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12. März 2010
 

heute-Nachrichten

 
Screenshot Star Trek Online. Quelle: Cryptic Entertainment
Zwischen Raumschlacht und Außenmission: eine Million Enterprise-Captains?

Einmal Kirk spielen dürfen

"Star Trek Online" dringt in neue Dimensionen vor

von Anatol Locker

Das Internet: unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2010. Im Online-Rollenspiel "Star Trek Online" dringt der Star-Trek-Fan in Galaxien vor, die er nie zuvor gesehen hat. Aber: Macht das auch Spaß?

 
 
 

1972 strahlte das ZDF "Raumschiff Enterprise" im Vorabendprogramm aus. Eine Generation Kinder saß mit offenen Mündern vor der Flimmerkiste. Aliens aus dem Jahre 2265! Phaserstrahlen statt Revolverkugeln! Beamen statt Pferdkutsche! Und vor allem: ein Raumschiff mit einer schneidigen Crew! Und wenn Wissenschaftsoffizier Spock die vulkanische Augenbraue hochzog, träumten kleine Jungen und Mädchen davon, einmal an Bord der Enterprise beamen zu dürfen.

 

Der Kindertraum wird wahr

Inzwischen sind nicht nur die Kinder groß, auch "Raumschiff Enterprise" ist erwachsen. Das Star Trek-Universum besteht aus sechs TV-Serien mit 726 Folgen, elf Spielfilmen, Romanen, Comics, Computerspielen und allerlei Merchandising. Nun kommt eine neue Facette dazu, die den alten Kindertraum wahr werden lässt: ein Online-Rollenspiel.

 

In "Star Trek Online" streiten Menschen, Klingonen, Vulkanier, Andorianer und Borg um Platz und Einfluss im Weltraum. Das Massive-Multiplayer-Online-Game (MMO) spielt etwa 30 Jahre nach dem Kinofilm "Star Trek: Nemesis". Der Spieler startet als unerfahrener Captain, stellt seine Crew zusammen und unternimmt unter den Fittichen von Mr. Spock erste extraterrestrische Flüge.

 
Screenshot Star Trek Online. Quelle: Cryptic Entertainment
Cryptic Entertainment
Alle Ethnien sind gleich, manche sind gleicher: Wer einen Klingonen in "Star Trek Online" spielt, zahlt extra.
 

Je cleverer er sich anstellt, desto eher wird er Sternenflotten-Admiral oder klingonischer Warlord. Natürlich ist der Spieler nicht alleine im Weltall: Unzählige Captains / Spieler tummeln sich im Weltraum. Viele Missionen und Raumschlachten lassen sich nur gemeinsam bewältigen, wie bei Online-Rollenspielen üblich.

Klingonen kosten extra

"Star Trek Online" ist ein Schwergewicht der MMO-Szene. Die Softwarefirma "Cryptic Studios" gehört nicht zu den Top-Playern der Szene, bewies aber mit "Guild Wars" ihr Können. Und Lizenzgeber Paramount achtete akribisch darauf, dass sich alles nach "Star Trek" anfühlt. Grafik und Soundkulisse sind exzellent.

Derzeit führen eine Million Spieler ihr eigenes Sternenflotten-Raumschiff, erforschen Planeten oder zerbröseln Borgschiffe mit Photonentorpedos. Was dazu führte, dass die Server zum Start heillos überlastet waren. Eine Million Spieler, das klingt respektabel. Aber man sollte bedenken, dass "World of Warcraft"-Spieler nach fünf langen Jahren Abwechslung suchen. Außerdem gehen MMO-Spieler meist so schnell, wie sie gekommen sind - ein übliches Verhalten der Szene. Zusätzlich startet bald der Konkurrent "Star Wars: The Old Republic". Die haben zwar keine Phaser, aber schicke Laserschwerter.

Was die Fans erbost, ist die Preispolitik, die so gar nicht mit den hehren Föderations-Zielen von Gleichheit und Brüderlichkeit in Einklang bringen lassen: 60 Euro kostet das Grundspiel, zehn Euro Monatsgebühr werden monatlich fällig. Aber: Wer einen Klingonen oder Ferengi spielen will, zahlt ein bis drei Dollar extra.

Warpdrive mit Handbremse

Und wie spielt sich das Raumschiff-Epos? Jörg Langer, Chefredakteur des Online-Spielemagazins "Gamers Gobal", meint: "Man sollte schon Fan sein, um die Feinheiten des Spiels und das authentisch umgesetzte Szenario zu genießen. Auch wenn "Star Trek Online" ein gelungenes Tutorial hat, muss der Spieler sehr viel Geduld mitbringen, um sich ins Spiel einzufinden."

 

Formulieren wir es so: Was Zeitreisen für schwache Sci-fi-Drehbücher sind, ist für Spiele der Patch. Mit beiden kann man Ungereimtheiten prima ausbügeln. Und den ein oder anderen Patch kann "Star Trek Online" durchaus vertragen, bevor das Spiel auf Warp gehen kann.

 
 
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