Die Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht zu verkaufen, kam für viele wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Magna-Chef Wolf hielt die Nachricht für einen Witz. Nun läuft bei Opel die Suche nach einer neuen Lösung und nach einem neuen Chef.
General-Motors-Chef Fritz Henderson habe Magna-Chef Siegfried Wolf telefonisch über die Entscheidung informiert, berichtet Wolf in der "Bild am Sonntag". "Ich war so überrascht, dass ich ihn gefragt habe: "Machen Sie Witze?" Und er sagte: "Nein, wir haben so entschieden."
General Motors (GM) habe nun eine große Verantwortung für Opel, sagte der Chef des kanadisch-österreichischen Zulieferers weiter. "Es muss GM jetzt gelingen, die Wogen zu glätten und Vertrauen zurückzugewinnen. Das bedarf großen Fingerspitzengefühls."
Indes lehnte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt weitere staatliche Sonderhilfen für Opel ab. Viele mittelständische Unternehmen habe die Krise in gleichem Ausmaß getroffen wie Opel, sagte Hundt im Deutschlandfunk. "Hier muss sichergestellt werden, dass große und kleinere und kleinste Unternehmen gleichbehandelt werden."
Weitere staatliche Unterstützung sollte Opel nach Hundts Aussagen allenfalls im Rahmen des Deutschlandfonds gewährt werden, der allen Unternehmen grundsätzlich offensteht. Darüber hinaus halte er jede zusätzliche Hilfe für unberechtigt. Geknüpft sind Hilfen aus dem Deutschlandfonds an Kriterien wie zum Beispiel aussichtsreiche Geschäftsmodelle für die Zukunft.
Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz verlangte einen externen Nachfolger für den scheidenden General-Motors-Europa-Chef Carl-Peter Forster. "Wir brauchen einen neuen Opel-Chef von außen. Er muss Europäer sein, mit Teamgeist und Benzin im Blut. Neben Deutsch muss er weitere Sprachen beherrschen", sagte Franz der "Bild am Sonntag". Forster soll durch den GM-Manager Nick Reilly ersetzt werden, der bisher für internationale Aktivitäten des Konzerns zuständig war. Reilly gilt allerdings nur als Übergangslösung.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte General Motors unterdessen davor, bei der Sanierung von Opel auf Hilfen aus dem Deutschlandfonds zu setzen. "Ich erwarte von GM, dass das Unternehmen nun auch die finanzielle Verantwortung für Opel wieder selbst übernimmt. Dazu gehört es, dass pünktlich zum 30. November der Brückenkredit mit Zinsen zurückgezahlt wird."