19.04.2014
  • 23:29Ex-Rebellenführer in Nordirland am Karfreitag erschossen

  • 23:04Forscher klonen erstmals Stammzellen aus Hautzellen von Erwachsenen

  • 22:43Kapitän nach Fährunglück in Südkorea festgenommen

  • 22:25Raumtransporter "Dragon" auf dem Weg zur ISS

  • 21:47Papst Franziskus verfolgt mit Gläubigen Kreuzweg am Kolosseum

  • 20:57Südsudan: 58 Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt

  • 20:27Chinesischer Migrant erschießt in Vietnam sieben Menschen

  • 19:12Türkei: Präsident Gül gegen Ämtertausch mit Erdogan

  • 18:43Ermittler beantragen Haftbefehl gegen "Sewol"-Kapitän

  • 18:14Gauck macht offenbar Pressefreiheit zum zentralen Thema in Türkei

  • 17:47Bouteflika zum Sieger bei Präsidentenwahl in Algerien erklärt

  • 17:10Kiew will Sonderstatus für russische Sprache

  • 16:50Schweres Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert Mexiko

  • 16:38Hollande knüpft sein Schicksal an Rückgang der Arbeitslosigkeit

  • 16:26Schwer verdaulich: Goldiger Darminhalt

  • 16:02McAllister gegen EU-Erweiterung in den nächsten fünf Jahren

  • 15:5114 Tote bei Anschlag in Homs

  • 15:28Obama und Merkel machen Druck auf Moskau

  • 15:18Nigeria: Erst 30 entführte Schülerinnen frei

  • 15:06Ein Fünftel des chinesischen Agarlandes verseucht

Zurück zur Startseite

Alle Meldungen im Überblick

  • 23:29Ex-Rebellenführer in Nordirland am Karfreitag erschossen

  • 23:04Forscher klonen erstmals Stammzellen aus Hautzellen von Erwachsenen

  • 22:43Kapitän nach Fährunglück in Südkorea festgenommen

  • 22:25Raumtransporter "Dragon" auf dem Weg zur ISS

  • 21:47Papst Franziskus verfolgt mit Gläubigen Kreuzweg am Kolosseum

  • 20:57Südsudan: 58 Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt

  • 20:27Chinesischer Migrant erschießt in Vietnam sieben Menschen

  • 19:12Türkei: Präsident Gül gegen Ämtertausch mit Erdogan

  • 18:43Ermittler beantragen Haftbefehl gegen "Sewol"-Kapitän

  • 18:14Gauck macht offenbar Pressefreiheit zum zentralen Thema in Türkei

  • 17:47Bouteflika zum Sieger bei Präsidentenwahl in Algerien erklärt

  • 17:10Kiew will Sonderstatus für russische Sprache

  • 16:50Schweres Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert Mexiko

  • 16:38Hollande knüpft sein Schicksal an Rückgang der Arbeitslosigkeit

  • 16:26Schwer verdaulich: Goldiger Darminhalt

  • 16:02McAllister gegen EU-Erweiterung in den nächsten fünf Jahren

  • 15:5114 Tote bei Anschlag in Homs

  • 15:28Obama und Merkel machen Druck auf Moskau

  • 15:18Nigeria: Erst 30 entführte Schülerinnen frei

  • 15:06Ein Fünftel des chinesischen Agarlandes verseucht

  • 23:29Ex-Rebellenführer in Nordirland am Karfreitag erschossen

  • 20:57Südsudan: 58 Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt

  • 19:12Türkei: Präsident Gül gegen Ämtertausch mit Erdogan

  • 18:14Gauck macht offenbar Pressefreiheit zum zentralen Thema in Türkei

  • 17:47Bouteflika zum Sieger bei Präsidentenwahl in Algerien erklärt

  • 17:10Kiew will Sonderstatus für russische Sprache

  • 16:38Hollande knüpft sein Schicksal an Rückgang der Arbeitslosigkeit

  • 16:02McAllister gegen EU-Erweiterung in den nächsten fünf Jahren

  • 15:5114 Tote bei Anschlag in Homs

  • 15:28Obama und Merkel machen Druck auf Moskau

  • 15:18Nigeria: Erst 30 entführte Schülerinnen frei

  • 14:31Karfreitag: Tausende pilgern auf der Via Dolorosa

  • 14:18Putin-Interview: Snowden wehrt sich gegen Kritik

  • 13:2139 Tote bei zweitägigem Polizeistreik in WM-Stadt Salvador

  • 11:52Ostukraine: Separatisten stellen Bedingungen für Räumung

  • 11:39Ukraine ermöglicht internationale Ermittlungen gegen Janukowitsch

  • 11:05Ukraine: Bislang keine Entspannung spürbar

  • 11:00Ermittler: "Sewol"-Kapitän übergab vor Untergang die Schiffsführung

  • 10:48Obama spricht Südkorea Beileid aus

  • 09:57Mindestens 20 Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt im Südsudan

  • 15:06Ein Fünftel des chinesischen Agarlandes verseucht

  • 14:39Hendricks will Wohngeld für Geringverdiener anheben

  • 13:08Mehr Menschen wird der Strom gesperrt

  • 11:27Paris plant Maut für ausländische Lkw

  • 11:19Rechnungshof will offenbar Klimafonds auflösen

  • 15:2130.000 Arbeiter streiken in chinesischer Schuhfabrik

  • 14:56"Barbie" wird zum Ladenhüter: Mattel macht Miese

  • 13:47Streik bei Amazon in Leipzig und Bad Hersfeld

  • 12:18Verkehrsausschusschef erwartet BER-Eröffnung erst nach 2017

  • 11:23Autoindustrie verkauft europaweit deutlich mehr Fahrzeuge

  • 10:54Urteil: Weniger Geld für Pflege durch Angehörige rechtens

  • 07:25Starker Euro bremst SAP aus

  • 23:37Google enttäuscht Börse mit Quartalszahlen

  • 22:14US-Geldpolitik: Fed-Chefin bekräftigt neue Richtlinie

  • 21:21Agrar-Spekulationen: NGOs enttäuscht von Deutscher Bank

  • 20:54Hapag-Lloyd und chilenischer Konkurrent machen Fusion perfekt

  • 20:06"Cum-Ex"-Aktiendeals müssen erneut verhandelt werden

  • 17:38Steuereinnahmen durch Tabakwaren gehen zurück

  • 17:14Strenesse stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung

  • 15:53RWE-Chef stimmt Aktionäre auf raue Zeiten ein

  • 23:04Forscher klonen erstmals Stammzellen aus Hautzellen von Erwachsenen

  • 22:43Kapitän nach Fährunglück in Südkorea festgenommen

  • 22:25Raumtransporter "Dragon" auf dem Weg zur ISS

  • 21:47Papst Franziskus verfolgt mit Gläubigen Kreuzweg am Kolosseum

  • 20:27Chinesischer Migrant erschießt in Vietnam sieben Menschen

  • 18:43Ermittler beantragen Haftbefehl gegen "Sewol"-Kapitän

  • 16:50Schweres Erdbeben der Stärke 7,5 erschüttert Mexiko

  • 16:26Schwer verdaulich: Goldiger Darminhalt

  • 13:46Ostermarschierer fordern Atom-Aus

  • 13:43Philippinen lassen sich kreuzigen

  • 12:38Südkorea: Schulleiter erhängt sich

  • 12:10Lyriden-Sternschnuppen gleich nach Ostern am Himmel

  • 10:21Zwölf Tote bei Lawinenunglück am Mount Everest

  • 09:38Christen erinnern im Heiligen Land an Leiden Jesu

  • 08:34Totgeglaubter Inder kommt drei Tage nach Einäscherung nach Hause

  • 08:11Taucher pumpen Luft in untergegangene südkoreanische Fähre

  • 07:08Mexiko ehrt toten Autor Garcia Marquez

  • 23:58Erdähnlicher Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt

  • 23:03Weltweit Trauer um Garcia Marquez

  • 22:13Literaturnobelpreisträger Garcia Marquez gestorben

  • 22:51Atletico baut Vorsprung aus

  • 22:16Guter Start für deutsche Springreiter

  • 22:02Ronaldo zurück im Training

  • 21:09Toure fordert mehr Wertschätzung

  • 20:37Ausgabe der WM-Tickets gestartet

  • 20:02DEB-Team verliert erneut gegen Finnland

  • 19:51HSV: Westermann wohl in Startelf

  • 18:03Cavendish verzichtet auf Giro d'Italia

  • 17:27Düsseldorf: Fink erleidet Kreuzbandriss

  • 17:22FC Bayern beim Schlusslicht gefordert

  • 16:34Gewichtslimit macht es Piloten schwer

  • 16:28UHC-Damen im Halbfinale, BHC scheitert

  • 16:171860: Vallori aus dem Kader gestrichen

  • 15:04Nadal scheitert früh, Federer weiter

  • 14:37FSV Frankfurt: Konrad verlängert

  • 14:19Bayer: Sam und Wollscheid fallen aus

  • 14:13Verbeek über Geldstrafe empört

  • 13:49Siem und Kieffer schaffen Cut

  • 13:19EHL: Harvestehude erreicht Halbfinale

  • 13:18Klose vor Rückkehr ins Lauftraining

merkzettel

Exklusivinterview Obama: Verhältnis nicht durch Überwachung beschädigen

VideoDas Interview in Deutsch

US-Präsident Barack Obama will verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Er räumt im Interview mit Claus Kleber Datenmissbrauch ein und äußert Vertändnis für die Sorgen deutscher Bürger.

(18.01.2014)

VideoDas Interview in Englisch

US-Präsident Barack Obama will verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Er räumt im Interview mit Claus Kleber Datenmissbrauch ein und äußert Vertändnis für die Sorgen deutscher Bürger.

(18.01.2014)

VideoClaus Kleber über Obama-Interview

Barack Obama sei bei dem ZDF-Interview auch "ein bisschen angespannt" gewesen, erzählt Claus Kleber, der den US-Präsidenten in Washington traf. "Es ging bei dem Interview auch bei ihm um etwas."

(18.01.2014)

Video"Obama ist auf Werbetour"

Die ZDF-Korrespondenten Ulf Röller und Thomas Walde berichten über Ziele und Absichten des US-Präsidenten. Obama versuche bei den Deutschen das Vertrauen wieder aufzubauen, so Ulf Röller.

(18.01.2014)

von Axel Zimmermann

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA hat unter der NSA-Affäre gelitten. Dieses Vertrauensverhältnis ist US-Präsident Obama besonders wichtig, betont er in einem Exklusivinterview mit dem ZDF heute journal. Er räumt Datenmissbrauch ein und zeigt Verständnis für Sorgen deutscher Bürger angesichts der NSA-Affäre. 

Dass ein US-Präsident einem deutschen Fernsehsender ein Exklusivinterview gibt, ist ein außergewöhnlicher Vorgang. Aber die Lage, in der Barack Obama diesen Schritt geht, ist auch außergewöhnlich. Die NSA-Affäre hat das deutsch-amerikanische Verhältnis beschädigt. Das Vertrauen zwischen den Freunden beiderseits des Atlantiks ist – nicht erst seit, aber insbesondere wegen des abgehörten Kanzlerinnen-Handys – erschüttert. Der US-Präsident nimmt diese Vertrauenskrise so ernst, dass er Claus Kleber für das ZDF heute journal ein Interview gibt und damit die deutsche Öffentlichkeit erreichen will.

Obama räumt Datenmissbrauch ein

Präsident Obama räumt ein, dass das Abhören des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Fehler war, weil er sein Verhältnis zu ihr als eine "Beziehung von Freundschaft und Vertrauen" sieht. "Ich muss und darf diese Beziehung nicht durch Überwachungsmaßnahmen beschädigen, die unsere vertrauensvolle Kommunikation behindern", sagt Obama und betont weiter: "Solange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, muss sich die deutsche Kanzlerin darüber keine Sorgen machen."

Links
Obama-Interview Wortlaut in Deutsch
Obama-Interview (Englisch)

Obamas Botschaft an die Bundesregierung und die deutsche Bevölkerung ist klar: Er will verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Er weiß, dass das nicht einfach wird - nach Edward Snowdens Enthüllungen. Deshalb versucht der Präsident mit einer klaren Handlungsanweisung die ausufernde Datensammelpraxis der Geheimdienste einzuschränken: "Ich habe eine Präsidentendirektive erlassen, die deutlich macht, was wir tun werden und was wir nicht tun werden im Hinblick auf die Auslandsüberwachung. Ich habe sehr detailliert deutlich gemacht, dass wir nicht die Telefongespräche abhören oder Emails lesen, wenn es nicht um Sicherheitsfragen geht, Fragen der nationalen Sicherheit."

Geheimdienste dürfen weiter sammeln

Aber diese Präsidentendirektive bedeutet nicht das Aus für die Arbeit der Geheimdienste. Da, wo die Informationen, die sie sammeln für die Sicherheit der USA wichtig sind, dürfen und sollen sie weitermachen: "Wozu brauchen wir Nachrichten- oder Geheimdienste, wenn sie nur die Dinge herausbringen, die Sie im 'Spiegel' nachlesen können oder in der 'New York Times'? Per definitionem haben diese Dienste die Aufgabe herauszufinden, was die Leute vorhaben, was in ihrem Kopf vorgeht, was sie beabsichtigen. Das unterstützt unsere diplomatischen und politischen Ziele", betont Obama weiter.

Und er ergänzt, dass auch die Verbündeten der USA von diesen Geheimdienst-Erkenntnissen profitieren: "Viele Länder in Europa sind sehr glücklich, dass die USA über diese militärischen und nachrichtendienstlichen Fähigkeiten verfügen. In gewisser Weise sorgen wir auch für einen großen Teil der Sicherheit, der Verteidigungsbedürfnisse von Ländern in aller Welt", sagt der US-Präsident und räumt zugleich ein: "Aber es stimmt ebenso, dass wir wegen dieser Fähigkeiten auch eine größere Verantwortung für den Schutz der Privatsphäre haben als andere Länder. Es gibt also höhere Erwartungen an uns als an andere Länder."

Obamas neue Regeln für die NSA

Spähangriffe auf Staats- und Regierungschefs?

Obama hat zugesichert, dass die USA verbündete Staats- und Regierungschefs künftig nicht ausspionieren werden. Im Gespräch mit dem ZDF heute journal bekräftigte Obama am Samstag, er werde nicht zulassen, dass die Überwachung durch die NSA den Beziehungen zu Deutschland und anderen Partnern schade. "Solange ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, muss sich die deutsche Kanzlerin darüber keine Sorgen machen", ergänzte er ind em Interview mit Claus Kleber. Das Weiße Haus hat aber bislang nicht erklärt, welche internationalen Politiker auf der "Freunde"-Liste Washingtons stehen.

Der Präsident verdeutlichte, dass die Überwachungsmöglichkeiten der US-Geheimdienste "über die Fähigkeiten vieler anderer Staaten hinausgehen" und dass daraus eine "besondere Verantwortung der USA erwächst". Andere Länder versuchten ständig, Telefonate und E-Mails der US-Regierung auszuspähen, darunter auch einige, die sich über die NSA beschwert hätten, erklärte Obama. Es gebe für das Ausspionieren ausländischer Regierungen zwingende Gründe der nationalen Sicherheit.

Telefongespräche und E-Mails im Ausland

Obama sagte, die USA sollten auch die Privatsphäre von Nicht-Amerikanern respektieren. Er werde einige Schutzmaßnahmen gegen Spionage, die für US-Bürger gelten, auch auf Ausländer ausweiten. Er will, dass US-Justizminister Eric Holder und der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper neue Beschränkungen dafür entwickeln, wie lange die USA im Ausland gesammelte Daten aufbewahren können und wie diese Daten verwendet werden. Obama sagte, die USA würden gewöhnliche Menschen, die die nationale Sicherheit seines Landes nicht gefährdeten, nicht ausspionieren.

Was ist mit Edward Snowden passiert?

"Ich werde auf die Handlungen oder Motivationen von Herrn Snowden nicht näher eingehen", sagte Obama am Freitag bei seiner Rede im Justizministerium. Die Verteidigung der USA hänge aber "zum Teil von der Treue derjenigen ab, die mit den Geheimnissen unserer Nation betraut sind", sagte er.

Der frühere NSA-Geheimdienstmitarbeiter Snowden deckte die geheimen Methoden der NSA auf. Er hat die USA verlassen, bevor die Enthüllungen öffentlich wurden. Derzeit lebt der 30-Jährige in Russland, wo er vorübergehend Asyl erhalten hat. Die Vereinigten Staaten wollen ihn wegen der Weitergabe geheimer Informationen vor Gericht stellen. Für einige seiner Unterstützer ist Snowden ein Held, sie wollen, dass ihm Obama eine Amnestie gewährt oder eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft ermöglicht. Das Weiße Haus lehnt dies ab. 

Warum werden Überwachungsprogramme geändert?

Der Präsident steht unter Druck - seit Snowden schätzungsweise 1,7 Millionen Dokumente der NSA an sich genommen und an Journalisten weltweit weitergegeben hat. Die Enthüllungen über das Ausmaß der Überwachungsprogramme des US-Geheimdiensts nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat im In- und Ausland für Empörung gesorgt.

Nachdem die Spionageaktionen der NSA im Juni 2013 ans Licht gekommen waren, versprach Obama eine Überprüfung des Systems. Am Freitag verteidigte er jedoch die Arbeit des Überwachungsapparats der USA als notwendig, um Bürger und Verbündete der USA zu schützen. Angesichts einer sich schnell verändernden Technologie sei es aber wichtig dafür zu sorgen, dass Privatsphäre und Bürgerrechte geschützt würden, sagte der Staatschef.

Erfolgen die angeordneten Änderungen sofort?

Nein. Viele der Änderungen schließen eine Modifizierung des sogenannten USA Patriot Act ein. Jegliche Änderung dieses Gesetzes setzt eine neue Gesetzgebung sowie die Zustimmung des US-Kongresses voraus. Anwälte müssen nun festlegen, für welche weiteren Änderungen die Zustimmung der Kongressmitglieder nötig ist, und was einfach von Obama angeordnet werden kann. Selbst Mitarbeiter der Regierung wussten am Freitag nicht genau, was der Präsident umgehend ändern kann.

Werben um Vertrauen und Geduld

Obama sieht in seiner Direktive, die er vor dem Interview der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, nicht nur eine Handlungsanweisung für die Geheimdienste, sondern auch eine vertrauensbildende Maßnahme: "Was Sie heute gehört haben, sind meine ersten Bemühungen, um diese Beschränkungen auf eine Art und Weise, die das deutsche Volk beruhigen kann, die deutsche Bundeskanzlerin und auch andere Partner und Freunde in der Welt. Es soll ihnen klarmachen, dass wir uns nicht so verhalten, dass ihre Privatsphäre verletzt wird." Dass das nicht über Nacht gelingen kann, ist dem Präsidenten klar: "Es wird eine Weile dauern, bis dieses Vertrauen zurückgewonnen ist. Und das ist auch in Ordnung so", sagt er und bittet insgesamt um Geduld.

"Es liegt im Wesen dieses Amts des Präsidenten der USA, dass er einen Ozeanriesen zu steuern hat", sagt Obama und wirbt um Verständnis dafür, dass seine politischen Ziele und Visionen nicht in wenigen Jahren erreicht werden können. Dass dies bei den Menschen zu Enttäuschungen führe, erkennt er an: "Jetzt kommt die Enttäuschung. Das erscheint mir aber natürlich, weil die Menschen meinen, ich sitze in einem Rennboot, flitze und fahre immer in dieselbe Richtung und schaffe das in kürzester Zeit."

Und er gesteht ein, dass ihm manchmal das Rennboot auch lieber wäre als der Ozeanriese: "Aber ich kann Ihnen versichern, wer das Gefühl hat, er muss nun frustriert sein, weil das alles viel zu langsam gegangen ist in einigen dieser Bereiche, dem kann ich sagen, ich bin mindestens so ungeduldig wie er. Ich hätte das alles gern viel schneller. Aber so ist das eben in diesem Amt und im Lauf der Geschichte. Die Dinge brauchen einfach länger!" Wie nah Obama seinen Zielen in seiner zweiten Amtszeit als Präsident noch kommen wird und wie viel Vertrauen er bis dahin zurückgewinnen kann, bleibt offen. Er hat noch rund 900 Tage Zeit.

NSA-Affäre: PRISM, Tempora und Co.

Snowdens Enthüllungen

Der "whistleblower" Edward Snowden

Seit dem Sommer 2013 kommen immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet ans Licht. Sie basieren auf Dokumenten, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Journalisten übergab. Klicken Sie sich durch die zentralen Erkenntnisse.

PRISM

Der Name stand zunächst für die gesamte Affäre, umfasst aber nur einen Teil des Repertoires der NSA. Über PRISM hat der Überwachungsdienst Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Ein Geheimgericht ordnet die Herausgabe der Informationen an. Das seien etwa Inhalte von Mails, Suchanfragen oder Chats, berichtete der britische "Guardian". Die Firmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Internetriesen streiten vor Gericht darum, mehr Details veröffentlichen zu dürfen.

Tempora

Das ist ein Programm des britischen Dienstes GCHQ. Der GCHQ arbeitet eng mit der NSA zusammen. Gemeinsam mit Australien, Neuseeland und Kanada bilden die Länder die Allianz der "Five Eyes" ("Fünf Augen"), in der Informationen ausgetauscht werden. Unter dem Codenamen Tempora soll der GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. So habe der GCHQ Zugriff auf den Internetverkehr, der über die angezapften Kabel läuft.

XKeyscore

Die gewaltigen Datenmengen, die die NSA sammelt, müssen irgendwie ausgewertet werden. Dazu dient die Software XKeyscore. Damit können NSA-Analysten wie Snowden die Datenberge nach Verdächtigen durchsuchen.

Knacken von Verschlüsselung

Wenn Daten verschlüsselt durchs Netz geschickt werden, können Geheimdienste nicht einfach so mitlesen. Doch NSA und GCHQ können Medienberichten zufolge mehrere gängige Verschlüsselungstechniken knacken oder aushebeln, darunter die oft eingesetzte SSL-Technologie. Es ist allerdings unklar, welche Techniken genau in welchem Maße für die Dienste zugänglich sind.

Anonymes Surfen

Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor war Spionageziel der NSA. Damit können Nutzer ihre Spuren im Netz verwischen. Der Geheimdienst schaffte es allerdings wohl nicht, das Netzwerk direkt zu knacken.

Überwachung von ausländischen Staatschefs

Nicht nur Angela Merkels Handy geriet offenbar ins Visier der NSA. Nach einem Bericht des "Spiegels" standen 122 Staats- und Regierungschefs auf der Überwachungsliste.

Angriff auf Google und Yahoo

Die NSA konnte laut der "Washington Post" den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der beiden Internet-Riesen abgreifen. In den Rechenzentren werden Informationen aus E-Mail-Diensten, Suchanfragen oder Dokumente der Nutzer gespeichert. Inzwischen sollen die Daten auch zwischen den Rechenzentren verschlüsselt unterwegs sein.

Sammlung von Handy-Daten

Laut der "Washington Post" greift die NSA weltweit Informationen zum Standort von Handys in Mobilfunk-Netzen ab. Pro Tag würden weltweit rund fünf Milliarden Datensätze gesammelt. Wie genau der US-Geheimdienst an die Daten herankommt, bleibt unklar. Eine der Quellen sei aber der Austausch von Daten zwischen verschiedenen Netzbetreibern, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden sowie US-Geheimdienstler.

Spionage-Trojaner

Wie die "New York Times" berichtet, soll die NSA habe weltweit in fast 100.000 Computern eine spezielle Spionage-Software installiert haben. Damit habe sie sogar Zugang zu Computern gehabt, die nicht mit dem Internet verbunden gewesen seien, berichtet das Blatt unter Berufung auf Snowdens Dokumente und Computerexperten.

Im Fokus hätten dabei industrielle Ziele sowie das chinesische Militär gestanden. Zudem habe der US-Geheimdienst weltweit täglich nahezu 200 Millionen SMS gesammelt, berichtet der britische "Guardian".

Quelle: dpa

18.01.2014
  1. Drucken
  2. Merken
  3. Versenden
  4. Teilen auf:

Versenden

Artikel versenden

Versenden Sie den Beitrag an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
schließen Beitrag versenden

Versenden

Hinweis

Der Beitrag wurde erfolgreich versendet.

schließen

Merkliste

Papierkorb Bild
Merkliste versenden Merkliste schließen

Merkliste

Merkliste versenden

Versenden Sie Ihr Merkliste an Freunde.

Datenschutz
Das ZDF versichert, Ihre Daten entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen vertraulich zu behandeln.
Zurück zur Merkliste Absenden Button

Merkliste

Hinweis

Die Merkliste wurde erfolgreich versendet.

Zurück zur Merkliste Merkliste schließen