25.07.2016

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Zweite Amtszeit Lagarde bleibt das Gesicht des IWF

BildChristine Lagarde
IWF-Chefin Christine Lagarde

Geht in die zweite Amtszeit: Die Französin Christine Lagarde bleibt an der Spitze des IWF.

(Quelle: reuters)

VideoIWF-Chefin muss vor Gericht
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, bei einer öffentlichen Veranstaltung.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Lagarde, muss vor Gericht. Es geht um eine Finanzaffäre während ihrer Zeit als französische Finanzministerin.

(17.12.2015)

"Stark und weise" sei sie, das habe ihre erste Amtszeit bewiesen, lobt der Verwaltungsrat. Christine Lagarde wird den Internationalen Währungsfonds (IWF) weitere fünf Jahre lang führen, beschloss das Gremium. 

Lagarde äußerte sich "entzückt" - und lobte sich selbst auch ordentlich: Der IWF habe in den vergangenen fünf Jahren seine Fähigkeiten verbessert, seinen Mitgliedern zu helfen und die Herausforderungen der Zukunft zu bestehen, erklärte sie. Bis 2021 bleibt die elegante Französin mit der silbrigen Kurzhaarfrisur das Gesicht des IWF.

Einzige Kandidatin

Lagarde war die einzige Kandidatin, und sie hatte breite internationale Unterstützung bekommen - aus der Heimat Frankreich, aus Deutschland und Großbritannien sowie den USA, aber auch aus China, Südkorea und Mexiko. Schiefgehen konnte da eigentlich nichts mehr.

Die heute 60-Jährige hatte den Vorsitz der UN-Sonderorganisation 2011 in turbulenten Zeiten übernommen: Damals hatte ihr Vorgänger und Landsmann Dominique Strauss-Kahn wegen Vergewaltigungsvorwürfen seinen Hut nehmen müssen. Mit Lagarde übernahm eine perfekt Englisch sprechende, selbstbewusste Finanzexpertin das Zepter, die wie geschaffen für den Posten schien.

Erprobte Krisenmanagerin

Lagarde kannte die wirtschaftlichen und politischen Schwergewichte der Welt. In jungen Jahren hatte sie in der renommierten US-Anwaltskanzlei Baker and McKenzie begonnen und dort eine brillante Karriere hingelegt. Im Jahr 2005 begann die frühere Spitzensportlerin ihre politische Karriere in Frankreich und wurde Staatssekretärin für den Außenhandel. Der frischgewählte Präsident Nicolas Sarkozy beförderte sie 2007 zur Wirtschafts- und Finanzministerin - als erste Frau in dem Amt.

Lagarde gilt als erprobte Krisenmanagerin, als gewiefte Taktikerin, die zwischen diplomatischen Äußerungen und harten Ansagen balanciert. In ihre erste Zeit an der IWF-Spitze fiel vor allem das Drama um Griechenland: Die Griechen sollten endlich alle ihre Steuern zahlen, ließ sie 2012 wissen. Zugleich warb sie für einen Schuldenschnitt für das Land - und machte sich damit bei den Euroländern nicht unbedingt beliebt.

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Tapie-Affäre trübt Bild

Die zweite Amtszeit an der Spitze des IWF ist die Krönung einer Bilderbuchkarriere für die zweifache Mutter. Getrübt wird das Bild allenfalls durch eine Finanzaffäre rund um den schillernden Geschäftsmann Bernard Tapie, die noch in Lagardes Zeit als Ministerin fällt. Ermittelt wird bereits seit 2011, noch droht ihr in Frankreich ein Prozess wegen "Nachlässigkeit" im Umgang mit öffentlichen Geldern.

Ein von Lagarde damals angerufenes privates Schiedsgericht hatte Tapie 2008 nach dem Verkauf des Sportartikelherstellers Adidas staatlichen Schadenersatz in Höhe von mehr als 400 Millionen Euro zugesprochen. Es besteht der Verdacht, dass Tapie wegen seiner Nähe zu Sarkozy eine Vorzugsbehandlung erhielt.

Den drohenden Prozess sieht Lagarde selbst gelassen. Sie habe stets "im Interesse des Staates" und gesetzeskonform gehandelt, sagt sie. Sie habe in der Sache ein gutes Gewissen. Auch der IWF hat sich vor dem Hintergrund des drohenden Prozesses schon längst hinter seine Direktorin gestellt.

19.02.2016, Quelle: Claudia Horn, afp
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