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09. Februar 2010
 

heute-Nachrichten

 
Polizisten werden gegen Schweinegrippe geimpft. Quelle: dpa

Lieferprobleme: Polizisten und Bürger warten auf Schweinegrippe-Impfung

Rösler: Pharmaindustrie muss Impfstoff produzieren

Sie sollten mit als erste gegen die Schweinegrippe geimpft werden: Polizisten und Grenzschützer. Doch der Schutz für die Bundespolizei verzögert sich jetzt offenbar. Es gebe Lieferprobleme. Auch in vielen Bundesländern kommt es zu Engpässen.

 
 
 

Erst ab dem 16. November beginne die Impfaktion für die an Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen eingesetzten Sicherheitskräfte, schreibt die "Rhein-Zeitung". Wie auch die Bundeswehr erhielten die Grenzschützer den Impfstoff ohne Wirkverstärker. Von den 41.000 Mitarbeitern der Bundespolizei sind 33.000 Polizisten.

In den vergangenen Tagen hatte es aus einigen Bundesländern Berichte über regionale Engpässe bei der Impfstoffversorgung gegeben. Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums, das derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hat, haben die Länder seit dem Start der Impfungen bisher nur etwa 1,5 Millionen Impfdosen erhalten und damit etwa die Hälfte der ursprünglich in Aussicht gestellten Menge. Der Hersteller GlaxoSmithKline begründete die zunächst geringeren Liefermengen unter anderem mit dem komplizierten Produktionsprozess, der inzwischen allerdings umgestellt worden sei.

 

Stuttgart wartet auf Impfstoff

Auch in Baden-Württemberg müssen viele auf die Impfung warten. "Wir haben vom Hersteller viel weniger Impfstoff erhalten als geplant", sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums in Stuttgart. In den ersten drei Wochen der Kampagne, die am 26. Oktober begonnen hat, seien zusammen nur 516.000 anstatt 900.000 Dosen geliefert worden.

 

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline, bei dem das Land insgesamt 6,35 Millionen Dosen geordert hat, kann nicht im gewünschten Tempo den Stoff gegen das H1N1-Virus herstellen. Risikogruppen wie chronisch Kranke werden zuerst versorgt. Die Impfwilligen müssen sich an die niedergelassenen Ärzte wenden. Anders als in einigen anderen Bundesländern gibt es in Südwesten keine Impfungen bei den Gesundheitsämtern.

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Gesundheitsminister treffen sich

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will bei einem Treffen mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern über Probleme bei der Schweinegrippe-Impfung sprechen. Rösler sagte der "Bild"-Zeitung vom Samstag, er werde in der kommenden Woche die Landesgesundheitsminister zum Gespräch nach Berlin bitten, "um herauszubekommen, wo es mögliche Schwachstellen zum Beispiel bei der Versorgung mit Impfstoff geben könnte". Zuvor soll es bereits am Montag eine Telefonkonferenz zu dem Thema geben. "Unser Ziel ist, gemeinsam für den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung zu sorgen", sagte Rösler.

 

Schub an Impfwilligen in Sachsen-Anhalt

Wegen Lieferschwierigkeiten des Herstellers ist auch in Sachsen-Anhalt Impfstoff gegen die Schweinegrippe knapp. Von den angeforderten 1,5 Millionen Dosen Pandemrix seien bislang erst 120.000 eingetroffen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Holger Paech. "Der Impfstoff lässt sich offenbar nicht so schnell fertigen wie ursprünglich geplant."

Zugleich habe es in den vergangenen Tagen - vermutlich wegen der Schulschließungen im Land - einen "deutlichen Schub" an Impfwilligen gegeben. Seit dem Start der Impfaktion vor knapp zwei Wochen ließen sich laut Ministerium 42.000 Menschen in Sachsen-Anhalt immunisieren.

 

Rösler: Pharmaindustrie in der Pflicht

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat die Pharmaindustrie ermahnt, ihren Verpflichtungen nachzukommen und genügend Impfstoff gegen die Schweinegrippe zu produzieren. "Wichtig ist jetzt, dass die Industrie den Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellt", sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" laut Vorabmeldung.

 

Wegen der Verbesserung des Produktionsverfahrens sei es gelungen, die Ausbeute zu erhöhen. Die europäische Arzneimittelbehörde habe dem zugestimmt. "Ich hoffe, dass die Industrie bald die avisierten Produktionsmengen liefern kann", sagte Rösler. Die Situation in den Ländern werde sich entspannen.