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BRICS-Gipfel Ziel: Weltmacht werden

InfografikDie Macht der großen Schwellenländer

von Petra Pezelj

Sind es die Weltmächte der Zukunft, die da in Durban zusammentreffen? Die BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika - strotzen vor Kraft. Aber hinter den Fassaden gibt es auch eine Menge Probleme. 

Außen hui, innen pfui? In den kommenden Tagen werden Regierungen und Wirtschaftsexperten nach Südafrika blicken - zum fünften Gipfeltreffens der BRICS-Staaten. Es sind die aufstrebenden Nationen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, die dort große Pläne schmieden wollen. Auf internationaler Ebene glänzen sie mit Wachstum und Wirtschaftsleistung. Aber interne Entwicklungshürden wie die große soziale Ungleichheit, lassen die Fassade bröckeln. Es besteht großer politischer Reformbedarf, macht eine Studie der Bertelsmann-Stiftung deutlich.

Neue Weltordnung?

Pläne für den Gipfel

Die Staaten, die zusammen 41 Prozent der Weltbevölkerung stellen, wollen an den Plänen für eine BRICS-Entwicklungsbank arbeiten, die Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte finanzieren soll. Die Bank wäre auch eine Konkurrenz für Weltbank und Internationalen Währungsfonds. Die in Washington ansässigen Institutionen werden von den Industriestaaten des Westens dominiert. Weiter in Planung sind auch ein ständiges BRICS-Sekretariat, eine BRICS-Bank und ein Antikrisenfonds.

Ein pauschales Urteil über die Staaten sei schwer zu fällen, da die einzelnen Länder sehr unterschiedlich seien, sagt Studien-Co-Autor Najim Azahaf im heute.de-Gespräch. Vorsicht sei bei den Wirtschaftsprognosen geboten: Man könne die Wachstumsrhetorik nicht einfach nahtlos in die Zukunft fortschreiben, warnt Azahaf. Vorhersagen, wonach die BRICS-Staaten die Wirtschaftleistung der EU und der USA in kürzester Zeit überholen würden, bestätigten sich nicht. Lediglich China schaffte es, die Prognosen annähernd zu erfüllen.

Der neue Machtanspruch aber ist da - Moskau formuliert ihn am klarsten: Ein Strategiepapier der Regierung spricht der Zeitung "Kommersant" zufolge von "einer Verschiebung der globalen Machtzentren zugunsten der wirtschaftlich aufstrebenden BRICS-Staaten". Ziel sei es, den Westen zurückzudrängen und den BRICS-Einfluss zu steigern. BRICS könne "den Kern einer neuer Weltordnung bilden".

Reformen sind notwendig

Noch ist es längst nicht so weit - denn: "In jedem der Staaten besteht ein enormer Bedarf an Reformen in den politischen Schlüsselbereichen", heißt es in der Studie der Bertelsmannstiftung. Demnach leiden alle BRICS-Staaten "unter massiver Korruption". Damit fehlten die rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen für Reformen und Stabilität.
Handlungsbedarf bestehe beim Ausbau des Bildungs- und Gesundheitswesens. Noch seien die Schulen und beruflichen Ausbildungssysteme in den Schwellenländern meist nicht in der Lage, den Arbeitsmarkt mit einem ausreichenden Angebot an qualifizierten Arbeitskräften zu versorgen.

Besonders große Probleme habe Südafrika, das mit erheblichen Strukturproblemen fertig werden müsse. Das Land sei "kein Modell für eine nachhaltige Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent". Im Gegensatz zu Brasilien sei es Südafrika nicht gelungen, spürbare Fortschritte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu erzielen.

Pragmatismus überwiegt

Gleichwohl: Europa und die USA sollten anfangen, auf Augenhöhe mit dem neuen globalen Player zu arbeiten, sagt Azahaf. Denn die BRICS-Staaten arbeiteten bereits an der neuen Machtverschiebung. Beispiel Entwicklungshilfe: Dort hat sich schon einiges verschoben. "Früher hat der Westen vorgegeben wohin die Entwicklungshilfegelder fließen, heute ziehen es viele afrikanische Staaten vor, statt Entwicklungshilfegelder zu beziehen, mit den BRICS-Staaten zu handeln. Das führt also zu einer neuen Weltordnung", sagt Azahaf – zumindest im Bereich der Entwicklungshilfe.

Eine neue Blockbildung sei aber nicht zu erwarten, dafür "sind die Länder in der Wirtschaft zu stark verflochten und voneinander abhängig." Die Ökonomischen Interessen überwiegen", so Azahaf. Vordergründig würden sich die Staaten mit großer Rhetorik zeigen, aber im Hintergrund würde es dann doch pragmatischer zugehen.

26.03.2013, Quelle: mit Material der dpa
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