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Terror-Anschläge Niederlande warnten Belgien vor Brüssel-Attentätern

BildFlughafen nach der Explosion
Zerstörte Abflughalle im Flughafen von Brüssel

Bei den Anschlägen in Brüssel waren am Dienstag vergangener Woche 32 Menschen getötet worden. Ibrahim El Bakraoui (29) sprengte sich mit einem Komplizen am Flughafen in die Luft, sein Bruder Khalid (27) in der Metro-Station Maelbeek. (Archivbild)

(Quelle: reuters)

VideoBrüssel eine Woche danach
Sicherheitsvorkehrungen in Brüssel.

Nach dem Anschlag mit 35 Todesopfern läuft das öffentliche Leben in der Stadt langsam wieder an. Die U-Bahn fährt mit Einschränkungen. Am schwer beschädigten Flughafen laufen erste Tests.

(29.03.2016)

Video"Mann mit Hut weiter gesucht"
Stefan Leifert (links) und Wolf-Christian Ulrich

"Die Ermittlungen kommen nur schleppend voran. Ein halbes Dutzend Männer sind noch in Untersuchungshaft, es ist aber unklar, welche Verbindungen sie haben", sagt ZDF-Korrespondent Stefan Leifert.

(29.03.2016)

VideoDienste: "Schlecht vernetzt"
Stephan Mayer

"Leider dominieren in vielen Hauptstädten in Europa immer noch nationale Egoismen, wenn es darum geht, sensible Daten auszutauschen", so der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion Stephan Mayer.

(29.03.2016)

Wer wusste was? Seit wann? Und von wem? Gut eine Woche nach den Anschlägen von Brüssel gibt es neue Hinweise auf Pannen bei den Sicherheitsbehörden. Die Niederlande wollen eine Warnung der USA eine Woche vor den Anschlägen an die belgischen Behörden weitergegeben haben. 

Die niederländische Regierung wurde am 16. März von der US-Bundespolizei FBI über den "kriminellen Hintergrund" der Bakraoui-Brüder und den "terroristischen Hintergrund" von Khalid El Bakraoui informiert, wie Justizminister Ard van der Steur am Dienstag im niederländischen Parlament sagte. Am 17. März seien die Informationen bei einer Polizeibesprechung an Belgien weitergegeben worden. "Über den radikalen Hintergrund der beiden Männer wurde gesprochen", sagte der Minister.

Warum die Niederlande von Sicherheitsbehörden der USA über zwei belgische Staatsbürger informiert wurden, konnte der niederländische Justizminister Ard van der Steur noch nicht sagen.

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Die belgische Bundespolizei bestritt die Angaben. Bei dem Treffen am 17. März sei es nicht um die Bakraoui-Brüder gegangen, sondern um eine Razzia in Brüssel am 15. März, bei der ein algerischer Terrorverdächtiger festgenommen wurde. Der Mann wurde in einer Wohnung gefasst, die Khalid El Bakraoui unter falschem Namen angemietet hatte.

Warnungen auch aus der Türkei

Zuvor hatte schon die Türkei den belgischen Behörden vorgeworfen, sie hätten Warnungen ignoriert, dass Ibrahim El Bakraoui ein "terroristischer Kämpfer" sei. Er war im Juni in der Türkei festgenommen und in die Niederlande abgeschoben worden. Nach Angaben der niederländischen Regierung stand Ibrahim el Bakraoui seit September auf einer Überwachungsliste.

Am Dienstag vergangener Woche hatten sich Ibrahim El Bakraoui und ein weiterer Selbstmordattentäter, Najim Laachraoui, am Flughafen Brüssel-Zaventem in die Luft gesprengt. Kurz danach verübte Khalid El Bakraoui einen Selbstmordanschlag in der U-Bahn-Station Maelbeek. Nach neuen Angaben der belgischen Regierung wurden 32 Menschen getötet. 94 der 340 Verletzten werden derzeit noch in Krankenhäusern behandelt.

Fahndung nach dem dritten Attentäter

Die belgische Polizei fahndet außerdem noch nach einem dritten Flughafen-Attentäter, dem sogenannten Mann mit Hut. Ein Verdächtiger, der 30-jährige Fayçal C., wurde am Montag wieder freigelassen, weil sich der Verdacht gegen ihn nicht bestätigte. Wie sein Anwalt Olivier Martins dem Sender BRTF sagte, ergab eine Telefonauswertung, dass C. während der Anschläge zu Hause war.

Fahndungsfoto eines der Verdächtigen des Terroranschlags in Brüssel am 22.03.2016

Fahndungsfoto: Mann mit Hut
Quelle: dpa

Im niederländischen Rotterdam, wo im Zusammenhang mit einem vereitelten Anschlag in Frankreich am Sonntag vier Verdächtigte festgenommen worden waren, gab es in der Nacht zum Mittwoch eine neue Razzia. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es aber keine weiteren Festnahmen.

Teilöffnung des Flughafens wurde abgesagt

Der Brüsseler Flughafen bleibt vorerst geschlossen. Nach einem Testbetrieb am Dienstagabend wurde eine für Mittwoch anvisierte Teilöffnung zunächst abgesagt.

Die Brüsseler U-Bahn nahm ihren Betrieb mit Einschränkungen wieder auf. Die U-Bahnen fahren vorerst aber nur tagsüber und halten nicht an allen Stationen, wie die Betreibergesellschaft STIB mitteilte. Die Station Maelbeek bleibt zunächst geschlossen. Busse und Straßenbahnen verkehren inzwischen wieder normal.

30.03.2016, Quelle: afp, dpa
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