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Senegal: Youssou N'Dour nicht zur Wahl zugelassen Amtsinhaber Wade darf kandidieren: Ausschreitungen in Dakar Der Weltmusiker Youssou N'Dour ist wieder gescheitert und darf sich nicht um das Präsidentenamt im Senegal bewerben. Zugelassen wurde dagegen Amtsinhaber Wade. Daraufhin kam es in der Hauptstadt Dakar zu schweren Ausschreitungen. Laut der Verfassung sind für einen senegalesischen Präsidenten nur zwei Amtszeiten erlaubt. Darüber setzte sich das Gericht hinweg, indem es Abdoulaye Wade jetzt für die Wahl zuließ. Würde er gewählt, wäre dies seine dritte Amtszeit. Ein Polizist getötet Angeblich konnte der 52-jährige Sänger Youssou N'Dour nicht genügend Unterschriften für seine Bewerbungszulassung sammeln. Im Senegal wird am 26. Februar gewählt. Insgesamt akzeptierte das Gericht 14 Bewerber für das Amt des Staatschefs. Bei den Ausschreitungen kam lokalen Medienberichten zufolge ein Polizist ums Leben. Demonstranten hätten Reifen angezündet und Barrikaden errichtet, berichtete die Zeitung "Le Quotidien". Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.
"Kampf ohne Gegner" Bereits im November hatte der Künstler angekündigt, aus dem Musikgeschäft auszusteigen und sich auf die Politik zu konzentrieren. In den vergangen Jahren hatte er sich unter anderem im Kampf gegen Malaria engagiert. Er wollte bereits zum dritten Mal zur Präsidentschaftskanditatur antreten. Er selbst findet: "Ich habe zugehört und antworte positiv auf eure Forderung". Seine Kandidatur bezeichnete N'Dour als "patriotische Pflicht". "Es stimmt, ich habe keine höheren Studien genossen, aber die Präsidentschaft ist eine Funktion und kein Beruf", sagte der weltweit bekannte Sänger, der sich seit langem auch politisch und sozial engagiert. Er beteuerte, keine Mühen zu scheuen, um sich um sich für sein Land einzusetzen. "Mein Leben besteht zu zehn Prozent aus Inspiration und zu 90 Prozent aus Transpiration."
Senegals ungelöste Probleme Jedoch hat Wade im eigenen Land stark an Beliebtheit eingebüßt. Vor allem kritisieren die Bürger, dass er zu viel Zeit im Ausland verbringe. Im Sommer 2009, als sein Land mit anhaltenden Überschwemmungen und Stromausfällen zu kämpfen hatte, verbrachte Wade seinen Urlaub in einer Villa in Frankreich. Die Republik Senegal, die eine Einwohnerzahl von 12.855.155 zählt, liegt in der dürre-anfälligen Sahelzone an der Westspitze Afrikas. Zu den ungelösten Problemen Senegals zählen neben sozialen Verwerfungen die wachsende Einbeziehung in den internationalen Drogenhandel und der seit Jahrzehnten schwelende gewaltsame Konflikt in der nach Unabhängigkeit strebenden Südregion Casamance. Diese Probleme haben sich unter Wade kaum verbessert, Repressalien gegen Oppositionelle und kritischen Journalismus nahmen zu. 28.01.2012 10:30 mit Material von dpa |
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