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Bundestag beschließt Modellprojekt Therapien für Pädophile auf Krankenschein

BildTherapie für mehr Kinderschutz
Silhouette von Mädchen auf Roller

(Quelle: dpa)

VideoDas "Barnahus"-Projekt
Zwei Stoffpuppen sitzen auf einem Sesel. Auf dem Tisch davor stehen Spielzeug-Autos.

Das "Kinderhaus" in Schweden ist ein Koordinationszentrum, an dem alle Fäden zusammenlaufen, wenn es um Kindesmissbrauch geht. Bei einem Verdachtsfall kann so schnell und umfassend agiert werden.

(08.10.2016)

DokuUnheilbar pädophil?
Unheilbar pädophil?

Pädophile werden von der Gesellschaft geächtet, von Eltern gefürchtet. Die Wissenschaft versucht zu ergründen, wie die sexuelle Präferenzstörung entsteht und ob sie therapierbar ist.

(17.09.2016)

Die Nachfrage nach vorbeugenden Therapien ist größer als das Angebot. Dennoch musste das Berliner Präventionsprojekt "Kein Täter werden" um die weitere Förderung bangen. Nun sollen Therapieangebote für pädophile Männer über die Krankenkassen abgesichert werden - für mehr Kinderschutz. 

Die Idee vorbeugender Therapien für pädophile Männer auf Krankenschein hat eine entscheidende Hürde genommen. Der Bundestag beschloss am Donnerstagabend, Patienten mit pädophilen Neigungen künftig in Modellprojekten zu beraten und zu therapieren, teilte die Bundestagsfraktion der CDU/CSU mit. Ziel ist ein besserer Kinderschutz.

Fünfjährige Testphase ab 2017

Mit dem Beschluss ist der Auftrag an den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verbunden, ab Januar 2017 eine fünfjährige Erprobungsphase für solche Therapien zu starten.

Weitere Links zum Thema

Der Bundesrat berät am 25. November über diese Änderung, zustimmungspflichtig sei sie jedoch nicht, sagte eine Sprecherin der Bundestagsfraktion. Für das Modellprojekt sind fünf Millionen Euro pro Jahr vorgesehen.

Hilfsangebot an elf Standorten

Die Berliner Charité hatte 2005 mit dem Präventionsprojekt "Kein Täter werden" begonnen. Es richtet sich an Männer mit pädophilen Neigungen, gegen die kein Gerichtsverfahren läuft. Sie lernen in Therapien zum Beispiel in Rollenspielen und Empathie-Trainings, dass Kinder keinen Sex wollen. Ziel ist es, dass sie ihre Neigung kontrollieren können und kein Kind gefährden.

Inzwischen gibt es das Hilfsangebot bundesweit an elf Standorten. Seit dem Start gab es nach Angaben von "Kein Täter werden" mehr als 7.000 Anfragen nach Hilfe. Fast 3.000 Männer stellten sich einer Diagnostik, mehr als 1.000 erhielten ein Therapieangebot.

11.11.2016, Quelle: dpa
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