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09. Februar 2010
 

heute-Nachrichten

 
Pina Bausch. Quelle: dpa

Choreographin Pina Bausch gestorben

Tänzerin starb nur wenige Tage nach Krebsdiagnose

Pina Bausch ist tot. Die Tänzerin und Choreographin des Wuppertaler Theaters starb am Dienstag. Erst vor fünf Tagen hatte sie erfahren, dass sie an Krebs erkrankt ist. Noch vor anderthalb Wochen stand sie in Wuppertal auf der Bühne.

 
 
 

Pina Bausch wäre im Juli 69 Jahre alt geworden. Seit knapp dreieinhalb Jahrzehnten war sie am Wuppertaler Theater engagiert.

Ihre Tanzausbildung begann die Gastwirtstochter aus Solingen 1955 an der Folkwangschule in Essen, wurde unter Kurt Joos, dem Erneuerer des Ausdruckstanzes, Solistin. Bald gewann sie erste Auszeichnungen und startete ihre regelmäßigen Auslandsgastspiele, die im Lauf der Zeit zum begehrtesten deutschen Kulturexport zwischen Seoul, Sidney und Venedig wurde.

Erst Buhrufe, dann Verehrung

In Wuppertal, wo Pina Bausch seit 1973 als Chefchoreographin und Ballettdirektorin wirkte, erregte sie zuerst mit ihren Tanzversionen von Gluck-Opern und Strawinskys "Sacre du Printemps" die Aufmerksamkeit der Feuilletons. Ihre noch radikalere tänzerische Umsetzung der Bartok-Oper "Herzog Blaubarts Burg" (1977) quittierte ein erregtes Publikum - wie viele spätere Produktionen - mit wütendem Türenknallen. Nach und nach versöhnte sie das Wuppertaler Publikum mit sich. Und die Wuppertaler reagierten wie auch ihre Fans in Tokio, Paris oder Brüssel: mit Begeisterung. Der Ansturm auf die schwer zu ergatternden Bausch-Karten sorgt immer wieder für eine unglaubliche Theater-Auslastung von fast 100 Prozent.

 

Öffentlich nahm die mit allen erdenklichen Tanzpreisen ausgezeichnete Star-Choreographin zu ihrer Kunst niemals Stellung; sie war in Worten eher unbeholfen, "redete" ausschließlich mit ihren Stücken und blieb bei Premierenfeiern lieber kettenrauchend im Hintergrund. Zwei Filmauftritte bei Fellini und Almodóvar waren die Ausnahme für Pina Bausch.