nachteil dieser App: Es gibt sie bisher nur für iPhones, die per sogenanntem Jailbreak geknackt wurden.

Infobox

Was tun beim Handydiebstahl?

1. Ist das Smartphone abhanden gekommen, sollte der Besitzer zunächst immer versuchen, es anzurufen. Der ehrliche Finder wird das Gespräch annehmen und sich melden.

2. Bleibt der Anruf erfolglos, sollte man die Sim-Karte sperren lassen, damit kein Unbefugter auf Kosten des rechtmäßigen Besitzers telefonieren und surfen kann. Wie man die Sim-Karte sperren lassen kann, erfährt man auf dem Online-Portal seines Mobilfunkanbieters und in den Vertragsunterlagen.

3. Mit dem Sperren der alten Sim-Karte sollte gleichzeitig eine neue Sim-Karte bestellt werden, denn der Vertrag mit dem Mobilfunkanbieter läuft weiter.

4. Der Diebstahl sollte bei der Polizei angezeigt werden. Mit Hilfe seiner IMEI-Nummer kann jedes Handy eindeutig identifiziert werden. Man findet diese 15-stellige Seriennummer auf dem Typenschild seines Handys - meist unter dem Akku oder auf dem Lieferkarton. Mit der Tastenkombination *#06# wird die IMEI-Nummer auch im Display angezeigt. Sie sollte gleich nach dem Handykauf notiert und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden.

5. Möglicherweise wurde das Handy gefunden und in einem Fundbüro abgegeben. Deshalb sollte man auch beim örtlichen Fundbüro nachfragen.

"Mein Handy finden" mit Microsoft

Auch Microsoft bietet für Smartphones, die mit Windows Phone 7 betrieben werden, einen Diebstahlschutz namens Mein Handy finden(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) an. "Mit dem kostenlosen Dienst (...) können Sie mit jedem an das Internet angeschlossenen PC Ihr Handy anrufen, sperren, löschen oder auf einer Karte anzeigen", erklärt Microsoft diese Funktion. Voraussetzung ist, dass der Dienst vorher aktiviert wurde.

 

Bei Android-Smartphones fehlt ein Diebstalschutz, der fest in das Betriebssystem eingebaut ist. Stattdessen gibt es eine Reihe kostenloser Apps wie Prey Anti-Theft,(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) Android Lost(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) oder SeekDroid Lite,(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster) die diese Lücke füllen. Der Smartphone-Besitzer muss sie auf sein Handy laden und dort installieren. Experten empfehlen, die Installation des Diebstahlschutzes nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern gleich nach dem Handykauf in Angriff zu nehmen.

Handyversicherungen löcherig und teuer

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine Handyversicherung abschließen, die bei Diebstahl, aber auch bei Unfällen, Bedienungsfehlern oder Fallenlassen des Geräts einen Rundum-Sorglos-Schutz verspricht. Stiftung Warentest hat sich das Kleingedruckte in den Versicherungsverträgen genauer angesehen - mit ernüchterndem Ergebnis.

"Gar nicht versichert ist, wenn der Kunde sein Handy irgendwo vergisst, liegen lässt oder verliert", sagen die Warentester. Der Versicherungsschutz versage auch dann, wenn das gestohlene Handy "auch nur kurzfristig unbeaufsichtigt" war - zum Beispiel im Mantel an der Garderobe. Außerdem müsse der Kunde meist eine 20-prozentige Selbstbeteiligung tragen. Erstattet werde zudem immer nur der Zeitwert des Geräts. "Handyversicherungen sind nicht billig, ihre Leistungen im Schadensfall überschaubar", so das Fazit von Stiftung Warentest.

 
 
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