Hauptnavigation:

Sie sind hier:

22. März 2010
 

heute-Nachrichten

 
Angela merkel mit dem Deutschen Medienpreis. Quelle: dpa

Kanzlerin erhält Deutschen Medienpreis

Merkel: "Freie Medien sind ein besonderes Kulturgut"

Die politischen Entscheidungen von Angela Merkel seien von der Würde und den Rechten des Individuums geleitet. Damit begründete die Jury des Deutschen Medienpreises 2009 die Auszeichnung der Kanzlerin, die ihr in Baden-Baden verliehen wurde.

 
 
 
 

Die CDU-Vorsitzende hob die Bedeutung der Medien beim Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren hervor. Die Informationen seien damals nicht aufzuhalten gewesen. "Medien sind Motoren der Willensbildung in Staat und Gesellschaft", sagte sie. Sie hätten den Menschen damals Mut gemacht. "Freie Medien sind ein besonderes Kulturgut."

 

"Gelegentlich etwas störrisch"

Merkel sagte, Politik und Medien seien feste Bestandteile der demokratischen Ordnung und eine Verantwortungsgemeinschaft. Ihr eigenes Verhältnis zu den Medien beschrieb sie so: "Der Ruf an der Stelle ist schlechter als die Wahrheit." Sie glaube, sie sei gelegentlich etwas störrisch zu den Medien.

 

Opernstar Anna Netrebko bezeichnete die Kanzlerin in der wohl kürzesten Laudatio des Deutschen Medienpreises als "wunderbare Frau" und "starke Politikerin". Sie bewundere Merkels "Intelligenz, ihre Sensibilität und auch ihre Diplomatie". Die Laudatorin sang für die CDU-Politikerin auch ein Lied, das sie für sie persönlich ausgewählt hatte. Für Netrebko war es den Angaben zufolge das erste Mal, dass sie zu einem offiziellen Anlass eine Rede hielt.

 

Begründung: Mensch im Mittelpunkt

Die Jury begründete die Auszeichnung Merkels mit den Worten: "Im Mittelpunkt ihres politischen Denkens und Handelns steht stets der Mensch. Die Würde und die Rechte des Individuums leiten Angela Merkel bei ihren politischen Entscheidungen, die geprägt sind von Berechenbarkeit und Verlässlichkeit." In der Außenpolitik verfolge die Kanzlerin einen Kurs, "der die Partnerschaft in den Vordergrund stellt, ohne dass sie die manchmal notwendige Konfrontation scheut."

 

Ihr Einsatz für Menschenrechte, für die Wahrung der Schöpfung und eine freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung habe ihre Wurzeln in der Biografie Merkels, heißt es weiter. Die Jury besteht nach Angaben von Media Control aus Chefredakteuren der reichweitenstärksten Medien. US-Außenministerin Hillary Clinton gratulierte in einer Videobotschaft Merkel. Sie habe sich in ihrer Arbeit für die Einigung in Europa eingesetzt, sagte Clinton.

 

Undotierter Preis

Der undotierte Preis in Form einer Skulptur ist von dem Medienunternehmer Karlheinz Kögel gestiftet worden. Seit 1992 werden Persönlichkeiten geehrt, die Gesellschaft oder Politik wesentlich geprägt haben. Zu der Preisverleihung waren etwa 150 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur geladen. Zu den Preisträgern der letzten Jahre gehören Gerhard Schröder, Helmut Kohl, Nelson Mandela, François Mitterrand, Jassir Arafat, Yitzhak Rabin, Kofi Annan, König Juan Carlos von Spanien und auch Bill Clinton. Im letzten Jahr wurde der Dalai Lama ausgezeichnet.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg

ZDFmediathek