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Nach Gruppenvergewaltigung in Indien
Zwei Angeklagte wollen vor Gericht kooperieren
BildAngeklagte auf dem Weg zum Gericht
VideoVergewaltigung: Freund belastet Polizei
VideoAnklage gegen mutmaßliche Vergewaltiger
Fünf mutmaßliche Peiniger einer jungen Inderin sind erstmals vor Richtern erschienen. Wegen Tumulten im völlig überfüllten Verhandlungssaal fand die Anhörung hinter verschlossenen Türen statt. In der Hoffnung auf mildere Strafen zeigten sich offenbar zwei der Angeklagten zur Zusammenarbeit mit der Justiz bereit.
Der Fall der jungen Inderin, die Mitte Dezember von mehreren Männern vergewaltigt und misshandelt worden war und später an ihren schweren Verletzungen starb, hatte zu wochenlangen Protesten geführt. Jetzt erschienen die mutmaßlichen Täter erstmals vor einem Gericht in Neu-Delhi. Im völlig überfüllten Gerichtssaal kam es zu Tumulten. Richterin Namrita Aggarwal ließ den Verhandlungssaal räumen, da sie um die Sicherheit der Angeklagten fürchtete.Nächste Anhörung am Donnerstag Den Angaben zufolge drängten sich rund 150 Menschen in einen für 30 Plätze vorgesehenen Saal, darunter Dutzende Anwälte und Journalisten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Die fünf Männer zwischen 18 und 35 Jahren wurden abgeschirmt von der Öffentlichkeit ins Gericht gebracht, die kurze Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Viele Menschen hatten öffentlich die Todesstrafe gefordert.Jedem Angeklagten sei eine komplette Anklageschrift übergeben worden, sagte Richterin Aggarwal vor Journalisten. Für Donnerstag wurde die nächste Anhörung angesetzt. Wie aus Gerichtskreisen verlautete, zeigten sich zwei der Angeklagten kooperativ und wollten als Zeugen auftreten. Den Männern werden unter anderem Mord, Vergewaltigung, Entführung und Raub vorgeworfen. Damit droht ihnen die in Indien allerdings selten angewandte Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft hatte am Wochenende erklärt, klare DNA-Beweise gegen die Angeklagten zu haben.Insgesamt sechs VerdächtigeInsgesamt sechs Männern wird vorgeworfen, Mitte Dezember eine 23-jährige Studentin in einem Bus in Neu-Delhi vergewaltigt, schwer misshandelt und anschließend mit ihrem Freund aus dem Fahrzeug geworfen zu haben. Die junge Frau war Ende Dezember an den Folgen des Übergriffs gestorben. Einer der Verdächtigen ist 17 Jahre alt und dürfte vor ein Jugendgericht kommen.
Vor dem Gericht im Hauptstadtbezirk Saket protestierten zahlreiche Anwälte gegen die Entscheidung zweier Kollegen am Obersten Gerichtshof, die sich zur Verteidigung der Angeklagten bereit erklärt hatten. Sämtliche bei der Anwaltskammer des Bezirks zugelassene Anwälte hatten die Verteidigung der Männer abgelehnt. Jeder verdiene "einen angemessenen Prozess", verteidigte einer der Anwälte seine Bereitschaft, die Vertretung der Beschuldigten zu übernehmen.
Normalerweise vergehen in Indien nach einem Verbrechen Monate oder sogar Jahre bis zu einem Prozess. Zudem ist sexuelle Gewalt gegen Frauen in der indischen Gesellschaft noch immer an der Tagesordnung. Im Fall der jungen Inderin war wegen des Aufruhrs nach der Tat ein Schnellgericht eingesetzt worden. Rechtsexperten rechnen aber damit, dass die Richterin den Fall bald an ein höheres Gericht übergibt.
Vater gibt Namen des Opfers preisDer Vater der Inderin gab unterdessen die Identität seiner Tochter preis. "Wir möchten, dass die Welt ihren wahren Namen erfährt", sagte er der britischen Boulevardzeitung "Sunday People", die den Namen des Vaters und der Tochter druckte. "Ich bin stolz auf sie. Ihren Namen zu enthüllen, wird anderen Frauen Mut machen, die solche Angriffe überlebt haben." Das indische Gesetz verbietet es, die Identität der Opfer von Sexualverbrechen zu nennen.



