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merkzettel

Eskalation in Griechenland Idomeni: "Weitere Konfrontationen" befürchtet

VideoLage an der Grenze eskaliert
Michael Bewerunge an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Mittlerweile sind über 8000 Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze und es werden mehr, so Michael Bewerunge.

(29.02.2016)

VideoTränengas gegen Flüchtlinge
Syrische Flüchtlinge an der Grenze zu Mazedonien in Idomeni am 29. Februar 2016

An der Grenze zu Griechenland stürmen hunderte Flüchtlinge eine Bahntrasse. Tausende Menschen sitzen dort seit Tagen fest. Die Polizei setzt Tränengas ein, so Michael Bewerunge.

(29.02.2016)

VideoProteste in Idomeni
Flüchtlinge an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am 27.02.2016

Sie stehen vor dem Grenzübergang Idomeni in Griechenland und kommen nicht weiter. Über 5.000 Flüchtlinge wollen über die Grenze nach Mazedonien.

(27.02.2016)

VideoFlüchtlinge sitzen fest
Flüchtlinge an der  Balkanroute

Die Balkanroute ist weitgehend geschlossen. Dennoch versuchen weiterhin Tausende, zur Grenze nach Mazedonien zu gelangen. In Griechenland wird der Rückstau an Flüchtlingen immer größer.

(26.02.2016)

Nachdem mehrere Hundert Flüchtlinge mit Tränengas gehindert wurden, die griechisch-mazedonische Grenze zu stürmen, wird das Lager in Idomeni immer voller. Sollte nicht bald etwas geschehen, werde es "garantiert weitere Konfrontationen geben", so ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge. 

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze hat sich am Montag dramatisch zugespitzt: Als Hunderte Flüchtlinge gegen den Grenzzaun anrannten, trieb die mazedonische Polizei sie mit Tränengas und Blendgranaten zurück. Ärzte ohne Grenzen sagte ZDF-Korrespondent Michael Bewerunge, inzwischen säßen über 8.000 Menschen im Grenzgebiet fest. Es genüge ein kleiner Funke, "um die Stimmung explodieren zu lassen", so Bewerunge. "Die Schlangen werden immer länger, man kommt nicht mehr durch." Es müsse dringend etwas getan werden, um den Zustrom zu verringern, sonst werde es "garantiert weitere Konfrontationen geben".

Steine auf Polizei geworfen

Schon in den vergangenen Tagen hatte Menschen in Sprechchören verlangt, die Grenze zu öffnen. Er fühle sich "wie festgenagelt", sagte ein Syrer an der Grenze: "Wir können nicht mehr geduldig sein." Am Montag warfen Protestierende dann auch Steine auf die mazedonische Polizei. Etwa 500 stürmten an der griechischen Polizei vorbei und rissen ein Tor im Grenzzaun ein, durch das normalerweise Züge fahren können. Die mazedonische Polizei versuchte, sie abzuwehren. Informationen über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die mazedonischen Behörden lassen seit Tagen nur noch wenige Flüchtlinge einreisen und über die Balkanroute Richtung Norden ziehen. Sie richten sich laut eigener Darstellung nach Vorgaben Serbiens, das ebenfalls nur noch eine begrenzte Zahl von Durchwanderern akzeptiert, seit Österreich Tageskontingente zur Aufnahme und Durchreise von Asylbewerbern eingeführt hat. Die ganze Balkanroute ist somit weitgehend dicht.

22.000 Flüchtlinge sitzen in Griechenland fest

Bei Idomeni durften zwischen 23:00 Uhr am Sonntag und 4:00 Uhr Montagfrüh etwa 300 Syrer und Iraker nach Mazedonien einreisen. Danach schlossen die Behörden den Übergang. Wie die griechische Polizei mitteilte, harrten zuletzt allein bei Idomeni 6.500 Menschen aus. Weitere 500 seien in einem kurzfristig errichteten Camp rund 20 Kilometer entfernt untergebracht. Insgesamt sitzen nach offiziellen Angaben nun mehr als 22.000 Menschen in Griechenland fest. Denn über die Ägäis landeten zuletzt immer noch Hunderte in Griechenland an und kommen nun nicht weiter.

Weitere Links zum Thema
Die französischen Behörden haben inzwischen mit der Räumung des riesigen illegalen Flüchtlingslagers nahe der Hafenstadt Calais begonnen, wo zuletzt 4.000 Menschen unter katastrophalen Zustände lebten und auf eine Chance zur Überfahrt nach Großbritannien warteten. Arbeiter rissen am Montag nach und nach die Unterstände in dem "Dschungel" genannten Camp ein.

Das Verwaltungsgericht in Lille hatte vergangene Woche entschieden, dass die Hütten abgerissen werden dürfen, nicht aber die in dem Lager entstandenen Gemeinschaftseinrichtungen, darunter Gebetsräume, Schulen und eine Bibliothek. Die Zustände in dem seit Jahren immer weiter gewachsenen Camp galten als katastrophal. Die dort bisher lebenden Menschen sollen in ein anderes Lager in der Nähe gebracht werden.

Flüchtlingsrouten auf dem Balkan

Karte

Kaum Vorankommen über die Balkanroute: Über Mazedonien und Serbien gelangten viele  Flüchtlinge zu den Außengrenzen der Europäischen Union. Nachdem Ungarn seine Grenze zu Serbien geschlossen hatte, brachte Serbien zahlreiche Flüchtlinge nach Kroatien. Kroatien beklagte sich über die enorme Belastung. Ungarn schloss auch diese Grenze. Mittlerweile hat auch Mazedonien die Grenze zu Griechenland weitgehend dicht gemacht. Weitere Länder, darunter Slowenien und Serbien, wollen diesem Beispiel nun folgen.

27.02.2016, Quelle: ZDF, ap
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