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22.05.2013

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Kamp-Lintfort schließt

Zechensterben - Puls im Pott schlägt trotzdem

  • Video Zeche in Kamp-Lintfort schließt
  • Video Aus für Opelwerk in Bochum
  • Video ThyssenKrupp macht Milliardenverlust
  • VideoZeche in Kampf-Lintfort schließt
    (21.12.2012)
    VideoAus für Opelwerk in Bochum

    Ab 2016 werden am Standort Bochum keine Autos mehr gebaut. Bis zu 3.000 Menschen könnten ihren Job verlieren. Damit werde auf den anhaltenden Verlust in Europa reagiert, hieß es von dem Unternehmen.

    (10.12.2012)
    VideoThyssenKrupp macht Milliardenverlust

    Der Stahlkonzern ThyssenKrupp fährt einen Verlust von 5 Milliarden Euro ein. Von gravierenden Managementfehlern ist die Rede. Die Werke in Brasilien und den USA wurden zum Milliardengrab.

    (11.12.2012)

     von Dorthe Ferber, Düsseldorf

    Der Pott als schwarzes, qualmendes Land - das war einmal. Heute schließt mit der Zeche in Kamp-Lintfort eines der letzten Bergwerke, die Opel-Produktion in Bochum endet, ThyssenKrupp kriselt: Die einstige Wirtschaftsstruktur an der Ruhr gibt es nicht mehr. Was aber kommt danach? 

    In Kamp-Lintfort haben die Kumpel die letzte Kohle kurz vor Weihnachten herausgeholt. Heute macht das Bergwerk West am Niederrhein dicht - 150 Jahre Steinkohle-Tradition sind zu Ende. Die Steinkohle liegt zu tief, ist damit unrentabel im globalisierten Energiemarkt, die Subventionen laufen aus. Das Land von Feuer und Stahl gibt nun endgültig das Rauchen auf.

    Dorthe Ferber, Leiterin des ZDF-Studios Nordrhein-Westfalen

    Region im Wandel

    Und kurz vor Jahresende kommen weitere Hiobsbotschaften: Der Traditions-Autobauer Opel muss seinen Standort in Bochum 2016 schließen – Tausende Arbeitsplätze sind betroffen. Die drohende Schließung des Werks spiegelt den Niedergang einer ganzen Stadt: Mit zehn Prozent liegt die Arbeitslosenquote über der des Landes Nordrhein-Westfalen von 8,3 Prozent und über dem Bundesdurchschnitt von 7,4 Prozent.

    Zudem steckt der Industriekonzern ThyssenKrupp angesichts von Milliarden-Verlusten, illegalen Preisabsprachen und Korruptionsvorwürfen in der schwersten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999. Die einstige Wirtschaftstruktur an der Ruhr gibt es nicht mehr. Was aber kommt danach?

    Dem Ruhrgebiet neues Leben einhauchen

    Wenn es nach den Wirtschaftsförderern geht, soll aus der Asche ein Phoenix entsteigen, jener Wundervogel, der immer wieder zu neuem Leben erweckt wird. Mehr als vier Milliarden Euro haben sie seit Anfang der 1990er Jahre in den Regionalverband Ruhr gesteckt und tatsächlich gibt es auch Ergebnisse: Im Duisburger Hafen gibt's statt Rheinhausen-Stahl nun ein Logistikzentrum mit 4.000 Arbeitsplätzen, gerade sind nochmal 500 von Audi hinzugekommen. Auf das ehemalige Nokia-Gelände in Bochum ist das Medizinunternehmen Roeser gezogen und Bottrop will als "Innovation City" für den ökologischen Umschwung stehen – das Ruhrgebiet ist in ganz Nordrhein-Westfalen die Region mit den höchsten Wachstumsraten.

    Doch so richtig fliegen will der Phoenix dennoch nicht. Die A40 mit ihren Dauerstaus gilt inzwischen als eine Art "Sozialäquator". Gerade im nördlichen Ruhrgebiet sind soziale Brennpunkte entstanden. Stadtteile wie Duisburg-Hochfeld: einst reich dank der pulsierenden Montanindustrie, jetzt dominieren Ein-Euro-Läden, Discounter und das größte Bordell des Ruhrgebiets.

    Der Phoenix muss fliegen 

    Noch gleicht der Ruhrpott eher einem Archipelgebiet als einer blühenden Landschaft. Es gibt ein paar schöne High-Tech-Inseln und viel Brache, auf der noch nichts wächst. Vorbei ist jedenfalls die Gewissheit, dass es den Bergbau immer weiter geben wird, irgendwie, dank Subventionen. Heute macht die Zeche in Kamp-Lintfort dicht, 2018 fließt der allerletzte Euro Kohlesubvention – bis dahin muss der Phoenix fliegen.

    21.12.2012
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