Weil es Engpässe beim Schweinegrippe-Impfstoff gibt, sollen Risikogruppen Vorrang haben. Gesundheitsminister Philipp Rösler rechnet indes damit, dass bald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.
"Menschen mit besonderem Risiko müssen Vorrang haben bei der Impfung gegen die Neue Grippe", sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann der "Rheinischen Post". Auf ein solches Vorgehen hätten sich auch die Fachminister des Bundes und der anderen Länder verständigt.
Das Ministerium erwarte wegen der Probleme bei der Herstellung des Impfstoffs eine deutlich niedrigere Lieferung in der kommenden Woche, hieß es. Statt 280.000 Dosen dürften nur 140.000 bei den zuständigen Stellen ankommen. Die Aktion soll wegen der Verzögerungen aber bis Anfang Februar verlängert werden.
Es werde "demnächst mehr Impfstoff pro Woche zur Verfügung stehen", versicherte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler in der "Neuen Presse". "Das wird die Situation entspannen." Allerdings seien auch bei optimaler Ausbeute an Impfstoff immer wieder Wartezeiten möglich. Er bitte die Bevölkerung deswegen um Geduld, fügte der FDP-Politiker hinzu. Die Ausbeute bei der Impfstoffproduktion sei bislang nach Auskunft der Hersteller "nicht so hoch wie erhofft". Der Hersteller GlaxoSmith Kline habe sein Produktionsverfahren aber nun verbessert.
Rösler wies darauf hin, dass eine enge Zusammenarbeit von Kindergärten und Schulen mit den örtlichen Gesundheitsbehörden wichtig sei, "damit situationsgerecht die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden" könnten. Kindergärten und Schulen sollten Eltern und Kinder gezielt informieren und die einfachen Hygienemaßnahmen mit den Kindern einüben.
Dazu gehöre, sich mehrfach täglich die Hände zu waschen, nur in die Ellenbeuge oder ein Taschentuch zu niesen und längere Aufenthalte in größeren Menschenansammlungen zu vermeiden. Um eine weitere Verbreitung der Schweinegrippe zu verhindern, könnten die Gesundheitsbehörden zudem Schulen oder Kindergärten "ganz oder teilweise schließen, soweit und solange es erforderlich ist", erklärte Rösler weiter.
Der Vorsitzende des niedersächsischen Landeselternrates, Pascal Zimmer, rief seinerseits die Schulen auf, beim Thema Schweinegrippe offen mit den Eltern zu kommunizieren. Mit den Worten "Das ist doch wohl eine Selbstverständlichkeit" reagierte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf Beschwerden von Eltern, sie seien erst nach hartnäckigem Nachfragen bei den Schulen über Erkrankungsfälle in den Klassen ihrer Kinder informiert worden.