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Aussage im NSU-Prozess Zschäpe: Machtlos gegen Uwe und Uwe

BildBeate Zschäpe
Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal in München

Angeklagte Beate Zschäpe im Gerichtssaal in München.

(Quelle: reuters)

VideoZschäpes Märchenstunde
Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos im Campingurlaub

Sie habe stets erst im Nachhinein von den Mordtaten des NSU erfahren und sei darüber entsetzt gewesen, behauptet Beate Zschäpe im NSU-Prozess. Doch verhielt sie sich nicht wie eine verzweifelte Frau.

(19.01.2016)

VideoNSU-Prozess: Nichts Neues
Sarah Tacke und Mitri Sirin

"Beate Zschäpe antwortet nicht spontan, sie antwortet schriftlich", sagt ZDF-Reporterin Sarah Tacke. Die Zeugenbefragung sei auf der Schlussgeraden und damit sei der Abschluss im Sommer möglich.

(21.01.2016)

VideoNSU-Prozess geht weiter
Beate Zschäpe zwischen ihren Rechtsanwälten

Ende 2015 hatte Zschäpe verlauten lassen, sie sei lediglich Mitwisserin der NSU-Morde gewesen. Morgen will sie schriftlich auf 50 Fragen antworten. Gericht und Opfer hoffen auf neue Erkenntnisse.

(20.01.2016)

Noch immer sind unzählige Fragen im NSU-Prozess offen. Beantworten könnte sie nur Beate Zschäpe. Doch mit ihrer heutigen Aussage hat sie erneut kaum Erhellendes beigetragen. Gegenüber Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sei sie machtlos gewesen, an deren Gewalttaten nicht beteiligt. 

Damit blieb Zschäpe in der heute von ihrem Verteidiger vor dem Oberlandesgericht München verlesenen Erklärung bei ihrer früheren Darstellung, die Gewalttaten von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nicht aktiv unterstützt zu haben. Außerdem belastete sie mit ihrer Aussage den mutmaßlichen NSU-Helfer André E.

Zschäpe: Einstellung zu Gewalt nicht geteilt

Zschäpe hatte in dem seit Mai 2013 laufenden Prozess kurz vor Weihnachten erstmals über ihre Verteidigung Angaben zur Anklage der Bundesanwaltschaft gemacht. Darin bestritt sie die Vorwürfe der Anklage zum größten Teil. Zu den Nachfragen des Gerichts sagte sie nun, Böhnhardt und Mundlos hätten ihre Widersprüche gegen die Gewalttaten mit abwertenden Handbewegungen abgetan.

Bis zur Ermordung des ersten von am Ende zehn NSU-Opfern habe sie es nicht für möglich gehalten, dass die beiden einen Menschen töten könnten. Im Verlauf der Mordserie hätten sie dann zu ihren Vorwürfen gesagt, einer mehr oder weniger sei auch egal.

Sie habe die Einstellung der beiden zu Gewalt damals nicht geteilt und teile sie auch heute nicht, ließ Zschäpe verlesen. "Die Gewaltanwendungen, insbesondere die Mordtaten und Bombenanschläge, verurteile ich zutiefst."

Angeklagte übt sich in Opfer-Rolle

Zschäpe beschrieb sich als machtlos gegenüber den mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt und Mundlos, mit denen sie dreizehn Jahre im Untergrund gelebt hatte. "Sie ließen sich von mir nicht beeinflussen. Sie ließen sich von mir auch nichts sagen", ließ Zschäpe erklären. Bei den der mutmaßlichen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) angelasteten Taten hätten Böhnhardt und Mundlos sie weder für die Planung noch für die Ausführung gebraucht.

Sie sagte, sie habe erst nach dem Tod von Mundlos und Böhnhardt mitbekommen, dass die beiden Männer ihr während des gemeinsamen Lebens im Untergrund "eine Vielzahl an Waffen" nicht gezeigt hätten. Jeder von ihnen habe im gemeinsamen Unterschlupf ein abschließbares Zimmer gehabt, dort hätten die beiden die Waffen vor ihr verstecken können.

Wie Bruder und Schwester

Ihr Verhältnis zu Mundlos beschrieb Zschäpe wie das von "Bruder und Schwester". "Mein Verhältnis zu Uwe Böhnhardt beschreibe ich so, dass ich ihn geliebt habe." Insgesamt sei sie abhängig von den beiden gewesen.

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Zschäpe
schilderte außerdem einige Details zur Unterstützung für das Trio, die auch Teil der Anklage sind. So sagte sie, dass der als NSU-Helfer angeklagte André E. dem Trio in Chemnitz eine Wohnung angemietet habe und dass sie außerdem die Bahncard von dessen Frau genutzt habe. Zschäpe beschrieb auch einen übermäßigen Alkoholkonsum, gerade in den letzten Jahren ihres Lebens im Untergrund. Sie habe regelmäßig heimlich viel Sekt getrunken, am Ende zwei oder drei Flaschen pro Tag. Nur so seien die Tage für sie erträglich gewesen.

Befangenheitsantrag zögerte Prozess hinaus

Die Erklärung Zschäpes am Donnerstag hatte sich nach einem Befangenheitsantrag des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl und eine Richterin um mehrere Stunden verzögert. Eine Entscheidung über die Anträge steht noch aus.

21.01.2016, Quelle: afp
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