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Angebliche Vergewaltigung aufgeklärt "Fall Lisa": 13-Jährige versteckte sich bei Bekanntem

BildProteste Russlanddeutscher
Proteste in Berlin nach einer angeblichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen

Nachdem sich Gerüchte verbreitet hatten, eine 13-jährige Russlanddeutsche sei vergewaltigt worden, demonstrierten zahlreiche Russlanddeutsche in Berlin und forderten Aufklärung. (Archivfoto)

(Quelle: reuters)

VideoAufklärung im Fall Lisa
Russlands Außenminister Sergei Lavrov spricht auf einer Pressekonferenz in Moskau.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ist sich sicher: Die 13-jährige Lisa ist nicht vergewaltigt worden. Ihre Handydaten beweisen, dass sie die vermeintliche Tatnacht bei einem Bekannten verbracht hatte.

(29.01.2016)

VideoStreit um angebliche Vergewaltigung
Demonstration von Russlanddeutschen gegen angebliche Vergewaltigung.

Ärger um die angebliche Vergewaltigung eines deutsch-russischen Mädchens: Während die Berliner Polizei eine Vergewaltigung dementiert, wirft Russlands Außenminister Lawrow den Behörden Vertuschung vor.

(26.01.2016)

Der Fall führte zu politischen Spannungen mit Russland: Eine 13-jährige Russlanddeutsche war 30 Stunden verschwunden - behauptete, Migranten hätten sie entführt und missbraucht. Nun die Aufklärung: Lisa hatte sich wegen Schulproblemen bei einem Bekannten versteckt. 

Der aufsehenerregende Fall einer angeblich entführten und vergewaltigten 13-jährigen Russlanddeutschen in Berlin ist aufgeklärt. Das Mädchen, das mit der erfundenen Geschichte über ihr Verschwinden für Aufruhr sorgte, verbrachte die fragliche Nacht des 11. Januar bei einem Bekannten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe sich wegen Problemen in der Schule offenbar nicht nach Hause zu ihren Eltern getraut. "Sie wollte weg und hat bei ihm Unterschlupf gesucht."

Keine Hinweise auf Sexualstraftat

Hinweise auf den 19-jährigen Bekannten fand die Polizei auf dem Handy des Mädchens. In der Wohnung des jungen Mannes, der noch bei seiner Mutter lebt, seien Sachen des Kindes gefunden worden. Mutter und Sohn seien daraufhin befragt worden. "Es gibt keine Hinweise auf Sexualstraftaten in dem Zusammenhang", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner.

Der Fall hatte unter anderem in den sozialen Medien für Empörung gesorgt, nachdem in einem Bericht eines russischen Fernsehsenders behauptet worden war, die Berliner Polizei vertusche einen Fall von sexueller Gewalt gegen eine russlanddeutsche Minderjährige. Hunderte Russlanddeutsche gingen auf die Straße und demonstrierten für mehr Sicherheit.

Lawrow will mit Steinmeier telefonieren

Moskaus Außenminister Sergej Lawrow hatte sich den Behauptungen angeschlossen und eine Aufklärung des Falles gefordert. Den wiederholten Erklärungen der Berliner Polizei, es gebe keine Hinweise auf eine Vergewaltigung, schenkte Lawrow ebenso wenig Glauben wie zehntausende Internetnutzer.

Weitere Links zum Thema
Nun hat die russische Führung ein Telefonat mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier angekündigt. Das Gespräch werde noch am Freitag erfolgen, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Sie gab deutschen Behörden die Hauptschuld an dem Konflikt zwischen Moskau und Berlin. Lawrow hatte Deutschland mangelnde Transparenz in dem Fall vorgeworfen.

"Jagd auf russische Journalisten"

"Das alles geschah vor dem Hintergrund der massenweisen Vertuschung, was mit vielen Bundesbürgerinnen in verschiedenen Städten Deutschlands geschah", sagte Sacharowa der Agentur Interfax zufolge. Russland habe reagiert auf das "Fehlen einer transparenten Position und auf Versuche, alles zu verschleiern und so zu tun, als sei nichts passiert". Dies sei keine Einmischung in innere Angelegenheiten.

Mittlerweile gebe es eine "Jagd auf russische Journalisten", die "im Rahmen der Meinungsfreiheit" über den Fall berichten würden. Wenn die Behörden von Beginn deutliche Kommentare abgegeben hätten, hätte die Öffentlichkeit auf der Straße nicht Gerechtigkeit fordern müssen.

29.01.2016, Quelle: afp, dpa
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