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Volle Kassen
Zahlt Ihre Krankenkasse auch Geld zurück?
BildBeitragserstattung der Krankenkassen
VideoKorruption im Gesundheitswesen?
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Der Gesundheitsfonds ist gefüllt. Auch die Krankenkassen, die er speist, haben viel Geld auf der hohen Kante. Manche geben es an ihre Versicherten zurück, teils bis zu 120 Euro. Wer an der Prämie teilhaben will, muss vielleicht seine Kasse wechseln.
Nicht alle Krankenkassen zahlen eine Prämie aus. Man muss schon Mitglied einer ausschüttenden Kasse sein, um das Geld beanspruchen zu können. Wer in eine Kasse mit Prämienfluss wechseln will, muss bei seiner bisherigen Krankenkasse bis zum 28. Februar gekündigt haben. In der Regel muss zwei Monate zum Monatsende bei der alten Kasse kündigen, wer in eine andere wechseln will.Fluchtwirkung größer als SogwirkungOb sich das lohnt, ist eine andere Frage. Krankenkassen sollten nicht nur danach beurteilt werden, ob sie eine Prämie auszahlen, sondern auch nach Erreichbarkeit, Service und vor allem den Leistungen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen. In der Branche geht man davon aus, dass die "Fluchtwirkung" von Beitragszuschlägen größer ist als die "Sogwirkung" von Prämien. Dennoch werben die ausschüttenden Kassen auch um neue Mitglieder.
ZDFzoom: Kranke Kassen - 23.15 Uhr
ZDFzoom berichtet heute über "Kranke Kassen - Wettbewerb auf dem Rücken der Patienten". Die Sendung läuft um 23.15 Uhr im ZDF und im Livestream auf www.heute.de
ZDFzoom berichtet heute über "Kranke Kassen - Wettbewerb auf dem Rücken der Patienten". Die Sendung läuft um 23.15 Uhr im ZDF und im Livestream auf www.heute.de
Tipps & Tricks
Tipps zur Beitragsrückerstattung
Zwei Formen der Beitragsrückerstattung gibt es: Einmal als vertragliche Leistung, wenn die Kasse nicht in Anspruch genommen wurde, der Versicherte also nicht bei Ärzten war oder die Kosten selbst getragen hat, weil sie geringer waren als Beitragsrückerstattung. Oder als Teilhabe an Überschüssen, die sich in der Krankenkasse angesammelt haben und das gesetzliche Maß übersteigen. Dann können Kassen Prämien, Dividenden oder Beitragsrückerstattungen ausschütten.
Prämien erhalten in der Regel nur die Beitragszahler, nicht die beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen. Oft wird die Prämie per Scheck ins Haus kommen. Denn die Kassen kennen in der Regel die Kontoverbindungen ihrer Versicherten nicht.
Tipps II
Auch das Finanzamt ist interessiert, wenn Beitragsrückerstattungen und Prämien fließen. Denn entsprechend geringer fallen die steuerlich anerkannten Vorsorgeausgaben aus.
Frei verfügbar ist das Geld, was aus Beitragsrückerstattungen fließt. Es ist nicht zweckgebunden. Man kann das Geld aufs Sparkonto einzahlen oder mit der Familie essen oder ins Kino gehen. Es muss nicht in Vorsorgeuntersuchungen, Sport, Fitness oder sonstige gesundheitsfördernde Aktivitäten fließen.
Rechtzeitig kündigen muss, wer eine Prämie und einer ausschüttenden Kasse beitreten will. Die Mitgliedschaft in der alten Kasse muss mit zwei Monaten Vorlauf zum Monatsende beendet werden, also bis zum 28. Februar. Aber Vorsicht: Nicht jede ausschüttende Kasse ist bundesweit zuständig, manche nur für Beschäftigte bestimmter Firmen. Außerdem sollte die Prämie nicht das einzige Auswahlkriterium für eine Kasse sein.
Gute Finanzlage
Hohe, auch hohe sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat die Einnahmen der Krankenversicherung steigen lassen. Die Beiträge fließen zusammen mit dem Staatszuschuss in den Gesundheitsfonds, der vom Bundesversicherungsamt überwacht wird. Der Fonds dürfte – endgültige Zahlen liegen noch nicht vor - 2012 einen Überschuss von 3,2 Milliarden Euro aufzeigen und die schon vorhandene Liquiditätsreserve auf mittlerweile 12,7 Milliarden Euro getragen haben.
Der Gesundheitsfonds verteilt den größten Teil der Beiträge an die Krankenkassen. Auch die haben Reserven angesammelt. Sie lagen im Sommer bei 12,8 Milliarden Euro, jetzt wohl bei rund 16 Milliarden Euro. In der gesetzlichen Krankenversicherung dürften also rund 29 Milliarden Euro Reserven aufgelaufen sein.
Die Finanzlage sei gut. Das geben auch die zu, die gegen Ausschüttungen sind. Aber die Rücklagen der Kassen reichten gerade mal für die Ausgaben von 29 Tagen, sagen sie. Das sei nicht viel. Dennoch hat der Finanzminister große Augen bekommen.Angeblich plant er, im Jahr 2014 nur zehn statt 14 Milliarden Euro als staatlichen Zuschuss an den Gesundheitsfonds zu überweisen. Das wären nochmals zwei Milliarden Euro weniger als bisher bekannt. Der Staat gleicht mit seinen Zuschüssen die sogenannten versicherungsfremden Leistungen aus, etwa Mutterschutz und Schwangerenvorsorge. Deren Kosten liegen aber bei gut 35 Milliarden Euro, werden also auch ohne gekürzten Staatszuschuss, schon jetzt überwiegend von den Beitragszahlern finanziert.
(Autor: Michael Braun)



