US-Präsident Barack Obama will mit konkreten Zahlen zum UN-Klimagipfel nach Kopenhagen reisen: Demnach wollen die USA ihre Emissionen von Treibhausgas bis 2020 um 17 Prozent senken.
In einem ersten Schritt sollten die Emissionen von Treibhausgas in den USA bis 2020 um 17 Prozent im Vergleich zu 2005 gesenkt werden, teilte ein US-Regierungsvertreter am Mittwoch in Washington mit. Bis 2025 sollten sie dann um 30 Prozent und bis 2030 um 42 Prozent sinken.
Eine solche Reduzierung hat das Repräsentantenhaus bereits im Frühjahr in einem Gesetzentwurf verabschiedet, der jedoch deutlich hinter europäischen Erwartungen zurückbleibt. Nach Berechnungen von Experten würde dies lediglich eine Verringerung um etwa vier Prozent unter das Niveau des Jahres 1990 bedeuten. Dagegen wollen Deutschland und andere Europäer bis 2020 ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 20 bis 30 Prozent herunterfahren.
Obama will nach Angaben des Weißen Hauses am 9. Dezember zu dem Gipfel in die dänische Hauptstadt reisen. Der Präsident wolle mit seiner Anwesenheit "Dynamik in die Verhandlungen bringen", sagte sein Klimaberater Mike Froman.
Beim UN-Klimagipfel vom 7. bis zum 18. Dezember in Kopenhagen soll eigentlich ein neues Welt-Klimaabkommen festgezurrt werden soll. Allerdings gibt es inzwischen kaum noch Hoffnung auf einen grundlegenden Erfolg bei dem Treffen. Das derzeit geltende Klimaschutz-Protokoll von Kyoto läuft 2012 aus.
UN-Klimachef Yvo de Boer hatte zuvor erklärt, die Die Teilnahme Obamas sei "entscheidend" für einen Erfolg des Weltklimagipfels. Alle Länder blickten auf die USA und Obama. In Kopenhagen müssten auch die USA endlich ihre nationalen Klimaschutzziele und konkrete Zahlen zur Treibhausgasreduzierung bis 2020 vorlegen. Alle anderen wichtigen Industrieländer hätten inzwischen solche Zahlen vorgelegt.
In Kopenhagen müssten klare Entscheidungen und Vereinbarungen für den Klimaschutz getroffen werden, so de Boer weiter. Es sei jetzt keine Zeit mehr "für taktische Manöver" oder nationale Vorwände. "Ein Erfolg ist in Kopenhagen notwendig. Es gibt keinen Plan B." Er gehe davon aus, dass es kein Scheitern und auch keinen Aufschub geben werde. "Kopenhagen wird zum historischen Wendepunkt im Kampf gegen die Erderwärmung werden."