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23. Februar 2012
 

heute-Nachrichten

 
Feuerwehrleute und Ölbarrieren vor dem Wrack der "Costa Concordia". Quelle: dpa
Ölbarrieren vor dem Wrack der "Costa Concordia"

Vierter deutscher "Concordia"-Toter identifiziert

Schwere Vorwürfe gegen Kapitän bei Anhörung in Rom - Wasserverschmutzung steigt

Anhörung zur "Costa Concordia" in Rom: Hätte der Kapitän schneller Alarm geschlagen, hätte es wohl keine Toten gegeben, erklärte das zuständige Hafenamt. Die Zahl der toten Deutschen stieg auf vier, und die Wasserverschmutzung vor Giglio wird heikel.

 
 
 

Acht weitere deutsche Staatsangehörige werden noch vermisst, teilte das Auswärtige Amt mit. Erst am Mittwoch waren das zweite und dritte Todesopfer aus Deutschland identifiziert worden.

Meeresparadies bedroht

Im Meeresnaturschutzgebiet vor der italienischen Küste sind erste Verschmutzungen gemessen worden. Das Meerwasser um die Insel Giglio ist mit zwei bis drei Milligramm Tensiden pro Liter verschmutzt, während die Konzentration in der Region für gewöhnlich gegen null tendiert, wie die Umweltbehörden der Toskana mitteilten. Damit herrscht in dem Meeresparadies, das vom Tourismus und der Fischerei lebt, ein Grad an Verschmutzung wie an Industriehäfen, etwa dem in Marghera nahe Venedig.

 

Die Situation sei zwar noch "tragbar", aber für ein Meeresnaturschutzgebiet dennoch "heikel", sagte der Sprecher der italienischen Sektion der Umweltorganisation WWF, Gaetano Benedetto. Er zeigte sich besonders besorgt über feuerbeständige Flüssigkeiten an Bord des Wracks, Batterieflüssigkeiten, Öle, Reinigungs- und Lösungsmittel.

 

Verschmutzung behindert Rettungskräfte

Neben Müll, Putzmittel und Farbe befinden sich auch immer noch fast 2.400 Tonnen Treibstoff in der "Costa Concordia": Das Schweröl, das das Toskanische Archipel bedroht, kann erst in den nächsten Tagen abgepumpt werden.

 

Die einsetzende Verschmutzung des Wassers erschwert auch die Suche nach den Vermissten. Die Gesundheitsbehörden von Grosseto auf dem italienischen Festland untersagten den Einsatzkräften auf den Decks D und E zu arbeiten, bis für diese Bereiche mikrobiologische Analysen vorliegen. Aus Sicht von Einsatzleiter Franco Gabrielli gab es kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Dazu wäre "ein Wunder nötig", sagte er. Gabrielli geht davon aus, dass einige Leichen vermutlich erst gefunden werden, wenn das Schiff entweder wieder flottgemacht oder in Teile zerschnitten wird.

 

Kapitän immer mehr unter Druck

Derweil gerät der Kapitän der "Costa Concordia" immer mehr unter Druck: Verantwortung für den Schiffbruch liege "mit Sicherheit" bei Francesco Schettino, sagte der Generalkommandant des zuständigen Hafenamtes, Admiral Marco Brusco in einer Anhörung des Senats in Rom. Bei einem rechtzeitigen Alarm hätte es wahrscheinlich keine Toten gegeben. Schettino habe bei der Havarie vor zwei Wochen eine "kostbare Stunde" für die Rettung der etwa 4.200 Passagiere und Crewmitglieder verstreichen lassen. 16 Tote wurden bisher geborgen, nochmal so viele werden vermisst.

 

Die "Costa"-Reederei widersprach Schettino auch in dem Punkt, dass ein Manager die Unglücks-Route nahe der Insel Giglio verlangt habe. "Dieses Manöver war nicht autorisiert. Wir waren darüber nicht informiert", sagte "Costa"-Chef Pierluigi Foschi im Senat. Schettino habe das allein entschieden

 
 
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