25.05.2016
  • 00:29Euro-Finanzminister verhandeln um Griechenland-Hilfe

  • 00:20Bundesregierung will Digitalisierung in Deutschland forcieren

  • 00:09Ärzte stärken ihren Präsidenten - Gröhe fordert Ende des Streits

  • 23:44Eurogruppenchef Dijsselbloem lobt Griechenlands Sparanstrengungen

  • 23:15Tausende aus Flüchtlingslager Idomeni weggebracht

  • 22:43Twitter weicht Zeichenbegrenzung auf

  • 22:15Konjunktur unter Volldampf - Stärkstes Plus seit zwei Jahren

  • 21:49DAX springt über 10.000 Punkte

  • 21:22Egyptair-Maschine nach Ansicht von Ermittler in der Luft explodiert

  • 20:47VW kommt Lösung im US-Rechtsstreit um Abgas-Betrug näher

  • 20:15Adidas setzt bei Produktion stückweise wieder auf "Made in Germany"

  • 19:43Rund 1.500 Flüchtlinge aus Idomeni umgesiedelt

  • 19:19Monsanto lehnt Bayer-Milliardenofferte ab

  • 19:04Zahl der Todesopfer am Mount Everest steigt auf fünf

  • 18:38Erdogan: Ohne Fortschritte im Visastreit kein Rücknahmeabkommen

  • 18:07Steuer-Razzia bei Google in Paris

  • 17:40Nach Unwetter in Sachsen: Bahnstrecke Dresden-Prag eingleisig wieder frei

  • 17:12SPD: Bleibt bei Nein zu Glyphosat

  • 16:42Rakete mit Galileo-Satelliten gestartet

  • 16:15London: Eröffnung der Chelsea Flower Show

Zurück zur Startseite

Alle Meldungen im Überblick

  • 00:29Euro-Finanzminister verhandeln um Griechenland-Hilfe

  • 00:20Bundesregierung will Digitalisierung in Deutschland forcieren

  • 00:09Ärzte stärken ihren Präsidenten - Gröhe fordert Ende des Streits

  • 23:44Eurogruppenchef Dijsselbloem lobt Griechenlands Sparanstrengungen

  • 23:15Tausende aus Flüchtlingslager Idomeni weggebracht

  • 22:43Twitter weicht Zeichenbegrenzung auf

  • 22:15Konjunktur unter Volldampf - Stärkstes Plus seit zwei Jahren

  • 21:49DAX springt über 10.000 Punkte

  • 21:22Egyptair-Maschine nach Ansicht von Ermittler in der Luft explodiert

  • 20:47VW kommt Lösung im US-Rechtsstreit um Abgas-Betrug näher

  • 20:15Adidas setzt bei Produktion stückweise wieder auf "Made in Germany"

  • 19:43Rund 1.500 Flüchtlinge aus Idomeni umgesiedelt

  • 19:19Monsanto lehnt Bayer-Milliardenofferte ab

  • 19:04Zahl der Todesopfer am Mount Everest steigt auf fünf

  • 18:38Erdogan: Ohne Fortschritte im Visastreit kein Rücknahmeabkommen

  • 18:07Steuer-Razzia bei Google in Paris

  • 17:40Nach Unwetter in Sachsen: Bahnstrecke Dresden-Prag eingleisig wieder frei

  • 17:12SPD: Bleibt bei Nein zu Glyphosat

  • 16:42Rakete mit Galileo-Satelliten gestartet

  • 16:15London: Eröffnung der Chelsea Flower Show

  • 00:20Bundesregierung will Digitalisierung in Deutschland forcieren

  • 23:44Eurogruppenchef Dijsselbloem lobt Griechenlands Sparanstrengungen

  • 23:15Tausende aus Flüchtlingslager Idomeni weggebracht

  • 19:43Rund 1.500 Flüchtlinge aus Idomeni umgesiedelt

  • 19:04Zahl der Todesopfer am Mount Everest steigt auf fünf

  • 18:38Erdogan: Ohne Fortschritte im Visastreit kein Rücknahmeabkommen

  • 17:12SPD: Bleibt bei Nein zu Glyphosat

  • 15:45Neue Lucke-Partei muss Namen ändern

  • 15:26Koalition einigt sich auf Integrationsgesetz

  • 14:42Kein Hilfsprogrogramm ohne IWF-Beteiligung

  • 13:51Idomeni: Räumung des Flüchtlingscamps bislang ohne Zwischenfälle

  • 13:25Französische Polizei geht gegen Streikende vor

  • 13:03Türkei: Yildirim wechselt EU-Minister aus

  • 12:45UN: Naturkatastrophen treffen pro Jahr 220 Millionen Menschen

  • 10:59Obama in Vietnam: Bürgern mehr Freiheiten geben

  • 10:12De Maiziere plant offenbar schnelle Eingreifteams gegen Hacker

  • 08:59Rassendiskriminierung: US-Gericht kippt Todesurteil nach 29 Jahren

  • 06:51IWF fordert Schulden-Erleichterungen für Athen - "ohne Bedingungen"

  • 06:35Kabinett geht auf Schloss Meseberg in Klausur

  • 06:02Eurogruppe berät über neue Hilfstranche für Athen

  • 00:29Euro-Finanzminister verhandeln um Griechenland-Hilfe

  • 00:09Ärzte stärken ihren Präsidenten - Gröhe fordert Ende des Streits

  • 22:43Twitter weicht Zeichenbegrenzung auf

  • 22:15Konjunktur unter Volldampf - Stärkstes Plus seit zwei Jahren

  • 21:49DAX springt über 10.000 Punkte

  • 20:47VW kommt Lösung im US-Rechtsstreit um Abgas-Betrug näher

  • 20:15Adidas setzt bei Produktion stückweise wieder auf "Made in Germany"

  • 19:19Monsanto lehnt Bayer-Milliardenofferte ab

  • 18:07Steuer-Razzia bei Google in Paris

  • 15:59Studie: Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge dürfte steigen

  • 15:11Neuer Stresstest für Versicherer

  • 12:32WMF wird französisch - SEB-Aktien schießen in die Höhe

  • 12:00Scholz fordert Abschaffung der Krankenkassen-Zusatzbeiträge

  • 11:25Ärztekammer: Zu wenige Ärzte in armen Vierteln

  • 10:32Studie: Noch immer wenig Ostdeutsche in Chefsesseln

  • 09:29Zuckermangel: Coca-Cola drosselt Produktion in Venezuela

  • 08:27Wirtschaft fordert mehr Tempo in Digitalpolitik

  • 08:15Deutsche Wirtschaft legt im ersten Quartal kräftig zu

  • 00:07Moody's stuft Deutsche Bank ab

  • 23:32Französische SEB-Gruppe will WMF kaufen

  • 21:22Egyptair-Maschine nach Ansicht von Ermittler in der Luft explodiert

  • 17:40Nach Unwetter in Sachsen: Bahnstrecke Dresden-Prag eingleisig wieder frei

  • 16:42Rakete mit Galileo-Satelliten gestartet

  • 16:15London: Eröffnung der Chelsea Flower Show

  • 14:15Indien testet erfolgreich kleines Space Shuttle

  • 09:55Crashtests: Mehrheit der Autositze für Kinder sicher

  • 08:01Sachsen: Erdrutsch blockiert Zugstrecke Dresden-Prag

  • 07:32Quecksilber-Verseuchung: Peru ruft Notstand aus

  • 07:23US-Schauspieler Bill Cosby wegen Sex-Vorwürfen vor Gericht

  • 00:21Fünf Tote bei Flugzeugabsturz auf Hawaii

  • 21:21Anglerfisch und Facebook-Pflanze: Skurrilste neue Arten gelistet

  • 19:10Schäden nach Unwetter in Ostwestfalen

  • 17:49Indonesien: Illegale Raubtier-Trophäen vernichtet

  • 17:24Fahrschüler fallen im Osten häufiger durch als im Westen

  • 16:31Zwölfjähriger beginnt Studium in den USA

  • 15:43Thailand: 17 Kinder sterben bei Brand

  • 15:27Missbrauch in Kita: Drei Jahre Haft

  • 13:49Taj Mahal kämpft gegen Insektenplage

  • 08:12Schäden nach heftigem Unwetter in Nordrhein-Westfalen

  • 07:51Historisches Treffen zwischen Papst Franziskus und Großimam Tajeb

  • 22:52Ulm fehlt noch ein Sieg

  • 21:57Rami ersetzt Varane bei EM

  • 21:06Würzburg steigt in 2.Liga auf

  • 20:22Favoriten in Paris weiter

  • 19:00Petkovic, Görges und Maria weiter

  • 18:20Karius wechselt zu Liverpool

  • 18:14Deutschland im Trainingsquartier

  • 18:08Favre übernimmt OGC Nizza

  • 18:04Tschitscherowa unter Doping-Verdacht

  • 17:30Stendera schwer verletzt

  • 17:02Schwerer Rückschlag für Nibali

  • 16:53Eintracht: Djakpa muss gehen

  • 16:42Augsburg verpflichtet DEL2-Goalie

  • 16:30Kein Ruder-Einer in Rio am Start

  • 15:17DEB-Team geht Kanada aus dem Weg

  • 15:04Weinzierl bestätigt seinen Abschied

  • 14:5526 Jahre Haft für Hooligan

  • 14:50DTB gibt Aufgebot bekannt

  • 14:36Olympiasiegerin unter Doping-Verdacht

  • 14:10340 Stunden Olympia bei ARD/ZDF

merkzettel

Vor EU-Gipfel in Brüssel Botschafter: London gegen Sozialhilfe-Shopping

VideoLondon gegen "Welfare Shopping"
Sir Sebastian Wood und Dunja Hayali

"Die EU ist viel mehr als eine Währungszone", sagt Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Deutschland. "Es muss auch Platz für Länder geben, die keine weitere politische Integration wollen".

(18.02.2016)

VideoBriten flirten mit dem "Brexit"
Großbritannien und das EU-Referendum

Großbritannien und das EU-Referendum.

(10.02.2016)

VideoMerkel wirbt um Briten in der EU
Bei einem Treffen mit dem britischen Premier Cameron hat Kanzlerin Merkel für einen Verbleib Großbritanniens in der EU geworben. Cameron will die Briten über einen möglichen Ausstieg abstimmen lassen.

Bei einem Treffen mit dem britischen Premier Cameron hat Kanzlerin Merkel für einen Verbleib Großbritanniens in der EU geworben. Cameron will die Briten über einen möglichen Ausstieg abstimmen lassen.

(13.02.2016)

VideoEU und Großbritannien?
Was wird aus der EU und Großbritannien?

Wieviel Egoismus ist erlaubt in der EU? David Cameron hat der EU heute einige Kompromisse abverlangt. Eine Art Super-Sonderstatus für die Briten, weil die EU sie nicht verlieren will – oder darf?

(03.02.2016)

Großbritanniens Premier Cameron will heute beim Gipfel in Brüssel Reformen der EU erreichen. Zu der umstrittenen Forderung, Sozialleistungen für EU-Ausländer zu streichen, sagte der britische Botschafter Wood im ZDF: London sei nicht gegen die Arbeitnehmer-Freizügigkeit, sondern gegen Sozialhilfe-Shopping. 

EU-Spitzenvertreter suchen ab heute auf einem zweitägigen Gipfel nach einem Kompromiss zu britischen Reform-Forderungen. Die EU hofft, dass Zugeständnisse an London die Briten dazu bringen könnten, bei einem geplanten Referendum für einen Verbleib in der EU zu stimmen. Gleichzeitig will sie aber europäische Grundprinzipien nicht aufgeben. Besonders umstritten ist die Forderung, zugewanderten EU-Bürgern in Großbritannien einige Sozialleistungen für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren zu verwehren.

London gegen "Welfare-Shopping" in der EU

 "Wir lehnen das wichtige Prinzip der Arbeitnehmer-Freizügigkeit nicht ab", betonte der britische Botschafter, Sir Sebastian Wood, im ZDF morgenmagazin. Es gehe darum, klarzumachen, dass sich die Freizügigkeit nicht auf "Welfare-Shopping" beziehe. "Wenn die Leute  zu uns kommen nur wegen unserer Sozialleistungen, dann haben wir ein politisches Problem, und das müssen wir ausschließen."

Das Ziel sei es, den Verbleib von Großbritannien in einer reformierten EU sicherzustellen, betonte Wood. "Aber wenn wir diese wichtigen Reformen erreichen, dann hat das Vorteile für die gesamte EU." Für Großbritannien sei es sehr wichtig, sicherzustellen, dass die EU mehr ist als eine Währungszone ist.

EU-Angebote an Großbritannien

Sozialleistungen für EU-Bürger

Geplant ist eine Notbremse, die bei außergewöhnlich starker Zuwanderung von EU-Bürgern gezogen werden kann. Dann könnten bestimmte Sozialleistungen für diese Gruppe beschränkt werden. Wie lange dieses Sonderverfahren in Anspruch genommen werden kann, muss der EU-Gipfel klären. Es ist de facto auf Großbritannien zugeschnitten. Die EU-Kommission will auch die Möglichkeit für alle Staaten eröffnen, Kindergeld an die Lebenshaltungskosten anzupassen, wenn die Nachkommen nicht im Land des Arbeitnehmers leben.

Verhältnis Eurozone zu Nicht-Euro-Staaten

Die Rechte von Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien sollen respektiert werden. Für sie wird ein neues Verfahren überlegt, um mehr Einfluss auf neue Gesetzgebung zu nehmen. Das soll jedoch nicht zu einem Veto-Recht führen.

Bürokratieabbau

Die Wettbewerbsfähigkeit der Union soll gesteigert werden. Das kommt Cameron entgegen, der insbesondere auf Bürokratieabbau pocht.

Abstand zur EU

Großbritannien bekommt die Zusicherung, sich politisch nicht weiter in die EU integrieren zu müssen. Das soll möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in den EU-Verträgen verankert werden. 55 Prozent der nationalen Parlamente sollen bei neuer Gesetzgebung unter bestimmten Bedingungen die rote Karte zeigen können.

(Quelle: dpa)

Wood: Eine flexible EU wäre stärker

Weitere Links zum Thema

Es müsse auch Platz geben für Länder, die keine weitere politische Integration wollen, wie Großbritannien. In mehr als 900 Jahren hätten sich die britischen Institutionen ganz ruhig entwickelt - deshalb könnten es die Briten nicht verstehen, wenn "unser Parlament, unsere Gerichte von Gremien in Brüssel oder Straßburg" dominiert werden.

"Für uns sollte die EU ein flexibles Netzwerk sein und kein starrer Block", betont Wood. "Für uns wäre die EU viel stärker, wenn sie flexibel wäre. Wenn die Reformen der EU erreicht würden,  sei Premierminister David Cameron zuversichtlich, dass die Briten in der EU bleiben wollen. "Es gibt die Möglichkeit, dass wir einen Deal hinkriegen." Und wenn nicht, seien weitere Verhandlungen nötig.

Die Verhandlungen seien noch immer in einem fragilen Stadium, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Dienstag in Athen. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz betonte nach einem Treffen mit Cameron, dass jegliches Abkommen im Rahmen des EU-Vertrags bleiben müsse. Das Europäische Parlament werde aber alles tun, um einen Kompromiss und eine faire Vereinbarung voranzutreiben.

Die Kosten eines "Brexit"

Großbritannien hat mehr zu verlieren als die EU

Karte Großbritannien

Unter einem Austritt Großbritanniens würden die Briten stärker leiden als die andern 27 EU-Staaten - davon gehen die meisten Experten (darunter das Global Counsel, ifo, IW, DIW) aus. Ihren Studien zufolge wird Großbritannien auf Jahrzehnte weniger Geld erwirtschaften, Arbeitsplätze verlieren und politisch an Stabilität und Einfluss einbüßen. In der EU könnten die Lasten eines Austritts auf mehrere Staaten verteilt werden, die teilweise sogar profitieren würden.

Wirtschaft - Risiko einer deutlichen Schwächung

Lobby der Londoner Börse

Die Prognosen über die Auswirkung eines Brexits auf das britische Bruttosozialprodukt (BSP) gehen deutlich auseinander: Sie schwanken von deutlichen Verlusten bis zu leichten Gewinnen. Der Thinktank Open Europe bringt die vielen Unwägbarkeiten auf den Nenner: "Zwischen einem Verlust von 2,2 Prozent und einem Zugewinn von 1,6 Prozent im Jahr 2030" ist alles drin - immer unter Berücksichtigung der nach einem Brexit wegfallenden Netto-Zahlungen in den EU-Haushalt. 2014 zahlte Großbritannien 4,9 Milliarden Euro mehr in den EU-Haushalt, als es herausbekam.

Den tiefsten Wert sehen die Analysten für den Fall, dass London keinen guten Deal mit der EU hinbekommt und sich protektionistisch abschottet. Der höchste wäre denkbar, wenn London ein liberales Handelsabkommen mit der Gemeinschaft aushandelt und seine eigene Wirtschaft weitgehend dereguliert. Beide Extreme sieht Open Europe aber als unwahrscheinlich an, den realistischen Rahmen sehen die Experten zwischen einem BSP-Verlust von 0,8 und einem Zugewinn von 0,6 Prozent.

Anfang 2016 befragte die "Financial Times" 100 "führende Wirtschaftsanalysten" - keiner sah positive Auswirkung auf Großbritanniens Wirtschaftswachstum unmittelbar nach einem Brexit-Votum.

Arbeitnehmer - Verlierer eines Brexits?

Britischer Stahlarbeiter

Die britischen Gewerkschaften sehen das jedenfalls so, deswegen wollen sie sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU engagieren. Sie sprechen immer noch für rund sechs Millionen Mitglieder, und die Generalsekretärin Frances O'Grady ihres Dachverbands TUC sagt: "Der Großteil der Arbeitnehmerrechte, die uns betreffen, stammen aus Europa." O'Grady glaubt nicht, dass die konservative Regierung die Rechte der Arbeitnehmer schützen werde.

Das sehen letztlich auch viele Analysten so: Großbritanniens Chance nach einem Austritt liegt ihrer Ansicht nach in einer weiteren Liberalisierung und Deregulierung der Wirtschaft, um den Wegfall der Vorzüge, die der Binnenmarkt bisher gewährte, zu kompensieren. Um die Verluste im europäischen Binnenhandel auszugleichen, müsste Großbritannien sich stark gegenüber Märkten wie China, Indien oder Indonesien öffnen und somit seine Arbeitnehmer einer neuen starken Billig-Lohn-Konkurrenz aussetzen.

EU-Investment - Planspiele für den Rückzug

Banker am Ufer der Themse

Die Auswirkungen eines Brexit auf EU-Unternehmen würden, je nach Ausmaß der handelspolitischen Isolation des Vereinigten Königreichs, deutlich geringer ausfallen als auf ihre britischen Kollegen. Für die deutschen Unternehmen rechnen Bertelsmann-Stiftung und ifo mit 0,1 bis 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der reinen Handelseffekte 2030. Das entspricht zwischen 30 und 115 Euro pro Kopf. Die Kfz-Branche, Elektronik, Lebensmittel und Metallerzeugung wären mit am stärksten betroffen.

Derzeit ist Großbritannien importirt Goßbritannien über 40 Prozent seiner Waren und Dienstleistungen aus der EU. Es ist der wichtigste Zielort für ausländische Direktinvestitionen in der EU. 46 Prozent kamen 2013 aus anderen EU-Staaten. Nach einer Umfrage des Unternehmerdachverbandes CBI und YouGov rechneten zwei Drittel der Unternehmer mit einem deutlichen Rückgang. Um gegenzusteuern, könnte Großbritannien einen ähnlichen Weg wie Irland gehen und Investitionen mit niedrigen Steuersätzen und lockerer Regulierung anlocken.

Die Hälfte aller Unternehmen aus Nicht-EU-Staaten unterhalten ihre Europa-Verwaltungen in Großbritannien. Diese Zahl würde sich nach einem Brexit deutlich reduzieren.

Speziell die internationalen Großbanken planen bereits für den Brexit. Für die Deutsche Bank ist London der Hauptstandort ihres Investmentzweigs, rund 9.000 Mitarbeiter hat sie dort. Man prüft Berichten zufolge, einen Großteil nach Frankfurt zu holen. Auch bei Goldman Sachs, Credit Suisse, ING oder der Société Générale gibt es ähnliche Überlegungen.

Eine der wichtigsten Komponenten eines Brexit wäre die Unsicherheit, während die Verhandlungen zwischen London und der EU laufen. Die werde, so die Umfragen unter Experten, nicht nur die britischen, sondern auch ausländische Investoren von einem Engagement im Königreich abhalten.

Europäischer Binnenmarkt - Zugang erschwert

Midland Bank

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU würde die Kosten des Handels zwischen der Gemeinschaft und dem Vereinigten Königreich erhöhen. Das Handelsvolumen würde nach Experteneinschätzung schrumpfen.

Besonders leiden würde der Bereich der Finanzdienstleistungen, es wird mit Verlusten von rund fünf Prozent gerechnet. Aus EU-Bankenkreisen ist keine große Bereitschaft zu erkennen, sich für eine bevorzugte Stellung der britischen Banken bei Geschäften in der EU beziehungsweise mit der Eurozone nach einem Austritt stark zu machen. Großbritannien hätte besonders auf diesem stark regulierten Feld den Nachteil, dass es die Regeln, denen es unterliegt, nicht mehr mitverhandeln kann.

Für den Bereich Chemie rechnet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und des ifo-Instituts sogar mit elf Prozent Handelsrückgang. Aber auch der Maschinenbau und die Kfz-Branche wären stark betroffen.

35 Prozent der britischen Industrie-Exporte in die EU könnten nach einem Austritt einem höheren Zollsatz unterliegen, vor allem betroffen auch hier die Bereiche Kfz, Lebensmittel und Chemie.

Wall Street - Spenden gegen den Brexit

JP Morgan in New York

Die US-Großbanken haben alle wichtige Standbeine in der Londoner City und damit ein großes Interesse an einem Verbleib Großbritanniens in der EU. Insider berichten von sechsstelligen Summen von Goldman Sachs, JP Morgan und anderen an die pro-europäische "Stronger-in-Europe"-Kampagne.

Vor der Festsetzung des Referendum-Datums können sie die Kampagne effektiv finanzieren, weil Spender und Beträge weder offen gelegt noch gedeckelt werden. Offizielle Zahlen sind daher nicht zu bekommen.

Ein Interesse an allzu viel Transparenz haben die Brexit-Gegner nicht, müssen sie doch ohnehin mit dem Vorwurf der Befürworter leben, die Pro-Europa-Kampagne sei ein Komplott von "internationalen Bankern, multinationalen Steuerhinterziehern und realitätsfremden Politikern".

Die City - Das Finanzzentrum London würde leiden

Bankenviertel i London

Finanzexperten und Banker gehen mehrheitlich davon aus, dass der Finanzplatz London nach einem Austritt seine privilegierte Stellung verlieren würde. Die Finanzbranche stellt fast 1,2 Millionen Arbeitsplätze Großbritanniens (davon rund 400.000 in London) und trägt 7,9 Prozent zum Bruttosozialprodukt bei.

Im Moment werden rund 40 Prozent des Euro-Handels über die Londoner Börse abgewickelt - eine Tatsache, die der EZB ohnehin ein Dorn im Auge ist, da London außerhalb der Euro-Zone liegt. Keine Großbank kommt ohne ein Standbein in der Londoner City aus.

Das könnte sich ändern. Die Deutsche Bank etwa hat bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die die Verlegung des Großteils der derzeit etwa 9.000 Mitarbeiter durchspielt; ähnlich planen viele andere internationale Großbanken - auch die britischen. Ein Großteil dürfte nach Frankfurt, Amsterdam, Dublin und Paris abwandern.

Sterling - Das britische Pfund unter Druck

Britische Banknoten

Schon das schottische Unabhängigkeits-Referendum 2014 und die britischen Parlamentswahlen 2015, die mit der Aussicht auf das Referendum über den Verbleib in der EU verknüpft waren, haben das Pfund deutlich unter Druck gebracht.

Den neuerlichen kontinuierlichen Kursverfall seit Anfang 2015 gegenüber dem Dollar erklärt etwa der UBS-Analyst John Wraith mit der Furcht der Märkte vor dem Referendum und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines Votums gegen die EU angesichts der aktuellen Umfragewerte. Da der Austritt kein klarer Schnitt, sondern ein Prozess über mindestens zwei Jahre wäre, könnte Sterling weiter verlieren.

Kallum Pickering, Großbritannien-Analyst beim Bankhaus Berenberg, sieht den bisherigen Kursverlust nur als "kleinen Vorgeschmack" auf die Entwicklung nach einem tatsächlichen Austritt.
Der britische Verbraucher würde ein geschwächtes Pfund als zunehmenden Kaufkraftverlust in der Geldbörse wahrnehmen, britische Unternehmen gerieten zunehmend unter Druck bei der Bedienung von Verbindlichkeiten in internationalen Währungen wie Euro oder Dollar.

Rating - Agenturen wollen London herunterstufen

Im Falle eines EU-Austritts müsste Großbritannien wohl eine Rückstufung seiner Kreditwürdigkeit in Kauf nehmen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) würde nach eigenen Angaben Großbritannien mindestens um eine Stufe abwerten.

Sollten die Beziehungen mit der EU nach dem Austritt problematisch sein, könne es auch noch eine weitere Stufe tiefer gehen. Das wäre auch der Fall, wenn infolge des Brexits Schottland das United Kingdom (UK) verlassen würde, so ein Chef-Stratege der Agentur. Schon im Juni 2015 hatte S&P das AAA-Rating Großbritanniens in Aussicht auf das Brexit-Referendum auf "negativ" gesetzt.

Schottland - Neues Referendum wahrscheinlich

Schottland

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon ist nicht alleine mit ihrer Auffassung, dass ein Brexit zu einer erneuten Abstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands führen würde. Viele schottische Wähler sind EU-freundlich. Sturgeons Schottische Nationalpartei SNP stellt nahezu alle schottischen Abgeordneten im Parlament in Westminster und würde sich mit Sicherheit wieder an die Spitze einer erneuten Unabhängigkeitskampagne stellen, nachdem sie 2014 im Referendum gescheitert war.

Schottland hat ein besonderes Interesse, die Verbindung zur EU aufrecht zu erhalten. Aus den Brüsseler Strukturfonds bekommen sie mehr als alle anderen Teile der britischen Insel. Fielen die Millionen aus Brüssel weg, erwarteten die Schotten mit Sicherheit einen Ausgleich aus Westminster.

Nordirland - Gefahr für den wackeligen Frieden

Nordirland: Ausschreitungen bei Oranier-Marsch in Ardoyne, Belfast - Aufnahme vom 13.07.2015

Nordirland hängt noch stärker als Schottland oder Wales am Tropf der EU: Aus der gemeinsamen Agrarpolitik und den Strukturfonds erhält jeder Nordire wesentlich mehr als ein Schotte oder Waliser und mehr als das Vierfache eines Engländers.

Ohne diese Gelder sieht der Ministerpräsident der Republik Irland, Enda Kenny, Nordirland in "ernsthaften Schwierigkeiten". Die wirtschaftliche Entwicklung des Nordens hänge ganz wesentlich von den Geldern aus Brüssel ab. Gehe es mit Nordirland wirtschaftlich bergab, sei auch der Friede auf der Insel gefährdet. Die "Troubles" zwischen Republikanern einerseits und Unionisten und britischer Regierung andererseits könnten wieder aufflammen.

Gegenwärtig beziehen die nordirischen Bauern rund 82 Prozent ihres Einkommens aus der gemeinsamen Agrarpolitik der EU, geschätzte drei Milliarden Euro über den Zeitraum 2014 bis 2020. Das Geld müsste nach einem Brexit wohl aus Westminster kommen, ebenso die rund 2,4 Milliarden aus dem Strukturfonds, die im selben Zeitraum aus Brüssel fließen sollen.

Die inner-irische Grenze wäre nach einem Brexit eine EU-Außengrenze. Nordirische Unternehmen, die über die Hälfte ihrer Umsätze mit der EU machen, müssten dann mutmaßlich hohe Einbußen durch Einfuhrzölle hinnehmen.

Flüchtlinge auf der Insel - Es könnten mehr werden

Flüchtlinge bei Calais

Nach einem Brexit könnte Großbritannien genau das bekommen, wogegen sich die Regierung bisher standhaft wehrt: mehr Flüchtlinge auf britischem Boden. Bisher "verteidigt" Frankreich in Calais die britische Grenze.

Wenn diese Grenze aber keine EU-Binnengrenze, sondern eine Außengrenze werde, habe Frankreich keinen Grund mehr, die Immigration durch den Kanaltunnel auf die Insel zu regulieren, so Frankreichs Innenminister Cazeneuve im September 2015. Derzeit darf die britische Einwanderungsbehörde auf französischem Boden Einreiseanträge bearbeiten, abgelehnte Flüchtlinge hausen in "Dschungel" genannten Camps rund um Calais.

Diese Camps könnten nach einem Brexit an die englische Küste wandern, wenn die Einwanderungsbehörde erst dort Anträge bearbeiten kann. Darauf wies im Februar 2016 auch der britische Premier Cameron hin. Schon vor dem Referendum mehren sich die Stimmen in Frankreich, die das Abkommen, das die derzeitige Praxis festschreibt, kündigen wollen.

Quellen: DIW, IW, ifo, Bertelsmann-Stiftung, CBI, Office for National Statistics, Britain Stronger in Europe, Open Europe, Global Council, JP Morgan, S&P, Financial Times, ap, afp, Reuters, dpa

18.02.2016, Quelle: ZDF, dpa
  1. Drucken
  2. Merken
  3. Versenden
  4. Teilen auf:

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen