Militärübung in Iran: Die Revolutionsgarden trainieren die Verteidigung der umstrittenen Atomanlagen des Landes. Der Atomstreit ist festgefahren: Die iranische Führung warnte Israel vor einem Angriff - das Land würde Raketen auf Tel Aviv abfeuern.
Das Manöver in Iran soll fünf Tage dauern, berichtete der Nachrichtenkanal Khabar. Schwerpunktmäßig solle die Bereitschaft der Luftwaffe getestet werden, die in Teheran sowie in Zentral- und Südiran liegenden Atomanlagen gegen einen Angriff zu verteidigen.
Der frühere iranische Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi ist wegen seiner Rolle bei den Protesten nach der umstrittenen Präsidentenwahl zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt Saleh Nikbacht sagte am Sonntag, Abtahi werde vorgeworfen, Unruhen zum Sturz des Systems geschürt zu haben. Er wolle Berufung einlegen.
Menschenrechtsgruppen und Oppositionskreise sprachen von einem Schauprozess gegen Abtahi. Abtahi wurde nach seiner Verhaftung im Fernsehen gezeigt, wie er den Vorwurf der Anstiftung zu Unruhen zugab. Seine Familie und politische Freunde sagten, Abtahi habe bei dem Geständnis unter Druck gestanden. Er ist einer von mehr als 100 nach der Präsidentenwahl vom 12. Juni festgenommenen moderaten Politikern. Abtahi war unter dem liberalen Präsidenten Mohammed Chatami Vizepräsident.
Derweil warnte die Führung der Islamischen Republik Israel erneut vor einem militärischen Angriff auf Ziele in Iran. Wenn Iran angegriffen werde, werde Iran Mittelstreckenraketen auf Tel Aviv abfeuern, sagte der Repräsentant des Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei in den Revolutionsgarden, Mojtaba Zolnoor.
Im Atomstreit hat Israel mehrfach gedroht, iranische Atomanlage anzugreifen. Momentan sind die internationalen Verhandlungen über die umstrittene Urananreicherung des Landes festgefahren. Die Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland beraten zur Zeit, wie sie weiter vorgehen wollen, wenn Teheran im Atomstreit nicht bald einlenkt.
Als Kompromiss hatte der Westen zuletzt vorgeschlagen, das meiste des niedrig angereicherten Urans im Ausland weiter aufzuarbeiten und das hochangereicherte Nuklearmaterial, das der Iran dringend für seinen medizinischen Forschungsreaktor in Teheran benötigt, zurückzubringen. Das lehnt Teheran ab. Die iranische Führung will das angereicherte Uran nicht aus der Hand geben. Die Internationale Staatengemeinschaft fürchtet, der Iran wolle Atombomben bauen.