26.06.2016

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TV-Duell Clinton vs. Sanders: Schluss mit harmonisch

VideoTV-Duell: Clinton vs. Sanders
Hillary Clinton und Bernie Sanders liefern sich bisher in den US-Vorwahlen der Demokraten ein spannendes Rennen.

Hillary Clinton und Bernie Sanders liefern sich bisher in den US-Vorwahlen der Demokraten ein spannendes Rennen. Nun trafen die Ex-First-Lady und der 74-Jährige in einer TV-Debatte aufeinander.

(05.02.2016)

Video"Endlich ein wahres Duell"
Hillary Clinton und Bernie Sanders im TV-Duell.

"Gerade weil das Ergebnis in Iowa so knapp war, stehen Hillary Clinton und Bernie Sanders stark unter Druck", sagt ZDF-Korrespondentin Ines Trams in Washington.

(05.02.2016)

Hauchdünn lag Ex-Außenministerin Hillary Clinton bei der Vorwahl der US-Demokraten in Iowa vor ihrem linksgerichteten Parteirivalen Bernie Sanders. Entsprechend war Dampf im TV-Duell der beiden. 

Die Geduld von Hillary Clinton ist am Ende. Sie dreht die Augen nach links, ihre Stimme wird tief und rau. "Genug ist genug. Wenn Du etwas zu sagen hast, sag es", belehrt die 68-Jährige ihren Konkurrenten. "Es ist an der Zeit, die sehr hinterlistige Verleumdung zu beenden, die Du und Deine Kampagne betreiben." Bernie Sanders tritt von einem Fuß auf den anderen. Sie habe niemals eine Meinung bei einer Abstimmung geändert, nur weil sie eine Spende erhalten habe, sagt Clinton. Sie reagierte damit auf Vorwürfe Sanders, sie lasse sich von großen Spendern aus der Finanzwelt beeinflussen.

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Die beiden Bewerber im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten liefern sich zwei Stunden lang einen harten Schlagabtausch bei der TV-Debatte in Durham in New Hampshire. Es ist die erste Debatte, bei der die beiden alleine auf der Bühne stehen. Es ist die letzte Debatte, bevor am Dienstag die Wähler in New Hampshire das Wort haben. Der dritte Bewerber bei den Demokraten, Martin O'Malley, schied am späten Montagabend aus dem Rennen aus.

Überraschend hauchdünn

New Hampshire ist ein kleiner Bundesstaat im Nordosten der USA, gerade einmal 1,3 Millionen Menschen leben hier, 95 Prozent sind weiß. Aber der Staat hat traditionell eine wichtige Rolle im Wahlkampf um das Präsidentenamt. Denn die ersten drei innerparteilichen Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und South Carolina - plus die vierte in Nevada - sind eine wichtige Hürde.

Clinton hat Iowa am Montag gewonnen, aber sie hat gleichzeitig eine herbe Niederlage einstecken müssen. Gerade einmal 0,2 Prozentpunkte lag sie vor Sanders, er erhielt 49,6 Prozent.

Sanders holt auf

Sanders ist Senator von Vermont, der Bundesstaat grenzt an New Hampshire. Das verschafft ihm einen Vorteil. Er ist hier klarer Favorit bei den Demokraten, führt in Umfragen mit 2:1 vor Clinton, auch bei weiblichen Wählern ist er stark. Nach einer Befragung von CNN liegt Sanders bei 61 Prozent, ein Plus von vier Punkten im Vergleich zur vorherigen Befragung. Clinton sackte etwas ab, von 34 auf 30 Prozent. In South Carolina dürfte er es schwerer haben.

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Clinton, die Ex-Außenministerin und Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton, war diesmal lange die Favoritin. Sanders, selbst ernannter demokratischer Sozialist, war lange der Außenseiter. Dieses Bild bekam Risse, Sanders holte auf.

"Korrupte Wall Street"

Früher waren die Bewerber oft bemüht, zu zeigen, wer wählbarer ist. Heute sind beide bemüht, zu zeigen, wer progressiver ist. Nun sieht Clinton sich gezwungen, Themen ausführlicher zu behandeln, die lange nicht ganz vorne auf ihrer Agenda standen. Die wirtschaftliche Lage und das Finanzsystem etwa. Schon in ihrem Eingangsstatement greift sie das auf: "Natürlich profitieren die meisten Amerikaner nicht von der wirtschaftlichen Lage. Natürlich gibt es spezielle Interessen, die das Spiel viel zu sehr bestimmen." Bislang fiel vor allem Sanders mit Angriffen gegen das vermeintlich korrupte Finanzsystem auf.

Und einen seiner stärksten Momente hat er auch diesmal bei dem Thema: "Das Geschäftsmodell der Wall Street ist Betrug. Es ist Betrug. Ich denke, Korruption ist an der Tagesordnung."

Das Establishment hinter Clinton

Lange hatte er es vermieden, seine Konkurrentin im Wahlkampf hart anzugreifen. So wie sie ihn lange unterschätzte und ihn ebenfalls nicht angriff. Nun wählt er oft das Wort Establishment, wenn es darum geht, negative Attacken gegen Clinton zu fahren.

"Ich muss zugeben, dass Clinton die Unterstützung von sehr viel mehr Gouverneuren, Bürgermeistern und Mitgliedern des Repräsentantenhauses hat. Sie hat das gesamte Establishment oder fast das gesamte Establishment hinter sich. Das ist ein Fakt, das leugne ich nicht." Was vordergründig demütig klingt, war fies gemeint. Das Wort Establishment fällt im Wahlkampf immer dann, wenn ein Schimpfwort für die abgehobene Politikerklasse in Washington gesucht wird. Es fällt sehr oft.

Aber am Ende ist auch Sanders um Frieden bemüht. "An unseren schlimmsten Tagen sind wir trotzdem hundertmal besser als jeder Bewerber der Republikaner", sagt er zu Clinton. Die beiden schütteln sich die Hände.

Der Weg zum Super Tuesday

Ein langer Weg durch den Februar

Infografik: Suche nach einem Obama-Nachfolger

Nach dem Start in Iowa und New Hampshire folgen die Vorwahlen in dichtem Takt. Am 1. März stimmen am sogenannten Super-Dienstag gut ein Dutzend Bundesstaaten gleichzeitig ab, die meisten liegen im Süden der Vereinigten Staaten.

Ein weiteres wichtiges Datum ist der 15. März, wenn sich die Präsidentschaftsbewerber unter anderem in Florida und Ohio dem Votum der Wähler stellen. Die Abstimmungen ziehen sich bis in den Juni, bereits im Frühjahr könnten aber klare Favoriten feststehen.

Abschluss des Vorwahlprozesses sind die sogenannten Conventions, bei denen Delegierte aus allen Bundesstaaten den Kandidaten ihrer Partei auf den Schild heben. Die Zahl der Vertreter, die jeder Staat zum Wahlparteitag entsenden darf, hängt vor allem von seiner Bevölkerungsstärke ab. Die meisten Delegierten sind in ihrem Abstimmungsverhalten an die Vorwahlergebnisse aus ihrem Heimatstaat gebunden.

Die Termine

- 6. Februar: TV-Debatte der Republikaner (Manchester, New Hampshire)
- 8. Februar: Vorwahlen beider Parteien in New Hampshire
- 11. Februar: TV-Debatte der Demokraten in Wisconsin
- 13. Februar: TV-Debatte der Republikaner (Greenville, South Carolina)
- 20. Februar: Vorwahl der Republikaner in South Carolina, "Caucus" der Demokraten in Nevada
- 23. Februar: "Caucus" der Republikaner in Nevada
- 25. Februar: TV-Debatte der Republikaner (Houston, Texas; ursprünglich geplant für den 26.2.)
- 27. Februar: Vorwahl der Demokraten in South Carolina

Die ersten drei Wahlen in Iowa, New Hampshire und South Carolina - plus die vierte in Nevada - sind eine sehr wichtige Rampe. Früher Erfolg bringt Geld, Unterstützung, Aufmerksamkeit und das "Momentum". Wer bei den Republikanern gewinnen will, sollte in mindestens zwei dieser Wahlen sehr gut abschneiden. Wer drei von vier gewinnt, könnte theoretisch im März schon am Ziel sein. Es spricht aber viel für ein langes Rennen.

Der Super Tuesday

- 1. März: Vorwahlen in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, North Dakota (Republikaner), Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia, Wyoming und im US-Außengebiet Samoa

Einer der wichtigsten Tage im Vorwahlkampf, an dem rund ein Drittel aller Delegierten bestimmt wird. Die Zahl der Bewerber bei den Republikanern wird sich wohl spätestens nach dem "Super Tuesday" stark reduzieren, womöglich sogar schon bis auf zwei.

Danach trennt sich die Spreu vom Weizen

- 15. März: Zwar wird an diesem Tag nur in fünf Staaten gewählt, darunter sind allerdings Florida, Illinois und Ohio, die viele Delegierte stellen. In den US-Medien wird daher auch vom "Super Tuesday, Part 2" gesprochen.

 18. bis 21. Juli: Parteitag der Republikaner in Cleveland, Ohio.

-25. bis 28. Juli: Parteitag der Demokraten in Philadelphia, Pennsylvania. Meist steht der Kandidat vor den jeweiligen Treffen schon fest, weswegen diese Parteitage den Ruf haben, nur noch reine Show-Veranstaltungen zu sein. Sollte sich allerdings kein Bewerber eine Mehrheit gesichert haben, würden die Delegierten hier den Kandidaten bestimmen.

- 26. September: Erste Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten in Dayton, Ohio.

- 4. Oktober: Fernsehdebatte der Kandidaten für das Amt des Vize-Präsidenten in Farmville, Virginia.

- 9. Oktober: Zweite Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten in St. Louis, Missouri.

- 19. Oktober: Dritte Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten in Las Vegas, Nevada.

- 8. November: Wahltag. Landesweite Abstimmung über den Präsidenten, das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats; dazu Landeswahlen und Volksabstimmungen in zahlreichen Bundesstaaten und Kommunen.

- 20. Januar 2017: Vereidigung des neuen US-Präsidenten.

05.02.2016, Quelle: dpa
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