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01. August 2010
 

heute-Nachrichten

 
Neues Logo für alle EU-Bioprodukte.

Neues Bio-Logo ab 1. Juli

Deutsche Öko-Hersteller kritisieren EU-Signet

Ein Sternen-Blatt für Ökoprodukte: Ab dem 1. Juli wird ein neues Bio-Logo Pflicht. Doch schon jetzt sorgt das EU-Signet für Kritik. Das weiß-grüne Logo sei "nicht gelungen" und stifte Verwirrung, schimpft ein Öko-Verband.

 
 
 

Ab dem 1. Juli wird ein neues Bio-Logo Pflicht. Dann müssen alle verpackten Ökoprodukte aus EU-Staaten mit dem "Euro-Blatt" gekennzeichnet sein, wie die EU-Kommission mitteilte. Deutsche Bio-Lebensmittelhersteller kritisieren das neue Logo, das die zwölf Europa-Sterne in Form eines Blattes auf grünem Hintergrund zeigt. Das Logo war in einem Online-Design-Wettbewerb zum Sieger gekürt worden.

Deutsches Bio-Siegel gilt weiter

Das europäische Bio-Logo garantiert, dass mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe ökologisch produziert wurden und das Produkt direkt vom Erzeuger oder Verarbeiter in einer versiegelten Packung kommt. Es kann auch für Produkte aus Nicht-EU-Staaten genutzt werden. Ursprünglich wollte die EU-Kommission nationale Logos verbieten, nach Protesten verzichtete sie aber darauf. Deshalb finden Verbraucher etwa das deutsche Bio-Siegel mit der Aufschrift "Bio nach EG-Öko-Verordnung" in einem grünen Sechseck auch nach dem 1. Juli weiter auf Verpackungen.

 

Infobox

Deutscher Student gestaltete Logo

Das neue Bio-Logo - die zwölf Europasterne in Form eines Blattes auf grünem Hintergrund - setzte sich bei einer EU-weiten Internet-Abstimmung durch. Von den rund 130.000 Teilnehmern stimmten 63 Prozent für den Entwurf des Düsseldorfer Mediengestalters Dusan Milenkovic.

Der Sieger sowie der zweite und dritte Preisträger werden im Juli 2010 bei der offiziellen Preisverleihung durch die Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der EU-Kommission geehrt. Das Preisgeld beträgt 6.000, 3.500 und 2.500 Euro.

 

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin kritisierte das neue EU-Bio-Siegel als "nicht gelungen". Anders als das deutsche Bio-Siegel transportiere es nicht klar genug die Botschaft, dass es sich um ein Öko-Produkt handele, sagte Verbands-Geschäftsführer Alexander Gerber der Nachrichtenagentur AFP. Nach Überlegungen der EU-Kommission könnte dem Logo noch ein Text wie "Bio-Produkt" zugefügt werden.

 

Verwirrung durch viele Bio-Signets

Eine Verbraucherverwirrung schloss Gerber nicht aus. Neben dem deutschen und dem europäischen Bio-Siegel gibt es eine Vielzahl verschiedener Logos. Anbauverbände wie Bioland, Demeter, Gäa oder Naturland haben jeweils eigene Siegel. Gleiches gilt für große Supermarktketten.

 

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft verweist darauf, dass die ihm angeschlossenen Anbauverbände wie Bioland striktere Vorgaben als das staatliche deutsche und das EU-Logo machen, welche beide die Vorgaben der seit 2009 geltenden EU-Öko-Verordnung umsetzen. So fordern Bioland und Co., dass der gesamte Herstellerbetrieb ökologisch wirtschaftet; beim EU-Siegel reicht eine Teil-Bewirtschaftung aus. Die deutschen Anbauverbände schreiben zudem einen begrenzten Dünger-Einsatz vor.

 

Größere Bekanntheit erhofft

Das neue europäische Bio-Logo ersetzt das bisherige EU-Siegel mit einer Ähre im Sternenkranz auf blauem Grund, das in Deutschland nur wenig genutzt wurde. Von dem neuen Zeichen erhofft sich die EU-Kommission einen stärkeren Bekanntheitsgrad. "Jetzt haben wir ein Logo, mit dem sich jeder identifizieren kann", erklärte die EU-Kommissarin für Landwirtschaft, Mariann Fischer Boel.

 
 
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