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23. Februar 2012
 

heute-Nachrichten

 
Newt Gingrich gewinnt Vorwahl in South Carolina. Quelle: reuters
Gingrich mit Ehefrau Callista

Gingrich siegt bei Vorwahl in South Carolina

Niederlage für bisherigen Favoriten Romney

Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist wieder offen: Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina klar gewonnen. Sein Rivale, Mitt Romney, gratulierte ihm zum Sieg.

 
 
 

Nach Auszählung fast aller Stimmen lag Gingrich US-Medien zufolge mit rund 40 Prozent klar in Führung. Der bisher favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, erhielt demnach nur rund 28 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 17 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.

Gingrich warnt vor Obama

Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger "Newt, Newt", als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. Der 68-Jährige bat um Spenden, um gegen die Finanzkraft Romneys bestehen zu können. "Wir haben nicht das Geld, das mindestens einer der anderen Kandidaten hat", sagte er. "Aber wir haben Ideen und wir haben Menschen." Und in South Carolina habe sich gezeigt, dass "Menschen mit den richtigen Ideen das große Geld schlagen" könnten.

 
USA: Gingrich gewinnt Vorwahl
 

Gingrich warnte in seiner Rede vor einer Wiederwahl von Staatschef Barack Obama. Obamas erste Amtszeit sei ein "Desaster" gewesen, sagte Gingrich. "Denkt nur daran, wie radikal er in einer zweiten Amtszeit sein würde." Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses wetterte auch gegen die "Eliten in Washington und New York", die "Amerikaner am Amerikanisch-Sein hindern" wollten.

 
US-Wahlkampf mit allen Mitteln
 

Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Politik-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog. Ein pikantes Interview einer der beiden Ex-Frauen von Gingrich über das Scheitern ihrer Ehe, das am Donnerstabend ausgestrahlt worden war, schien die als besonders konservativ geltenden Wähler in South Carolina nicht beeindruckt zu haben.

Romney: Begrüße den Wettbewerb

Romney musste dagegen hinnehmen, dass die Partei ihm nach einer Korrektur der Ergebnisse den Sieg bei der ersten Vorwahl im Bundesstaat Iowa aberkannte und stattdessen Santorum zum Gewinner erklärte. Der Ex-Gouverneur steht auch wegen seines zögerlichen Umgangs mit seinen Steuerunterlagen in der Kritik. Der Multimillionär hatte einräumen müssen, nur rund 15 Prozent Steuern zu zahlen, will Einzelheiten aber erst im April öffentlich machen.

 

"Dieses Rennen ist dabei, noch interessanter zu werden", sagte Romney am Wahlabend. Der Ex-Gouverneur, der die zweite Vorwahl in New Hampshire am 10. Januar deutlich gewonnen hatte, sprach von einem "harten Kampf" um South Carolina. "Ich schrecke nicht vor Wettbewerb zurück. Ich begrüße ihn", sagte Romney, der bei den nächsten Vorwahlen am 31. Januar in Florida laut Umfragen wieder auf die Siegerstraße zurückkehren könnte.

 

Santorum und Paul wollten unterdessen beide an ihrer Bewerbung festhalten. "Wir denken, dass wir langfristig in viel stärkerer Verfassung sein werden", sagte Santorum. Paul erklärte, die Vorwahlen stünden erst am Anfang: "Wir werden dies weiter machen, daran gibt es keinen Zweifel."

 

Weichenstellung in South Carolina

Bei den so genannten Primaries waren in South Carolina am Samstag alle registrierten Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen, unabhängig davon, ob sie Mitglied bei den Republikanern sind. Aus South Carolina kommen lediglich 25 von insgesamt 2286 Delegiertenstimmen für die offizielle Kandidatenkür beim Parteitag der Republikaner Ende August. Die Vorwahlen in dem Südstaat gelten aber als wichtige Weichenstellung für das weitere Nominierungsrennen: So wurde seit 1980 kein Bewerber zum republikanischen Kandidaten bestimmt, der nicht vorher in South Carolina gewonnen hatte.

 
 
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