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Abgas-Skandal Ex-VW-Chef Winterkorn offenbar früher informiert

BildMartin Winterkorn
Martin Winterkorn

Hat der Ex-VW-Chef Martin Winterkorn bereits zwei Wochen vor Bekantgabe von den Manipulationsvorwürfen gewusst?

(Quelle: reuters)

VideoRückrufaktion bei VW angelaufen
Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an.

Bei VW läuft heute die größte Rückrufaktion in der Konzerngeschichte an. Rund 2,4 Millionen VW-Besitzer werden gebeten, die Abgasmanipulierten Dieselautos umrüsten zu lassen.

(02.02.2016)

VideoErkenntnisse zum VW-Skandal
Durchführung eines Abgastests.

Als die VW-Abgas-Affäre aufflog, bestritt Winterkorn davon gewusst zu haben. Die Bild am Sonntag meldet jetzt: Der ehemalige Konzernchef sei frühzeitig darüber informiert worden.

(14.02.2016)

Die Frage, wer wann was wusste, beschäftigt bei der Diesel-Gate-Affäre noch immer die Behörden: Jetzt soll einem Zeitungsbericht zufolge der damalige VW-Chef Winterkorn bewusst die Aktionäre nicht informiert haben. 

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen erhärtet sich einem Zeitungsbericht zufolge der Verdacht, dass der Konzern gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen hat. Ein VW-Manager habe dem damaligen VW-Chef Martin Winterkorn in einem Brief vom 4. September 2015 informiert, dass Führungskräfte des Autobauers am 3. September bei einem Treffen mit der US-Umweltbehörde CARB den Einsatz von Manipulationssoftware zugegeben hätten, berichtete die "Bild am Sonntag" vorab.

VW bestreitet den Vorwurf

Der Brief sei hausintern direkt an Winterkorn gegangen. Die Öffentlichkeit erfuhr erstmals am 18. September von Manipulationen, als die US-Umweltschutzbehörde EPA erklärte, VW habe vorsätzlich Abgasvorschriften umgangen.

Weitere Links zum Thema
Ein VW-Konzernsprecher sagte am Samstagabend auf Anfrage zu dem Bericht, die Untersuchungen zu den Vorgängen liefen noch. "Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden wir dazu entsprechend informieren. Alle vermeintlich vorliegenden Informationen sind reine Spekulation. Alle Rückschlüsse basieren auf subjektiven Darstellungen und nicht vorhandenen Erkenntnissen der Zusammenhänge."

Keine Stellungnahme von Winterkorn

Die Anwälte von Winterkorn waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
VW selbst hatte erstmalig am 20. September Manipulationen eingeräumt. Am 21. September, dem ersten Börsenhandelstag nach dem öffentlichen Eingeständnis, brach die VW-Aktie um 20 Prozent ein. Am 23. September trat Winterkorn zurück. Ursprünglich war geplant gewesen, seinen Vertrag am 25. September zu verlängern.

Das Wertpapierhandelsgesetz verpflichtet börsennotierte Unternehmen, Informationen, die den Aktienkurs erheblich beeinflussen können, unverzüglich öffentlich zu machen.

28.02.2016, Quelle: reuters
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