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09. Februar 2010
 

heute-Nachrichten

 
Gamepad. Quelle: imago

Spiel mit mir

Die richtige Steuerung
für PC-Spieler

von Georg H. Przikling

Wer gerne am Computer spielt, braucht die geeigneten Eingabegeräte. Ein Experte verrät, was Maus, Tastatur und Gamepad können müssen, damit es fürs virtuelle Siegertreppchen reicht.

 
 
 

Mit 250 Sachen nähert sich der Ferrari der Kurve. Doch was ist das? Von hinten prescht ein anderes Fahrzeug heran, drängt den Flitzer ab. Zum Gegensteuern bleibt keine Zeit mehr, der Rote aus Italien gerät ins Schlingern - und hebt ab. Motorengeheul, ein übler Aufschlag. "Game over" erscheint auf dem Monitor. Dieses Computerrennen geht klar an den PC-Gegner.

Die Wahl der Waffen

Ein gutes Gamepad mit vielen Knöpfchen hätte die Niederlage bestimmt verhindert. Die 08/15-Tastatur dagegen, die beim Schreiben und Surfen stets gute Dienste leistet, hat einmal mehr gezeigt, dass sie als Spielsteuerung nur zweite Wahl ist. Höchste Zeit, dass aufgerüstet wird.

 

Doch was müssen Tastatur, Maus, Gamepad & sonstige Eingabegeräte eigentlich können, damit man mit ihnen gut spielen und siegen kann? Billig sind spieletaugliche Eingabegeräte jedenfalls nicht. Eine gute Spiel-Maus von bekannten Herstellern wie Microsoft, Razer oder Roccat beispielsweise kostet locker fünfzig oder mehr Euro. Verständlich, dass man da nicht zum falschen Modell greifen will.

 

Maus besser mit Kabel

Florian Holzbauer weiß Rat. Für Spieler, so sagt der Redakteur der Computerzeitschrift "Chip" mit Blick auf die elektronischen Nagetiere, sind kabelgebundene Mäuse immer noch die beste Lösung. Anders als Funkmäuse weisen sie nämlich keinerlei Verzögerung auf (die Bewegung der Spielerhand wird sofort auf dem Monitor umgesetzt), zum anderen besteht keine Gefahr, dass "der Akku in einem hitzigen Gefecht plötzlich leer wird."

 

Was die Auflösung und somit die Präzision betrifft, rät der Hardware-Experte zu einem Modell, bei dem sich diese auch während des Spiels ("on the fly") höher oder niedriger einstellen lässt. Der Grund: "So kann jeder Spieler schnell herausfinden, welche Auflösung am besten geeignet ist für die eigene Spielweise", sagt Holzbauer. Von Mäusen, die sich mittels Zusatzgewichten beschweren lassen, hält er dagegen wenig. Die seien allenfalls für Profispieler sinnvoll, "um die eigene Spielweise bis auf die Zahl hinter dem Komma zu optimieren."

 

Tastaturen sind hart im Nehmen

Eine Tastatur nur zum Spielen hält der "Chip"-Redakteur ebenfalls nicht für zwingend notwendig. Zwar seien Gamer-Tastaturen für höhere Belastungen ausgelegt, so der Hardware-Experte im Gespräch mit heute.de. Die meisten Tastaturen, egal ob billig oder teuer, hielten dem Druck der Spiele aber stand: "Ausfälle konnten wir in unserem Testcenter nur sehr, sehr selten feststellen."

 

Einen guten Grund, zum Spezial-Keyboard zu greifen, gibt es dann aber doch. Und das sind die zahlreichen, frei belegbaren Sondertasten, die sie mitbringen. Auf ihnen kann der Spieler häufig genutzte Befehlsfolgen abspeichern, um sie während des Spiels mit einem Fingerdruck abzurufen. Diese Möglichkeit kann in bestimmten Spielsituationen, in denen es schnell gehen muss, durchaus über Sieg oder Niederlage entscheiden.

 

Joystick nur für Retro-Gamer

Noch besser als die Kombination aus Maus und Keyboard ist nur noch das Gamepad, das sich beispielsweise für Jump-and-Run-Spiele gut eignet. Das gilt aber nur, wenn es einigermaßen hochwertig verarbeitet ist, um präzises Spielen zu ermöglichen.

 

Und wer braucht Lenkrad und Joystick? "Kurz und schmerzlos: Quasi niemand", lautet Holzbauers hartes Urteil. "Ein Lenkrad will in erster Linie ein realitätsnahes Fahrgefühl simulieren, ohne dabei an die Präzision eines Gamepads heranzukommen. Wer sich also 'wie im Cockpit' fühlen will, darf zugreifen. Alle anderen sollten die Finger davon lassen."

 

Am guten alten Joystick lässt der Fachmann auch kein gutes Haar. Der richtet sich seiner Ansicht nach "...eher an die Retro-Gamer, die schon vor zehn oder 20 Jahren gespielt haben. Wer mit Wehmut zurückblickt, bekommt hier sicherlich feuchte Augen; alle anderen haben vom Joystick wenige handfeste Vorteile."