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22. März 2010
 

heute-Nachrichten

 
Ares I-X. Quelle: ap

Ares I-X soll Shuttles beerben

NASA testet neue Rakete

von Meike Srowig

Die NASA hat den Test für die veralteten Space Shuttles verschoben. Ares I-X sollte nur kurz fliegen, aber lang genug, um Erkenntnisse für zukünftige, längere Missionen zum Mond oder gar zum Mars zu bringen. Schlechtes Wetter verhinderte den Start.

 
 
 
 

Wer eine lange Reise machen will, der braucht ein gutes Fahrzeug. Das gilt auch für die Raumfahrt. Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat sich für ihre Reisen weite Ziele gesteckt: Bis 2020 will man bis zum Mond und zehn Jahre später sogar bis auf den Mars. Allein mit den Fahrzeugen hapert es in letzter Zeit. Die Space Shuttles, die lange Zeit die Flüge ins All unternommen haben, sind in die Jahre gekommen und eigentlich hat die NASA beschlossen, sie nächstes Jahr auszurangieren.

40 Kilometer, 300 Millionen Euro

Nur ein Nachfolger ist so schnell nicht startklar. Denn was da seit einer Woche auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida steht, ist lediglich der erste Teil. Ares I-X ist ein Testflug einer ganz neuen Raketengeneration. Der erste Flug soll nur 40 Kilometer weit gehen, dann soll die Rakete in den Atlantik zu stürzen. Von dieser kurzen Reise erhoffen sich die Wissenschaftler der NASA jedoch viel. 700 Sensoren sollen Borddaten zu den Ingenieuren senden, die dann wiederum ausgewertet werden sollen. 300 Millionen Euro kostet dieser kurze Testflug.

 

Ob die NASA wirklich alle relevanten Daten durch diesen Testflug bekommen wird, ist ungewiss. Kritiker bemängeln, dass der Flug Ares I-X mit nur vier Boostersegmenten geplant ist, später sollen es aber einmal fünf sein. Das würde das Flugprofil stark verändern und zu ganz anderen Daten führen.

 

Aber bei der NASA glaubt man an den Testflug Ares I-X. Dazu kommt: In den vergangenen Wochen ist der Erfolgsdruck gestiegen. Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte eine Kommission eingesetzt, die alle laufenden und geplanten Programme der NASA unter die Lupe nehmen sollte. Das vernichtende Urteil: Die NASA kann sich Ausflüge zu Mond und Mars nicht leisten.

Abhängig von russischen Sojus-Raketen

Dabei geht es gar nicht nur um diese fernen Ziele. Vielmehr müssen sich die Amerikaner in Zukunft auf die russische Fahrzeugflotte, die Sojus-Raumschiffe, verlassen, wenn sie auch nur bis zur Internationalen Raumstation ISS wollen. Schon denkt man in den USA darüber nach, die Shuttles möglicherweise doch ein wenig länger in Betrieb zu lassen.

Denn Ares I-X ist nur der Testflug im Rahmen des Constellation-Programms. Die Ergebnisse sollen in die Entwicklung von Ares I einfließen. Dieses ist eine leichte Trägerrakete für den Transport des Raumschiffs Orion, in dem Astronauten zur ISS oder noch weiter gebracht werden sollen. Ab 2016 soll sie im Einsatz sein können. Eine lange Zeit, in der die Amerikaner ohne eigene Transportsysteme sein werden.

 

Lastwagen fürs All

Aber bei der NASA plant man schon weiter. Nachdem der ehemalige US-Präsident George W. Bush in seiner Amtszeit angekündigt hatte, dass man auch den Mond nach 40 Jahren wieder ins Visier nehmen werde, soll es nicht nur Ares I, sondern auch Ares V geben. Sie ist so etwas wie der Lastwagen der zukünftigen Transportflotte und soll irgendwann einmal Mond und Mars ansteuern. Ein erster Testflug ist für 2018 geplant. Wenn es denn genügend Geld dafür gibt.

 
 
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