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Islamisten-Angriff auf Hotel Burkina Faso: Ausländer unter Opfern

VideoBurkina Faso: Angriff auf Hotel
Terroranschlag auf ein Hotel in Burkina Faso.

Dramatische Nacht in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou: Schwer bewaffnete Attentäter haben dort ein bei Ausländern beliebtes Hotel angegriffen und mehrere Geiseln genommen.

(16.01.2016)

KarteBurkina Faso
Karte von Burkina Faso

(Quelle: ZDF)

Der Terror hat nun auch Burkina Faso erreicht - das westafrikanische Land galt bislang als recht sicher. Bei einem islamistischen Anschlag auf ein Hotel und Restaurant in Ougadougou starben mindestens 26 Menschen, darunter viele Ausländer. Im Norden des Landes wurden unterdessen zwei Australier entführt. 

Das Drama in Burkina Fasos Hauptstadt Ougadougou dauerte zwölf Stunden. Mehrere Attentäter hatten am Freitagabend das Hotel "Splendid" und das nahe gelegene Restaurant "Cappuccino" in der Hauptstadt Ougadougou in ihre Gewalt gebracht. Sie erschossen zahlreiche Menschen und nahmen anschließend mehr als hundert Geiseln.

Am frühen Samstagmorgen stürmten Sicherheitskräfte das Vier-Sterne-Hotel und das Restaurant. Auch französische Spezialkräfte und US-Truppen beteiligten sich an dem Einsatz. Im Hotel brach ein Feuer aus, erst am späten Samstagvormittag war die Erstürmung beendet.

Zwei Franzosen unter Todesopfern

Premierminister Paul Kaba Thiéba verkündete nach einer Krisensitzung des Kabinetts die traurige Bilanz: Mindestens 26 Tote, 56 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Bei der Erstürmung des Hotels "Splendid" befreiten die Sicherheitskräfte demnach 126 Menschen aus der Gewalt der Angreifer, weitere 30 wurden im Restaurant "Cappuccino" in Sicherheit gebracht. Vier Attentäter seien getötet worden, erklärte der Regierungschef.

Die Opfer der Attacke sollen aus 18 Nationen stammen. Nach Angaben des Außenministerium in Paris waren zwei Franzosen unter den Getöteten im Restaurant. Das Auswärtige Amt in Berlin hat bislang nach eigenen Angaben keine Informationen über deutsche Opfer.

"Leute lagen auf dem Boden, überall Blut"

"Es war schrecklich, die Leute lagen auf dem Boden, überall war Blut. Wir hörten die Angreifer, sie schossen auf diejenigen, die noch nicht tot waren", berichtete die Hotelangestellte Yannick Sawadogo.

Der Angriff erinnert an den Angriff auf das Luxushotel Radisson Blu in der malischen Hauptstadt Bamako, bei dem Ende November 20 Menschen getötet worden waren, darunter 14 Ausländer. Wie bei dem damaligen Angriff bekannte sich Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) zu dem Angriff in Ouagadougou.

Burkina Fasos Präsident Roch Marc Christian Kaboré rief die Bürger auf, "Mut" zu zeigen. Sein französischer Kollege François Hollande verurteilte den "feigen" Anschlag und sicherte Kaboré volle Unterstützung zu.

Zwei Australier entführt

Unterdessen meldete das burkinische Regierung die Entführung von zwei Ausländern im Norden des Landes. Das Paar wurde demnach am Freitag in Baraboulé an der Grenze zu Mali entführt. Die Regierung korrigierte später Angaben, wonach es sich um Österreicher handele, und erklärte, es seien Australier. Wie ein Einwohner von Djibo sagte, lebte das Paar habe seit 1972 in der Stadt nahe Baraboulé.

Ein Mitglied der Dschihadistengruppe Ansar Dine, Hamadou Ag Khallini, sagte am Telefon AFP, die beiden entführten "Kreuzzügler" befänden sich in der Hand des Emirats der Sahara. Laut Spezialisten handelt es sich dabei um einen Zweig von AQMI im Norden Malis.

Bisher von Anschlägen weitgehend verschont

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Burkina Faso ist bisher vor Anschlägen islamischer Extremisten weitgehend verschont geblieben. Dennoch kämpft das westafrikanische Land seit dem Sturz von Langzeit-Machthaber Blaise Compaoré Ende 2014 mit Unruhen. Im vergangenen September verübten Mitglieder der Präsidentengarde einen Putsch, begruben ihre Ambitionen aber bereits eine Woche später. Eine Übergangsregierung kam zurück an die Macht, im Dezember wurde  Kaboré zum Staatspräsidenten gewählt.

Burkina Faso

Lage, Wirtschaft, Geschichte

Karte von Burkina Faso

Das westafrikanische Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Zuschüsse und Auslandskredite machen rund 70 Prozent des Staatshaushaltes aus. In dem rohstoffarmen Binnenland am Rand der Sahel-Zone leben knapp 19 Millionen Menschen meist von der Landwirtschaft. Die Fläche entspricht etwa der von Großbritannien. Die vorherrschende Religion ist der Islam; es gibt eine starke christliche Minderheit.

Das Land war bis 1960 als Obervolta Teil Französisch Westafrikas. 1984 erfolgte die Umbenennung in Burkina Faso, was mit "Vaterland der Ehrenwerten" oder "Land der Unbestechlichen" übersetzt wird. Nach 27 Amtsjahren trat Präsident Blaise Compaoré nach Unruhen 2014 ab. Die Übergangsregierung musste 2015 einen Putsch überstehen; am 30. November 2015 kehrte das Land mit der Wahl Roch Marc Karborés zum Präsidenten zur Demokratie zurück.

(Quelle: dpa)

16.01.2016, Quelle: ap, reuters, afp
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