Zwei Promille mit erst sieben Jahren: In Berlin ist ein Kind mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung in die Klinik eingeliefert worden. Jugendliche sollen dem Jungen und seinem Bruder die Getränke auf einem Spielplatz gegeben haben.
Wie die Polizei am Montag mitteilte, fanden Passanten das zitternde und sich übergebende Kind am Sonntagabend auf einem Gehweg im Stadtteil Spandau. Der Junge, bei dem ein Blutalkoholwert von mehr als zwei Promille festgestellt wurde, musste demnach stationär auf der Intensivstation behandelt werden. Der Junge war in Lebensgefahr. Inzwischen gehe es ihm aber wieder besser, sagte der Sprecher.
Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge soll der siebenjährige mit seinem zwei Jahre älteren Bruder alkoholische Getränke auf einem Spielplatz getrunken haben, die sie von dort ebenfalls anwesenden Jugendlichen erhalten hatten.
In Berlin hatten in den vergangenen Monaten immer wieder Fälle schwer betrunkener Kinder und Jugendlicher Bestürzung ausgelöst. Im Februar 2007 war der 16-jährige Lukas W. nach 45 Gläsern Tequila mit 4,4 Promille an einer Alkoholvergiftung gestorben.
Nach Angaben der Techniker Krankenkasse landen immer mehr Kinder und Jugendliche nach Alkoholexzessen im Krankenhaus. Allein in Hamburg seien im vergangenen Jahr 1.765 Minderjährige mit der Diagnose "psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol" in Kliniken eingeliefert. Das waren 174 mehr als im Jahr zuvor. Hochgerechnet auf das gesamte Bundesgebiet sind das nach Angaben der TK fast 20.000 alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von Minderjährigen pro Jahr. Damit stehe das so genannte Komasaufen unter den häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile auf Platz 15.