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Datenleck beim IS Blutgruppe und Telefonnummer der Dschihadisten

VideoDatenleck beim "Islamischen Staat"
IS-Kämpfer

Dem britischen Sender Sky News sind Namen und Identitäts-Profile von 22.000 mutmaßlichen Mitgliedern des IS zugespielt worden. Darunter befinden sich auch die Daten bisher unbekannter Terroristen.

(10.03.2016)

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Anhänger der Terrormiliz

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(08.12.2015)

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(19.11.2015)

"Geben Sie bitte Ihren Namen, Ihre Ausbildung und den Grund an, warum Sie dem Islamischen Staat beitreten möchten." Die Bürokratie der Terroristen ist gründlich - und nun aufgeflogen. Ein Datenleck hat westlichen Geheimdiensten offenbar 22.000 Namen von Dschihadisten auf die Festplatten gespült. 

Einem britischen Nachrichtensender liegen nach eigenen Angaben Namen und persönliche Daten von mehr als 22.000 Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor. Die IS-Rekruten aus mehr als 51 Ländern hätten vor ihrer Aufnahme einen Bogen mit 23 Fragen zu Telefonnummer, Adresse, Angehörigen, Blutgruppe, Ausbildung und
anderen Daten ausfüllen müssen, berichtete Sky News. Nicht alle Namen seien den Sicherheitsbehörden bisher bekannt.

De Maizière sieht "eine große Chance"

Dem "Guardian" zufolge dürfte es sich um dieselben Daten handeln, die auch dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden vorliegen. Wie am Montag die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichtet hatten, seien diese offenbar Teil eines größeren Datenlecks beim IS. Das Material soll nun bei der Strafverfolgung helfen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht darin eine große Chance für die Ermittlungen.

Werben um neue Anhänger

Bei seinem Werben um neue Anhänger steht der IS in einem harten Konkurrenzkampf zu anderen militanten Gruppen. Die pakistanische al-Kaida etwa hat es auf ähnliche Kandidaten abgesehen.

Großbritanniens Innenministerin Theresa May sagte, sie habe die Berichte natürlich gesehen, sie wolle die Meldung von Sky News aber nicht kommentieren. Der IS sei eine "ernste Bedrohung" und es sei wichtig, gemeinsam gegen diese Bedrohung vorzugehen.

Weitere Links zum Thema
Sky News hat die Daten nach eigenen Angaben von einem ehemaligen IS-Mitglied erhalten, das sie dem Chef des internen Sicherheitsapparats des IS gestohlen hat. Der Mann nenne sich Abu Hamed und sei von den syrischen Rebellen zu der Terrormiliz übergelaufen. Er habe dem IS kürzlich enttäuscht den Rücken gekehrt, da die Organisation sich nicht an die islamischen Regeln halte, an die er glaube.

Radikale Islamisten reisen unbehelligt

Ein Datensatz liste "Märtyrer" auf, die sich zu Selbstmordanschlägen bereit erklärt hätten und dafür trainiert worden seien, hieß es bei Sky News. Unter den Männern seien viele, die gleich mehrfach unbehelligt durch "Risikoländer" wie den Jemen, Libyen, Pakistan und Afghanistan gereist seien. Da sie aber nicht kontrolliert und überwacht wurden, konnten sie im syrischen Bürgerkrieg kämpfen und danach wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Genau solche kampferprobten und radikalisierten Rückkehrer fürchten auch die Sicherheitsbehörden in Deutschland und anderen westlichen Ländern.

Dem Informanten zufolge will der IS seinen jetzigen Hauptsitz vom syrischen Al-Rakka in die zentralen Wüstengebiete des Landes und letztlich in den Irak verlegen, wo die Terrormiliz ihre Wurzeln hat.

Shashank Joshi, Sicherheitsexperte des unabhängigen britischen Forschungsinstituts Rusi, nannte den Datensatz eine "Goldgrube" für die Strafverfolgung der potenziellen Terroristen, die aus dem IS-Gebiet in ihre Heimatländer zurückgekehrt seien. Daraus, dass ein Mann die Daten gestohlen und den Medien weitergereicht habe, könne man aber nicht unbedingt Rückschlüsse auf die Stimmung und Moral innerhalb der Organisation ziehen, sagte Joshi.

Ableger der Terrormiliz IS

Buhlen um Vorherrschaft im Islamismus

Seit ihrem Vormarsch im Irak und in Syrien buhlt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Al-Kaida um die Vorherrschaft im globalen Islamismus. In Syrien und im Irak hat der IS ein Gebiet von der Größe Italiens erobert und ein Kalifat ausgerufen. Vielen Extremisten imponiert dieser militärische Erfolg - vor allem in Nordafrika. Diverse Gruppen haben sich der IS-Bewegung angeschlossen.

Libyen

Ende Oktober leistete die im ostlibyschen Derna kämpfende Miliz "Schura-Rat der Jugend des Islams" dem IS einen Treueschwur. Mittlerweile hält die Zelle auch Stellungen in Sirte und verübt
regelmäßig Anschläge auf strategisch wichtige Ölfelder. Mitte Februar zeigte der libysche IS die Enthauptung von 21 entführten Ägyptern; nun soll er mehrere Europäer verschleppt haben.

Ägypten

Seit Mitte November bezeichnet sich in Ägypten die Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis ("Unterstützer Jerusalems") als "Provinz Sinai" des IS. Laut ägyptischem Innenministerium gehören der Zelle rund 2.000 Kämpfer an. Die Islamistentruppe entstand 2011 nach dem Sturz des Präsidenten Husni Mubarak. Sie verübt vor allem auf der Sinai-Halbinsel und in Kairo Anschläge auf das ägyptische Militär.

Algerien

Bereits Mitte September 2014 schworen algerische Fraktionen der in Nordwestafrika aktiven Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) dem IS die Treue. Der neue IS-Ableger nennt sich jetzt Dschund al-Chilafa ("Soldaten des Kalifats"). Aufsehen erregte er mit der Enthauptung eines entführten französischen Touristen im September 2014.

Nigeria

Der Chef von Boko Haram, Abubakar Shekau, schwor im März 2015 dem "Kalifen" Abu Bakr al-Bagdadi die Treue. Boko Haram hatte schon vorher von einem eigenen Kalifat in Afrika gesprochen. Die Organisation beherrscht Gebiete im Nordosten Nigerias, die zusammen die Größe Belgiens ausmachen sollen, und schlägt auch in Kamerun und im Tschad zu. Sie wird seit 2009 für den Tod von mehr als 13.000 Menschen verantwortlich gemacht.

Asien

Treueschwüre auf den IS gibt es auch von Islamisten in anderen Ländern, darunter Afghanistan und Pakistan. (Quelle: dpa)

10.03.2016, Quelle: von Kathy Gannon, afp
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