21.07.2017

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merkzettel

Mögliche Übernahme durch PSA Merkel: Tun alles für Opel-Standorte

VideoWie geht es weiter mit Opel?
Opel

Seit Jahren hat Opel keine Gewinne mehr eingefahren, nun könnte GM die Tochterfirma an die französische PSA Peugeot Citroen verkaufen. Bei einer Betriebsversammlung hoffen die Mitarbeiter heute zu erfahren, was ein Verkauf für sie bedeuten würde.

(17.02.2017)

VideoOpel-Mitarbeiter in Sorge
Opel-Werk

Was droht den deutschen Opel-Werken bei einer französischen Übernahme? Das fragen sich die mehr als 18.000 Mitarbeiter in den Werken in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach.

(15.02.2017)

VideoWarum Peugeot Interesse an Opel hat
Logo von Opel und Peugeot

Der Opel-Mutterkonzern General Motors verhandelt mit dem französischen Autobauer Peugeot über eine Übernahme der Rüsselsheimer. Wer sind die Franzosen, die sich die Opalener einverleiben wollen?

(15.02.2017)

VideoOpel: Konsequenzen eines Verkaufs
Stefan Schlösser.

Die Übernahme durch die Franzosen könnte für Opel mehr Handlungsfreiheiten bedeuten als bei General Motors. Dennoch bleibt das Risiko, dass sich die drei Automarken gegenseitig das Wasser abgraben, schätzt ZDF-Reporter Michael Schlösser.

(14.02.2017)

Die Bundesregierung rechnet mit einer Übernahme von Opel durch den Autokonzern PSA Peugeot Citroën. Die Vertragsverhandlungen seien "relativ weit fortgeschritten", sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Kanzlerin Merkel sagte, sie tue alles zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland. 

Nach Angaben der Sprecherin hat es inzwischen wegen des geplanten Verkaufs Gespräche mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors sowie mit PSA gegeben. Es sei aber zu früh, um eine Bewertung abzugeben. Ziel der Gespräche ist der Erhalt von Standorten und Jobs bei Opel sowie die Beteiligung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften.

Merkel will "Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland" sichern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte, es werde alles, was politisch möglich sei, getan, "dass die Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland gesichert sind". Die Gespräche seien in Gang gebracht worden und müssten nun abgewartet werden, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau. In der Bundesregierung gebe es mit Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig zudem einen Koordinator.

Auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will alles daransetzen, die Zukunft von
Opel nachhaltig zu gestalten, verbreitete der Manager auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Nach bislang unbestätigten Informationen des "Manager Magazins" soll Neumann auch im Fall einer Übernahme Chef eines weiterhin eigenständigen Unternehmens Opel bleiben. Er habe großes Verständnis für die vielen Fragen der Kunden und Mitarbeiter. Er halte ein Zusammengehen seines Unternehmens mit dem französischen PSA-Konzern aber für "prinzipiell sinnvoll".

Arbeitnehmervertreter sehen "Chancen"

Diese Einschätzung teilten auch die Arbeitnehmervertreter: In einer gemeinsamen Stellungnahme zeigten sich die IG Metall, der Opel-Gesamtbetriebsrat und der europäische Betriebsrat für Opel und die britische Schwester Vauxhall grundsätzlich bereit für "konstruktive Gespräche" mit PSA. Grundlage dafür seien "Anerkennung und Erfüllung der bestehenden Verträge" und insbesondere die darin festgehaltenen "Beschäftigungs- und Investitionszusagen".

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Eine Übernahme durch PSA und damit die Schaffung des zweitgrößten Autoherstellers in Europa biete durchaus auch "Chancen", erklärten sie. Der Vorsitzende des europäischen Betriebsrats, Wolfgang Schäfer-Klug, kritisierte in diesem Zusammenhang "die öffentlichen Experten". Diese sollten sich überlegen, wie ihre Aussagen bei den Beschäftigten ankämen. "Wichtiger, als Horrorszenarien an die Wand zu malen und Opel/Vauxhall kaputt zu schreiben, ist es, für ein gutes Ergebnis zu kämpfen."

Sorge um deutsche Arbeitsplätze

Der Mutterkonzern von Opel und Vauxhall, General Motors (GM) aus den USA, und PSA mit den Marken Peugeot, Citroën und DS hatten am Dienstag bekanntgegeben, dass sie über einen Eigentümerwechsel für das defizitäre GM-Europageschäft von GM verhandeln. Die Nachricht löste in Deutschland umgehend für Sorgen um die Arbeitsplätze bei Opel aus.

Die Bundesregierung war von den Übernahmeplänen überrascht worden. Opel hat rund 38.200 Mitarbeiter in Europa, davon mehr als die Hälfte in Deutschland. Es gibt Werke in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. PSA und Opel arbeiten bereits seit 2012 in verschiedenen Projekten in Europa zusammen.

Chronik: Opel und GM

1863

Adam Opel

Adam Opel zieht mit seiner Nähmaschinenwerkstatt in einen ehemaligen Kuhstall in Rüsselsheim. Später kommt die Produktion von Fahrrädern dazu.

1895

Opel-Werk im Jahr 1880

Opels Söhne übernehmen nach dem Tod ihres Vaters das Unternehmen und kaufen 1899 eine Autofabrik. Noch im selben Jahr wird der erste Wagen in Rüsselsheim gebaut.

1920er-Jahre

Opel steigt in die Fließbandproduktion ein

Mitte der 1920er-Jahre steigt Opel mit der Fließbandproduktion in den Massenmarkt ein. Mit einem Marktanteil von 37,5 Prozent ist Opel nach eigenen Angaben 1928 der größte deutsche Autobauer.

1929

GM-Logo

1929 übernimmt General Motors den deutschen Hersteller.

1930er-Jahre

Opelwerk Ende der 30er Jahre

Nach der Machtübernahme durch die Nazis trennen sich die Wege von Opel und GM  vorübergehend. Nachdem das Rüsselsheimer Stammwerk im Zweiten Weltkrieg zur Hälfte zerstört wird, nimmt Opel erst 1947 die Pkw-Produktion wieder auf. Nach der Währungsreform übernimmt General Motors erneut die Unternehmensführung.

1962

Luftaufnahme des Opel-Werks in Eisenach

1962 wird das Werk in Bochum eröffnet, es folgen weitere Werke in Kaiserslautern und nach der Wende in Eisenach.

1972

Opel Manta

1972 hat Opel noch einen Marktanteil von 20,4 Prozent in Deutschland.

1998

Werkszentrale von Opel in Rüsselsheim

1998 wird die neue Unternehmenszentrale in Rüsselsheim eingeweiht.

Jahrtausendwende

Opel Corsa im Werk Eisenach

Nach der Jahrtausendwende baut GM in Europa im Zuge einer Sanierung 12.000 Jobs ab - den Großteil davon in Deutschland. Der Marktanteil von Opel sinkt im Lauf der Jahre deutlich.

2008

Verrostete Haube eines Opel

Durch eine verfehlte Modellpolitik und die Auswirkungen der Finanzkrise droht der Mutter GM ein Liquiditätsengpass. Im November bittet Opel aufgrund der drohenden Insolvenz von GM bei der Bundesregierung um staatliche Unterstützung.

2009

Dunkle Wolken über einem Opel-Logo

GM fasst in der Krise eine teilweise Trennung von Opel ins Auge und ist bereit, "mit Dritten über Partnerschaften und Beteiligungen zu verhandeln". Interesse bekunden unter anderem der kanadische Zulieferer Magna, Fiat, der Finanzinvestor RHJ International und der chinesische Autobauer BAIC. Kurz vor der Anmeldung des Insolvenzverfahrens bei GM stimmt der Verwaltungsrat des US-Autobauers der Trennung von Opel zu. Das deutsche Unternehmen wird unter die Ägide einer Treuhand gestellt. Die Bundesregierung und GM einigen sich grundsätzlich auf den Autozulieferer Magna als Käufer. Bund und Länder übernehmen eine 1,5 Milliarden Euro schwere Bürgschaft. Der Verkauf an Magna kommt später aber nicht zustande, weil sich GM überraschend dazu entschließt, Opel zu behalten.

2011

Opel-Logo

Opel leitet nach jahrelanger Krise die Wende ein. Die Rüsselsheimer legen mit einem Sparprogramm die Grundlage für massive Investitionen der US-Mutter GM in neue Modelle der Europa-Tochter.

2012

General Motors und Peugeot vereinbaren eine breit angelegte Allianz. Sie wollen Fahrzeugarchitekturen künftig gemeinsam nutzen und beschließen einen gemeinsamen Einkauf. GM beteiligt sich mit sieben Prozent an dem französischen Partner.

April 2013

Karl-Thomas Neumann

Die Konzernmutter GM teilt mit, dass sie bis zum Jahr 2016 umgerechnet vier Milliarden Euro in die deutschen und europäische Standorte von Opel und Vauxhall investieren wolle. Das Geld soll für 23 neue Modelle sowie 13 neue Motoren verwendet werden. Neuer Opel-Chef wird der frühere VW-Manager Karl-Thomas Neumann.

Dezember 2013

Archiv: Firmenzentrale von General Motors in Detroit am 21.04.2009

GM steigt als Aktionär bei Peugeot aus und räumt damit das Feld für den chinesischen Staatskonzern Dongfeng.

Dezember 2014

Opel-Werk in Bochum

Opel schließt nach monatelangen Verhandlungen gegen den massiven Protest der Belegschaft sein Werk in Bochum mit mehr als 3.000 Beschäftigten.

März 2015

Opel beschließt wegen der Wirtschaftskrise in Russland den Rückzug aus dem dortigen Markt.

Juli 2016

Lenkrad und Armaturenbrett eines Opel-Fahrzeugs

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) gibt die Diesel-Motoren in einigen neuen Opel-Modellen frei. Die nach dem VW-Dieselskandal eingerichtete Untersuchungskommission hatte im Mai bei 30 Automodellen einen auffällig hohen Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) festgestellt. Opel hatte zuvor eingeräumt, dass die Abgasreinigung beim Modell Zafira unter bestimmten Bedingungen abgeschaltet wird; dies sei zum Schutz des Motors technisch notwendig und entspreche den rechtlichen Vorgaben.

August 2016

Opel-Werk in Eisenach

Opel kündigt nach dem Brexit-Votum Kurzarbeit für die Werke Rüsselsheim und Eisenach an. Für die Modelle Insignia und Corsa ist Großbritannien der größte Markt.

Februar 2017

Opel Astra Innovation

Opel stellt sich auf ein weiteres Jahr in den roten Zahlen ein. Die versprochene Rückkehr in die Gewinnzone verpasste das Unternehmen im Jahr 2016, vor allem wegen des Brexit-Votums. Das Ziel, erstmals seit 1999 wieder schwarze Zahlen zu schreiben, soll jetzt 2018 erreicht werden.

Der Peugeot-Konzern PSA an kündigt an, Opel kaufen zu wollen.

(Quelle: reuters)

17.02.2017, Quelle: dpa, afp, ap
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