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Kolumbien

Zwei Deutsche in Geiselhaft

  • Bild ELN-Guerillas
  • BildELN-Guerillas
    kolumbianische Eln-Guerilla / Quelle: dpa

    Kämpfer der Terrororganisation bringen sich in Stellung

    (Quelle: dpa)

    Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass zwei Deutsche in Kolumbien gegen ihren Willen festgehalten werden. "Bei den beiden deutschen Staatsangehörigen handelt es sich um Rentner, die als Touristen in der Region unterwegs waren", sagte eine Sprecherin. 

    Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat wegen der Entführung in Kolumbien den Krisenstab eingeschaltet. Die Guerillagruppe der Nationale Befreiungsarmee (ELN) hatte gestern die Festnahme zweier Deutscher gemeldet. Die Männer seien in Catatumbo nahe der Grenze zu Venezuela gefangengenommen worden, erklärten die Entführer. Sie würden als Geheimagenten betrachtet, weil sie ihren Aufenthalt in der Gegend nicht hätten erklären können. Die Namen der Männer veröffentlichte die ELN im Internet.

    Zweite Entführung

    Es ist die zweite Entführung von Ausländern innerhalb eines Monats durch die schätzungsweise 3.000 Mann starke zweitgrößte Guerillagruppe des südamerikanischen Landes. Zuvor hatte die Guerillagruppe sechs Mitarbeiter einer kanadischen Bergbaufirma entführt, darunter einen Kanadier und zwei Peruaner.

    Manuel Santos / Quelle: reuters

    Präsident Santos
    Quelle: reuters

    Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos rief die ELN auf, alle ausländischen Geiseln freizulassen. "Wer soll denn glauben, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionieren? Das ist ein Vorwand, den hier niemand akzeptieren oder verstehen kann", sagte er in einer Rede.

    Die Guerilla hatte zuletzt den Druck auf die Behörden erhöht. Offenbar will sie an den Friedensverhandlungen der Regierung mit den Farc-Rebellen (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) teilnehmen. Die USA und die Europäische Union sehen in der ELN eine Terrororganisation.

    Die Nationale Befreiungsarme

    Die ELN (Nationale Befreiungsarmee) ist die zweitgrößte Guerilla des Landes, sie soll rund 3.000 bewaffnete Kämpfer zählen. Im Gegensatz zur marxistischen FARC, der mit Abstand größten Guerillagruppe, ist die ELN nicht an den Friedensgesprächen beteiligt, die seit November in Kuba stattfinden.

    Die ELN wurde vor rund 50 Jahren von radikalen katholischen Priestern gegründet, die sich an dem kubanischen Revolutionshelden Ché Guevara orientierten. In den 90er Jahren versuchte die Guerilla mit zahlreichen Entführungen die damaligen Regierung unter Präsident Andrés Pastrana zu Friedensverhandlungen zu drängen. Später wurden die Aufständischen von der Armee und rechtsextremen Paramilitärs zurückgedrängt.

    Im Bürgerkrieg zwischen Armee, Guerilla und rechtsextremen Paramilitärs wurden in Kolumbien jedes Jahr Tausende Menschen getötet. Bis zu fünf Millionen Menschen wurden von ihrem Land vertrieben.

    05.02.2013, Quelle: dpa,afp,epd
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