28.06.2016
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Militäreinsatz Deutsche Tornados erstmals über Syrien

BildTornado
Syrien Incirlik - Tornado vom Fliegerhorst Büchel - 05. Januar 2016

(Quelle: dpa)

VideoAusgeweitet: Afghanistan-Einsatz
Der Bundestag entscheidet heute über die Beteiligung der Bundeswehr an den NATO-Einsätzen in Afghanistan. Statt bisher 850 sollen im nächsten Jahr 980 Bundeswehr-Soldaten an der Mission teilnehmen.

Der Bundestag hat zugestimmt, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu verlängern und auszuweiten. Statt bisher 850 sollen im nächsten Jahr 980 deutsche Soldaten an der Mission teilnehmen.

(17.12.2015)

VideoBundeswehr vor dem Anti-IS-Einsatz
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen

Dass sich die Bundeswehr am Kampf gegen die Terrormiliz IS beteiligen wird, ist so gut wie sicher. Die Verteidigungsministerin strebt eine Kombination aus Luftschlägen und lokalen Bodentruppen an.

(03.12.2015)

VideoBesondere Aufgabe in Syrien
Hermann Bernd (links) und Major Gunnar Kratz

"Jeder neue Einsatz bringt neue Herausforderungen", sagt Major Gunnar Kratz, Bundeswehrpilot des Airbus A400M. In Incirlik "geht der Einsatz im Januar richtig los", sagt ZDF-Korrespondent Luc Walpot.

(10.12.2015)

Für heute ist der erste Einsatz deutscher Aufklärungsjets über Syrien anberaumt. Die "Tornados" sollen von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik zu dem heiklen Einsatz über dem Bürgerkriegsland starten. Sie sind Teil des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". 

Seit Dienstag sind vier "Tornado"-Aufklärungsjets in Incirlik stationiert, jeweils zwei vom schleswig-holsteinischen Fliegerhorst Jagel und vom Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Mitte des Monats soll die Zahl der deutschen "Tornados" auf sechs ansteigen. Die Flugzeuge dienen nur der Aufklärung und bombardieren keine IS-Stellungen.

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Heikle Mission der Bundeswehr

Deutschland unterstützt mit dem "Tornado"-Einsatz die internationale Militärkoalition gegen den IS. Die sunnitischen Dschihadisten beherrschen im Irak und Syrien weite Landstriche, wo sie ein Kalifat ausgerufen haben.  Der Bundestag hatte den Bundeswehreinsatz mit maximal 1.200 Soldaten als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Paris am 13. November mit 130 Todesopfern beschlossen. Zu den Bluttaten hatte sich der IS bekannt.

Der Syrien-Einsatz gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. Das Mandat gilt bis Ende 2016. Teil des deutschen Beitrags ist auch ein Tankflugzeug und eine Fregatte, die einen französischen Flugzeugträger sichert. Alleine in Incirlik sind inzwischen knapp 200 deutsche Soldaten im Einsatz. Im Nordirak bilden Bundeswehr-Soldaten kurdische Peschmerga im Kampf gegen den IS aus.

Das Engagement der Bundeswehr im Ausland

Afghanistan

Afghanische Soldaten

Nach dem Ende des Isaf-Kampfeinsatzes sind am Hindukusch in der Mission Resolute Support noch knapp 900 Soldaten zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Streitkräfte stationiert. Ein weiterer Bundeswehrangehörige arbeitet für die UN-Unterstützungsmission Unama.

Kosovo

Mit rund 700 Soldaten ist der Kfor-Einsatz der Bundeswehr unter dem Nato-Schirm zur Stabilisierung des jungen Balkanstaats fast genauso stark wie die Afghanistan-Mission. Aufgabe der ausländischen Streitkräfte im Kosovo ist weiterhin die Stabilisierung des Landes.

Türkei

Wegen des Bürgerkriegs in Syrien beteiligt sich die Bundeswehr mit etwa 250 Soldaten im Nato-Rahmen an der Mission Active Fence zur Sicherung der Grenze zwischen beiden Ländern. Mit Patriot-Abwehrsystemen im Süden der Türkei wird der Bündnispartner vor Geschossen aus der Luft geschützt.

Irak

Knapp 90 Bundeswehrsoldaten bilden in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus. Angesichts des Vormarschs der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat beliefert Deutschland die kurdischen Peschmerga zudem mit Waffen und anderem Militärmaterial.

Libanon

An der UN-Mission Unifil zum Schutz der libanesischen Mittelmeerküste beteiligt sich die Bundeswehr mit knapp 140 Soldaten. Die Mission unterstützt den Libanon bei der Küstensicherung und soll vor allem Waffenschmuggel verhindern.

Somalia

An der EU-Mission Atalanta gegen somalische Piraten vor der Küste des Landes ist die Bundeswehr mit 280 Soldaten beteiligt. In einer EU-Ausbildungsmission in Somalia selbst sind acht deutsche Soldaten eingesetzt.

Mali und Senegal

Bei einer EU-Ausbildungsmission in Mali sind etwa 150 deutsche Soldaten im Einsatz. An der UN-Mission Minusma zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes, die in Mali und im Senegal operiert, beteiligen sich acht Bundeswehrangehörige.

Südsudan und Sudan

Rund 15 Bundeswehrsoldaten sind in der UN-Mission Unmiss im Südsudan im Einsatz. Ziele sind der Staatsaufbau in dem seit vier Jahren unabhängigen Land und der Schutz von Zivilisten. An der UN-Mission Unamid in der sudanesischen Krisenregion Darfur sind neun Soldaten beteiligt.

Westsahara und Liberia

In der Westsahara ist die Bundeswehr mit vier Soldaten in der UN-Mission Minurso engagiert. Ziel ist ein Referendum über den Status der von Marokko besetzten früheren spanischen Kolonie. In der UN-Mission Unmil zur Stabilisierung Liberias sind drei Bundeswehrangehörige eingesetzt.

Mittelmeer

Ohne Mandat sind Marineschiffe mit rund 310 Soldaten im Einsatz, um Flüchtlinge zu retten. Die EU arbeitet zudem an einer größeren Mission gegen Schlepper. An der Nato-geführten Operation Active Endeavour zur Sicherung der Seewege ist die Bundeswehr derzeit nicht aktiv beteiligt.

Quelle: Christof Meißner

08.01.2016, Quelle: dpa
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