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Berlin direkt Nahles: Junge Flüchtlinge als demografische Chance

VideoNahles: Junge Flüchtlinge als Chance
Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD)

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge seien unter 25 Jahre, sagt Arbeitsministerin Andrea Nahles im ZDF. Das könne auch "einen Teil unserer demografischen Probleme lösen".

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von Stefanie Reulmann

Arbeitsministerin Nahles zeigt sich optimistisch, dass "die Mammutaufgabe" der Integration funktionieren könne. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge seien unter 25 Jahre alt. Das könne auch "einen Teil unserer demografischen Probleme lösen", sagt die SPD-Politikerin im ZDF. 

Nicht alle Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, sind hoch qualifiziert. Die Bundesagentur für Arbeit geht derzeit davon aus, dass 80 Prozent der Flüchtlinge über keine formalen Qualifikationen verfügen.

Nahles: 30 Prozent mit verwertbaren Qualifikationen

"Es sind nicht nur syrische Ärzte, die kommen, sondern auch Leute mit niedrigen oder kaum vorhandenen Qualifikationen", sagte Arbeitsministerin Andrea Nahles in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Ihr Ministerium gehe davon aus, dass 30 Prozent der Flüchtlinge verwertbare Qualifikationen hätten. Das heiße aber nicht, dass die anderen nichts könnten. Da müsse man eben durch Erprobung oder Praktika herausfinden, wo Qualifikationen oder Begabungen lägen.

Aktuell gibt es laut Nahles es in Deutschland "eine Million offene Stellen und einen Fachkräftemangel". Von den Menschen, die kommen, seien "über 50 Prozent unter 25 Jahre". Das freue sie als Rentenministerin besonders, sagte Nahles. "Wenn es uns gelingt, die auch wirklich in Arbeit zu bringen, dann kann das auch einen Teil unserer demografischen Probleme lösen."

Bundesagentur noch nicht überall präsent

Doch in der Praxis hake es noch an der einen oder anderen Stelle. Die Bundesagentur für Arbeit ist bislang nur in 12 von 44 Erstaufnahmeeinrichtungen präsent, bis Januar sollte diese Lücke eigentlich geschlossen sein. Arbeitsministerin Nahles zeigte sich dennoch optimistisch, dass das noch gelingen kann: "In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind wir bereits in allen Erstaufnahmeeinrichtungen, und das wird jetzt in den nächsten Wochen sukzessive ausgebaut. Da sind wir mit Hochdruck dran."

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Für die Umsetzung gebe es zudem 2.800 weitere Stellen im Bereich der frühen Intervention. Man wolle sich "möglichst frühzeitig" ein Bild davon machen, welche Qualifikationen die Menschen haben und welche Unterstützung noch notwendig sei. Es gebe auch Menschen, "die wir sofort vermitteln können", sagte Nahles.

Nahles: "Wir kommen noch nicht hinterher"

Trotzdem forderte Nahles insbesondere die Innenminister der Länder zu mehr Geduld auf. "Ich möchte ganz klar sagen, dass ja auch die Fallzahlen weiter in die Höhe gegangen sind. Wir haben die Verfahrensdauer bereits deutlich beschleunigen können, aber wir kommen einfach noch nicht hinterher", räumte die Ministerin ein.

06.12.2015
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