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Konflikt im Südchinesischen Meer Spannungen im Pazifik: Australien rüstet massiv auf

BildChinas Soldaten auf Woody Island
Archiv - Chinesische Soldaten auf Woody Island im Südpazifik am 29.01.2016

Chinesische Soldaten patrollieren auf Woody Island, einer umstrittenen Insel im Südpazifik. Inzwischen wurden dort wohl auch Raketen und Flugzeuge stationiert.

(Quelle: reuters)

VideoUSA-Marine nahe Spratly-Inseln
Die USA haben den Raketen-Zerstörer

Die USA haben den Raketen-Zerstörer "USS Lassen" in direkte Nähe der von China beanspruchten Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer geschickt. China reagierte verärgert und warnte die USA.

(27.10.2015)

Verdopplung der U-Boote auf zwölf, die Anschaffung von drei Zerstörern, neun Fregatten und zwölf Patroullienbooten - damit reagiert Australien auf die Spannungen im Südchinesischen Meer. China erhebt seit geraumer Zeit Ansprüche auf das Gewässer samt Inseln im Pazifik. 

Der Ausbau der australischen Marine ist Herzstück einer auf 20 Jahre angelegten Aufrüstung. Die Regierung hat ein sogenanntes Weißbuch vorgelegt, das Militärausgaben in Höhe von 195 Milliarden Australischen Dollar (129 Milliarden Euro) vorsieht. "Dieses Weißbuch ist ein Plan, um schlagkräftigere, agilere und einsatzbereitere Verteidigungskräfte zu schaffen, die zur Stelle sein können, wenn unsere Interessen bedroht sind oder unsere Hilfe benötigt wird", sagte Regierungschef Malcolm Turnbull. Ein starkes Australien sei notwendig, um den Frieden im asiatisch-pazifischen Raum zu sichern. In dem Militärplan ist zudem festgeschrieben, dass die USA auch weiterhin der wichtigste strategische Verbündete Australiens bleiben sollen.

Das Gewässer ist wichtig für die internationale Schifffahrt

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs wird dort abgewickelt. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Peking beansprucht 90 Prozent des 3,5 Millionen Quadratmeter großen Gebietes, darunter Inseln und Riffe, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen, aber nur etwa 220 Kilometer von der philippinischen Küste entfernt liegen. Vietnam hatte in der Vergangenheit mehrfach gegen chinesische Ölbohrungen vor seiner Küste protestiert, die Philippinen wiederum protestieren gegen chinesische Landaufschüttungen sowie den Bau von Leuchttürmen auf einigen der Riffe.

Weitere Links zum Thema
Bereits gestern hat China nach US-Angaben Kampfflugzeuge auf eine von mehren Staaten beanspruchten Insel des Paracel-Archipels im Südchinesischen Meer stationiert.  Die Maschinen seien auf der Woody-Insel stationiert worden. Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit über 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht, aber auch von Taiwan und Vietnam beansprucht wird.

USA besorgt über die Entwicklung

Der Sprecher des Pazifikkommandos, Darryn James, sagte, die USA seien "weiterhin besorgt", dass China mit der Verlegung hochentwickelter Waffensysteme auf die Insel fortfahre. Von einem Sprecher des chinesischen Außenministeriums gab es weder ein Dementi noch eine Bestätigung für die Angaben zu den Kampfjets. Alle chinesischen Aktivitäten seien durch die territoriale Souveränität gedeckt, sagte er.

Konflikt im Südchinesischen Meer

Karte: Woody und Spratly Inseln

Karte

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit China hatte die US-Marine Ende Januar ein Kriegsschiff in die Zwölf-Meilenzone rund um die von Peking beanspruchte Insel des Paracel-Archipels entsandt. Bei dem Einsatz sei es um die Verteidigung der "freien Schifffahrt im Südchinesischen Meer" gegangen, hieß es von US-Seite.

Auch Raketen stationiert

Peking hatte vergangene Woche erklärt, auf der Insel "Waffen" stationiert zu haben. Laut US-Angaben handelt es sich dabei um Boden-Luft-Raketen mit einer Reichweite von 200 Kilometern. Die Woody-Insel hat seit den 90er Jahren einen funktionsfähigen Flugplatz, der im vergangenen Jahr für moderne Kampfjets ausgebaut wurde.

Das Verhältnis zwischen den USA und China ist wegen Pekings Gebietsansprüchen im Südchinesischen Meer angespannt. Peking vertritt die Ansicht, China habe Hoheitsrechte über nahezu das gesamte Südchinesische Meer, einschließlich der Küstengewässer anderer Staaten. Im Dezember flog ein strategischer Bomber des Typs B52 über eine der von Peking beanspruchten Inseln. Peking wertete dies damals als eine "ernsthafte militärische Provokation". Washington sprach später von einer "unbeabsichtigten Aktion".

25.02.2016, Quelle: dpa, ap, afp
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