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Flüchtlinge in Griechenland Die Balkanroute wird zur Sackgasse

BildFlüchtlinge an der Grenze
Flüchtlinge und Polizisten an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien am 23.02.2016

Mazedonien lässt keine Afghanen mehr aus Griechenland einreisen.

(Quelle: reuters)

VideoFlüchtlingsstau an der Grenze
Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Ausnahmesituation an der griechisch-mazedonischen Grenze: Tausende Flüchtlinge wollen die Grenze passieren, doch die Behörden lassen nur wenige Menschen durch. Alle kämpfen gegen Hunger und Kälte an.

(05.02.2016)

VideoHerrmann: "Die Zeit drängt"
Joachim Herrmann

Der bayerische Inneminister, Joachim Herrmann (CSU), hat schnelles Handeln in der Flüchtlingspolitik gefordert. "Wir müssen auch handeln - ähnlich wie Österreich", sagte Herrmann Berlin direkt.

(21.02.2016)

Die Balkanroute wird immer undurchlässiger: Griechenland hat Hunderte Migranten von seiner Nordgrenze zurück ins Landesinnere gebracht, weil Mazedonien sie nicht einreisen lässt. Unterdessen kommen weitere Flüchtlinge übers Mittelmeer - die Aufnahmekapazitäten Griechenlands sind wohl bald erschöpft. 

In Griechenland stranden immer mehr Flüchtlinge, die auf der Balkanroute nicht weiterkommen. Mitten im anhaltenden Flüchtlingsstrom begann die griechische Polizei laut Augenzeugen mit der Räumung des Grenzübergangs zu Mazedonien. Mit Bussen seien Flüchtlinge aus der Grenzstadt Idomeni geholt worden, sagten Beobachter. Es wurde erwartet, dass sie auf Auffanglager innerhalb Griechenlands verteilt werden. Mazedonien hat die Einreisebedingungen deutlich verschärft und lässt nur noch Syrer und Iraker ins Land, die weiter nach Österreich, Deutschland oder Skandinavien wollen. An den wichtigsten Grenzübergängen wurde ein Metallzaun mit Stacheldraht errichtet.

100.000 Flüchtlinge seit Jahresbeginn

In Idomeni befanden sich in der Nacht zu Dienstag rund 1.200 Flüchtlinge, die die Grenze nach Mazedonien nicht passieren durften. Die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan oder haben keine Reisedokumente. Sie hatten zwischenzeitlich versucht, die Grenze gewaltsam zu überqueren.
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Ungeachtet der widrigen Wetterbedingungen im Winter reißt der Flüchtlingsstrom nicht ab. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Menschen in Griechenland und Italien an. Allein am Dienstagmorgen erreichten weitere 1.250 Flüchtlinge per Fähre von drei griechischen Inseln Athen. Der Bürgermeister der Hafenstadt Piräus, Jannis Moralis, sagte dem Fernsehsender Mega TV, dass die Zahlen derzeit sogar stiegen: "Es kommen immer mehr Schiffe." Die Hafenterminals seien bereits voll, überwiegend mit Frauen und Kindern.

Griechenland kann bald nicht mehr alle Migranten unterbringen. "Wenn die Grenze (zu Mazedonien) für Afghanen nicht bald wieder geöffnet wird, dann wird binnen acht Tagen die Aufnahmefähigkeit Griechenlands erschöpft sein", sagte Gemma Gillie, Sprecherin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, am Grenzübergang zu Mazedonien bei Idomeni. Bei einer Krisensitzung im Athener Verteidigungsministerium wurde über die Möglichkeit beraten, in alten Kasernen weitere Aufnahmelager für Migranten zu eröffnen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Balkanroute wird nach und nach dicht gemacht

Die Balkanroute entwickelt sich immer mehr zum Nadelöhr für die Flüchtlinge. Die österreichischen Obergrenzen und Maßnahmen der anderen Balkanstaaten haben einen Rückstau verursacht, der nun Griechenland erreicht. Seit Ungarn seine Grenze zu Kroatien im Oktober geschlossen hat, weichen immer mehr Menschen nach Slowenien aus, um weiter nach Österreich, Deutschland und Skandinavien zu gelangen. Das Land setzt jetzt zur Sicherung seiner Grenze zu Kroatien auch die Armee ein. Auch die Slowakei rechnet mit einem Anstieg der Flüchtlingszahlen.

Spannungen zwischen Athen und Wien

In der Flüchtlingskrise wachsen die Spannungen zwischen Griechenland und Österreich. Griechenland protestierte mit einer diplomatischen Note gegen die von Wien für Mittwoch organisierte Westbalkankonferenz, wie das Außenministerium in Athen mitteilte. Athen habe betont, dass die von Wien organisierte Westbalkankonferenz zum Thema Migrationskrise "einseitig und absolut kein freundschaftlicher Akt" sei. Es werde mit dieser Konferenz versucht, ohne die Beteiligung Griechenlands Entscheidungen zu treffen, die Griechenland und seine Grenzen direkt betreffen.

Die geplante neue Politik der Regierung in Wien dürfte zur Folge haben, dass sich die Menschen andere Wege nach Deutschland suchen, die über die Slowakei führten, sagte Ministerpräsident Roberto Fico. Österreich akzeptiert noch 80 Asylbewerber pro Tag und will höchstens 3.200 Flüchtlinge pro Tag durchreisen lassen.

Dänemark verlängert Grenzkontrollen

Dänemark verlängerte unterdessen die wegen der Flüchtlingskrise eingeführten Kontrollen an der Grenze zu Deutschland um zehn Tage bis zum 4. März. Die Regierung halte die Kontrollen immer noch für geboten, um zu verhindern, dass illegal Zugewanderte in Dänemark blieben, begründete das zuständige Ministerium die Maßnahme. Die Regierung in Kopenhagen befürchtet, dass viele Flüchtlinge, die nach Schweden wollen, wegen der schwedischen Grenzkontrollen in Dänemark stranden.

23.02.2016, Quelle: reuters, dpa
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